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Interview // Kiera Brennan – Die Herren der grünen Insel

 

 

Die Herren der grünen Insel von Kiera Brennan ist ein Buch, dass derzeit in jeder Auslage einer Buchhandlung zu finden ist. Es greift mit seiner historischen Handlung Irland auf, was ich bislang in dieser Form noch nicht gelesen habe. Da mir persönlich ein Krankenhausaufenthalt den Besuch der Leipziger Buchmesse 2016 zu nichte gemacht hat, hatte ich durch den Verlag die Chance meine Fragen per Email an Julia Kröhn zu stellen, die hinter diesem englischen Pseudonym steckt. 

© Sonja Kochmann





Nach der Erstellung dieses Blogbeitrages ergab sich dann noch spontan die Möglichkeit, Julia Kröhn auf der Love Letter Convention 2016 in Berlin zu treffen:

Wer oder was hat Sie zum Schreiben gebracht? Und wie kam es
zu dem Pseudonymen?
  1. Carla
    Federico
  2. Leah
    Cohn
  3. Sophia
    Cronberg
Ich habe schon sehr früh angefangen, Geschichten zu
erfinden, und für mich waren diese von Anfang an eine Gelegenheit, in
vergangene Zeiten einzutauchen – ist meine Leidenschaft für „die Geschichte“
doch fast so groß wie fürs „Geschichtenerzählen“. In gewisser Weise ist das
Schreiben für mich also ein „Vehikel für Zeitreisen“.
Zunächst habe ich ausschließlich unter meinem wirklichen
Namen publiziert. Die Pseudonyme wurden dann notwendig, als zum einen mein
Output größer und ich zum anderen vielseitiger und experimentierfreudiger
wurde. Für mich bieten die Pseudonyme die Chance, neue Genres und Erzählweisen
auszuprobieren, ohne bisherige Leser, die die Eigenheiten der Kröhn-Romane
schätzen, zu enttäuschen.
© Sonja Kochmann
Die Formulierungen sind manchmal recht derb und männlich.
Haben Sie auch mal mit dem Gedanken gespielt, ein männliches Pseudonym zu
wählen?
Am Anfang stand mal ein geschlechtsneutrales Pseudonym zur
Debatte, doch diese Überlegungen wurden bald verworfen, hätte das doch
bedeutet, keine Lesungen oder Medienauftritte zu machen. Ganz ehrlich: Ich
hätte es schwer mit meiner feministischen Grundhaltung vereinbaren können, mal
eben schnell mein Geschlecht zu ändern, um – in welcher Hinsicht auch immer –
glaubwürdiger oder berechenbarer zu sein. Dass „Die Herren der Grünen Insel“
ein düsterer, martialischer und naturalistischer Roman ist, wird schließlich
auch durch Cover und Klappentext deutlich – insofern bedarf es m.E. keinen
männlichen Autorennamen als „Warnhinweis“ für Fans von netten Frauenromanzen.
Was verbindet Sie mit Irland und seiner Geschichte? Woher
kam die Idee für das Buch?
Vor Irland habe ich bereits mehrere Male Schottland,
Nordfrankreich, England und Norwegen bereist. Ich liebe einfach die nordischen
Länder mit ihren rauen, wilden Küstenlandschaften und der Einsamkeit, dieser
archaischen Schönheit und den reichen Zeugnissen der (meist keltischen)
Geschichte.  In gewisser Weise spielt
mein Roman nicht nur in Irland – er hat auch viel mit der „Grünen Insel“
gemein: Eine Gondelfahrt in Venedig ist ohne Zweifel das lieblichere, nettere
Erlebnis, weil die Chance auf Sonne bzw. darauf, trocken und sauber zu bleiben,
deutlich größer ist, als wenn man durch Irland wandert – aber sie ist eben auch
nicht so herausfordernd, so individualistisch, so besonders.
Die normannische Invasion Irlands wiederum ist für mich
eines der faszinierendsten Ereignisse der irischen Geschichte, weil hier ein
Thema zum Tragen kommt, das in fast all meinen historischen Romanen eine große
Rolle spielt – nämlich der „clash of civilizations“, also das gewaltsame
Aufeinanderprallen von zwei unterschiedlichen Kulturen.
Wie lief die Recherche im Vorfeld ab? Gab es Hilfe zu den
Themen (Kleidung, Tradition/Glaube, Kriegsführung, Pflanzenheilkunde)?
Ich habe viele Originalquellen und jede Menge
Sekundärliteratur (etwa fünfzig Bücher) gelesen, sodass ich am Ende sehr viel
Material beisammen hatte. Zu meiner großen Begeisterung gibt es etliche Werke,
die nur so vor interessanten Details/Episoden aus dem Alltag des
mittelalterlichen Irlands strotzen. Wichtig waren für mich auch meine
Recherchereisen an die Originalschauplätze, wo ich u.a. auch an den Gräbern von
zwei meiner Romanfiguren (Strongbow und Diarmait) gestanden bin.
© Sonja Kochmann
Das Buch beinhaltet eine Menge gleichgestellte Figuren.
Welches ist Ihre Lieblingsfigur und warum?
Ascall von Toora ist die bislang größte Romanliebe meines
Lebens –  ich war noch nie so sehr in
einen Protagonisten verliebt wie in ihn. Das liegt wohl auch daran, dass er für
mich sehr schwer zu fassen war/ist, und ich überhaupt erst nach zwei Dritteln des
Buchs – zumindest ansatzweise – kapiert habe, wie er tickt. Diese Mischung von
Brutalität und Verletzlichkeit, von Rohheit und Verantwortungsbewusstsein ist
für mich ziemlich unwiderstehlich.
Bei den Frauen ist Caitlín meine Favoritin, an der ich den
schwarzen Humor und den Pragmatismus schätze.
Die Namensgebung der Protagonisten ist durch die Mischung
aus englisch und gälisch interessant geworden. Vermutlich werden diese aber vom
Leser falsch gedacht bzw. ausgesprochen. Warum wurden nicht alle Namen ins
Englische übertragen?
Für mich war diese Vorgehensweise ein Kompromiss. Ich hätte
am liebsten alle Namen original gälisch geschrieben, weil ich die Geschichte
der normannischen Eroberung Irlands aus dem Blickwinkel von Iren schildere und
es mir falsch vorgekommen wäre, ausgerechnet bei ihren Namen plötzlich die
normannische Perspektive einzunehmen. Allerdings war mir auch klar, dass man
Lesern nicht unbedingt Namen wie z.B. „Tairrdelbach Ua Conchobair“ zumuten
kann. Deswegen habe ich mich bei den komplizierten Namen für jene Schreibweise
entschieden habe, die der gälischen Form – spricht man sie denn laut aus – am
nächsten kommt: So wurde jemand wie der Hochkönig Ruaidrí bei mir zu Ruari. Was
die Sache so kompliziert macht, ist die Tatsache, dass es von vielen Namen
nicht einfach nur die „gälische“ oder die „englische“ Form gibt, sondern
etliche dazwischen, manchmal bis zu sechs.
Bei den fiktiven Figuren habe ich großteils versucht,
einfach auszusprechende Namen zu verwenden – z.B. Ascall, Pól etc. Dass
allerdings auch bei diesen die Aussprache oft vom geschriebenen Wort abweicht,
ließ sich nicht immer vermeiden. Wobei es doch o.k. ist, wenn der Leser –
sobald er z.B. Éilís liest – „Alice“ im Kopf hat, nicht „Älisch“.
Etwas inkonsequent war ich – zugegebenermaßen – bei den
Ortsnamen. Bei diesen habe ich fast immer die englische Namensform gewählt,
denn da einige Leser Irland kennen und sich auf der Insel gut orientieren
können, wäre es mir als Schikane erschienen, statt des Flusses Liffey „An Life“
oder statt Wexford „Loch Garman“ zu schreiben.
Die Figuren sind größtenteils gleichgestellt. Eine
Unterscheidung zwischen Haupt- und Nebenfiguren gibt es kaum, da die Handlung
stark verwoben ist und alle Figuren einen Zusammenhang haben oder sich
irgendwann „treffen“. Wie haben Sie da geschrieben bzw. geplottet
(personenbezogen oder chronologisch)?
Durch die historischen Ereignisse war ein Grundgerüst
vorgegeben – d.h. ich wusste ganz genau, was in welchem der sechs Jahre, die
die normannische Eroberung währte, passiert. Beim Plotten bin ich so vorgegangen,
dass ich zunächst – auf Basis der Historie – die einzelnen Handlungsstränge
entwickelt habe, um diese dann nach und nach zu verweben. Ich gehöre generell
zu den Autorinnen, die extrem viel planen, ehe sie zu schreiben beginnen – und
bei dieser Fülle an historischen Fakten und Figuren hast sich das besonders gut
bewährt.
 
Wie lange dauerte das Schreiben dieses Buches?
Von der Erstellung des Exposés bis zur Abgabe vergingen
knapp zwei Jahre, wobei ich in dieser Zeit nicht ausschließlich an diesem Buch
gearbeitet habe. Und natürlich bin ich mit dem Stoff schon lange zuvor
schwanger gegangen.

© Sonja Kochmann

 

Ich habe Gerüchte gehört, dass es eine Fortsetzung mit dem
Titel „Wolf und Rabe“ geben wird…..
Es gibt definitiv eine Fortsetzung, wobei ich diese nicht
unbedingt so bezeichnen würde. Es werden zwar sehr viele Protagonisten von den
„Herren der Grünen Insel“ wieder auftauchen bzw. wird deren Geschichte dann
auch zu Ende erzählt, doch mein zweiter Irlandroman ist so angelegt, dass man
ihn auch als eigenständiges Buch lesen und verstehen kann. Der Titel „Wolf und
Rabe“ ist tatsächlich der Arbeitstitel – allerdings ist er vom Verlag noch
nicht abgesegnet worden. Gut möglich also, dass am Ende was ganz anderes daraus
wird.
Das Buch ist wirklich ein dickes Buch und sorgt auch für
Muskelarbeit beim Lesen. Wie stehen Sie zum Ebook?
Ich selbst habe mich bis jetzt noch nicht mit Ebooks
anfreunden können, obwohl ich ihre Vorteile klar sehe. In diesem Fall wäre es
in der Tat die muskelschonendere Variante – der Roman wiegt immerhin mehr als
ein Kilo 🙂 – allerdings ist es gerade bei diesem Buch manchmal gut, zum
Personenverzeichnis vorblättern zu können.
Wie gefällt Ihnen der Buchtrailer?
Ich bin sehr begeistert davon. Klar, die Burg, die man
sieht, hätte man im 12. Jahrhundert nicht in Irland vorgefunden und die Cliffs
of Moher, auf die man einen kurzen Blick erhascht, kommen in meinem Roman gar
nicht vor – aber ich finde, der Trailer fängt die Grundstimmung des Buchs
perfekt ein. Für mich bedeutet es immer wieder Gänsehaut pur, ihn zu sehen.
Haben Sie neben dem Schreiben noch Hobbys?
Ich reise sehr gerne, bin bekennender Serienjunkie und
zwinge mich regelmäßig zur körperlichen Ertüchtigung 😉
Wollten Sie schon immer Autor/in werden?
Ich glaube, ich war nie etwas anderes – deswegen konnte ich
auch nichts anderes werden 🙂 Wenn ich als kleines Kind in der Badewanne saß,
habe ich mit zwei Zahnbürsten irgendwelche erfundenen Geschichten nachgespielt.
Von daher gilt: Das Geschichtenerzählen ist nicht das, was ich tue, sondern das,
was ich bin.

© Sonja Kochmann

 

Vielen Dank für dieses aufschlussreiche Interview und ich bin gespannt auf weitere Werke. 

 

Interview

Interview // mit Kathryn Taylor





Nach dem ich begeisterter Fan der Colours of Love Reihe bin und Band 1 und 2 der Daringham Hall Reihe verschlungen habe, durfte ich auf der Frankfurter Buchmesse 2015 Kathryn Taylor kennen lernen. Im Nachgang ergab sich ein interessanter Einblick, den ich Euch hier präsentieren möchte:

 

© Sonja Kochmann

 

Wer oder was hat Sie zum Schreiben gebracht? Wollten
Sie schon immer Autor/in werden?
Wirklich
dazu gebracht hat mich niemand. Bei uns liegt das Schreiben und die Liebe dazu
ein bisschen in der Familie, und ich habe schon als Kind Schulhefte mit kleinen
Erzählungen gefüllt. Später waren es dann Gedichte und längere Geschichten, und
ich wusste auch schon recht früh, dass mein Beruf etwas mit Schreiben zu tun
haben sollte. Deshalb habe ich zuerst als Redakteurin bei verschiedenen
Zeitungen und beim Fernsehen gearbeitet und später als freie Lektorin und
Übersetzerin. Dann erst hat sich das mit den Büchern ergeben, und das mache ich
jetzt natürlich am liebsten.
© Sonja Kochmann
Woher kamen die Ideen für die Colours of Love
und die Daringham Reihe? Welche Reihe ist Ihre Lieblingsreihe?
Die Frage,
wie man auf die Idee zu einer Geschichte gekommen ist, wird einem als Autor
sehr oft gestellt – und sie bleibt extrem schwer zu beantworten. Eigentlich
besteht ein Buch nämlich nicht aus nur einer Idee, sondern aus Hunderten, und
oft sind es auch eher Entscheidungen. Ich entscheide, was für eine Geschichte ich
schreiben will, und suche dann nach den Ideen, um sie mit Leben zu füllen. Bei
einigen Handlungssträngen weiß ich noch, wie ich auf die Idee dazu gekommen
bin, bei anderen hat sich das einfach ergeben oder ist mir erst nach langem
Nachdenken eingefallen. So pauschal lässt sich das deshalb nicht sagen. Eine
Lieblingsreihe habe ich nicht, ich liebe alle meine Bücher und habe sie sehr
gerne geschrieben. Da könnte ich mich gar nicht entscheiden.
Sie haben nun mehrere erfolgreiche Reihen
geschrieben. Wie stehen Sie zu Buchreihen? Sind Sie davon begeistert, oder
mögen Sie lieber Einzelbücher?
Ich mag
beides. Bei Buchreihen kehrt man immer wieder zu den schon vertrauten Figuren
zurück und lernt sie besser kennen, kann oft mehr in die Tiefe gehen. Aber ich
mag auch in sich abgeschlossene Geschichten sehr.
Die Nebenfiguren Peter und Tilly sind durch
die Dialoge super gelungen. Wäre ein „lustiger Frauenroman“ wie z.B. von
Kerstin Gier auch ein mögliches Schreibprojekt? (Wollen Sie zukünftig auch in
verschiedenen Genres Bücher schreiben?)
Ich liebe
Kerstins Bücher, sie ist eine meiner Lieblingsautorinnen und ihr Humor ist
absolut einzigartig. So lustig schreiben könnte ich nicht, da bin ich ziemlich
sicher. Mir liegen eher die romantischen und leidenschaftlichen
Liebesgeschichten, und im Moment habe ich noch keine Pläne in eine andere
Richtung. Aber ich will nicht ausschließen, dass ich irgendwann auch noch mal
was Neues versuche. 

© Sonja Kochmann

 

Wie lange dauerte das Schreiben pro Buch in
etwa?
Das ist
ganz unterschiedlich und liegt auch an der Geschichte und daran, wie viel Ruhe
ich habe. Aber meistens brauche ich für den Rohtext so zwischen drei und sechs
Monate.
Wie lange dauerte es, bis Sie einen Verlag für
Ihr Buch gefunden haben?
Gar nicht
lange. Mein Verlag suchte damals nach genau so einem Stoff wie die „Colours“,
deshalb konnte ich schon nach einem halben Jahr mein erstes Buch in den Händen
halten. Was mir als sehr ungeduldigem Menschen natürlich sehr recht war. J 

© Sonja Kochmann

 

Wie schreiben Sie? Wie verläuft ein Arbeitstag
bei Ihnen?
Viele Leute
glauben komischerweise immer, dass Schriftsteller gerne in Cafés schreiben.
Oder an anderen sehr spannenden Orten. Leider ist es in der Realität häufig
sehr viel unromantischer. Schreiben ist harte Arbeit und braucht viel Geduld,
und sie findet meistens am Schreibtisch statt. Jedenfalls bei mir. Die Zeiten
dafür sind sehr unterschiedlich. In der Regel setze ich mich vormittags, wenn die
Kinder in der Schule sind, für ein paar Stunden hin, und nachmittags auch noch
mal, wenn ich die Ruhe dafür habe. Am liebsten schreibe ich aber abends und
auch nachts, wenn alles ruhig ist im Haus. Da bin ich oft am kreativsten. Man
könnte also sagen, dass ich eigentlich immer schreibe, wenn ich Gelegenheit
habe. Es sei denn, ich beantworte gerade Interviewfragen oder bin auf Messen
oder beim Verlag oder muss Dinge erledigen, die der Alltag eben so von einem
verlangt 😉 Als Autor hat man nie wirklich frei, es kann immer passieren, dass
mir in einem sehr unpassenden Moment etwas einfällt, deshalb habe ich immer ein
Notizbuch dabei, und so richtig los lässt einen die Geschichte, an der man
gerade sitzt, eigentlich nie. Meine Familie kennt das schon, dass ich dann
manchmal nur körperlich anwesend bin und in Gedanken ganz weit weg, und sie
nehmen auch oft Rücksicht, wenn ich gerade kurz vor der Manuskriptabgabe stehe
und kaum ansprechbar bin. Genauso gut kann es aber auch passieren, dass mir
zwei oder drei Tage hintereinander gar nicht recht etwas einfällt, dann
erledige ich andere Dinge, bis es wieder läuft. Es braucht oft Zeit, bis die
Geschichte sich in meinem Kopf so entwickelt hat, dass es wirklich passt, das
kann man nicht erzwingen. Es ist jedenfalls nie so, dass ich mich hinsetze und
entscheide: so, heute schreibst du soundsoviele Seiten. Das lässt sich nicht
vorhersehen, wie gut es läuft, und von zwei Zeilen bis zwanzig Seiten pro Tag
ist alles drin. : -) 

© Sonja Kochmann

 

Was für ein Gefühl ist es auf der Messe sein
eigenes Gesicht im Großformat zu sehen?
Ein gutes
Gefühl. 🙂 Es erinnert mich daran, wie viel Glück ich hatte, dass meine Bücher
von Anfang an so gut angekommen sind bei meinen Lesern da draußen, und ich
hoffe, dass das auch noch lange so bleibt.
Welche/n Autor/in würden Sie gerne mal
treffen? Welche Frage würden Sie stellen?
Mein
Großvater war auch Schriftsteller, aber er starb, als ich noch relativ jung
war. Damals war mir nicht klar, dass ich einmal das Gleiche machen würde wie
er, und ich denke oft, wie gerne ich die Gelegenheit gehabt hätte, mit ihm über
das Schreiben zu sprechen. Es ist sehr schade, dass das nicht mehr geht.
Haben Sie neben dem Schreiben noch Hobbys?
Ich lese
natürlich viel, ich liebe es, ins Kino zu gehen, und ich treffe mich sehr gerne
mit Freunden.
Was lesen Sie gerade?
Im Moment
gerade den letzten Teil der „Silber“-Trilogie von Kerstin Gier.
Wer ist Ihr Lieblingsschriftsteller?
Ich liebe
die Bücher von Kerstin Gier, Eva Völler und Sabine Zett. Alle drei schreiben
großartige Geschichten, die ich immer wieder sehr gerne lese. 

© Sonja Kochmann

 

Was ist Ihr Lieblingsbuch?
Da könnte
ich mich gar nicht für eins entscheiden. Es gibt so viele tolle Bücher, und
auch nur einen Bruchteil davon hier aufzuführen, würde den Rahmen sprengen.
Wie stehen Sie zum Ebook?
Ich liebe
echte Bücher, die ich anfassen und ins Regal stellen kann, aber ich finde, dass
Ebooks durchaus ihren Reiz und ihre Vorteile haben. Auf Reisen zum Beispiel
möchte ich auf meinen E-Reader nicht mehr verzichten. Allerdings muss ich
manche Bücher auch physisch besitzen, da reicht eine elektronische Ausgabe
nicht. Letztlich hat beides seine Berechtigung, finde ich, und ich habe weder
ein Problem mit dem einen, noch mit dem anderen.
© Sonja Kochmann

 

Vielen Dank für diesen Einblick und ich freue mich schon jetzt auf die nächsten Bücher auch wenn ich gerade das neuste Buch Daringham Hall – Die Rückkehr beendet habe.

 

Interview

Interview // mit Poppy J. Anderson


© Sonja Kochmann


Nach der Messe ist vor der Messe. Hier eine kleine Einstimmung für die kommende Messe: 


Auf der Leipziger Buchmesse 2015 hatte ich die Gelegenheit am Stand der Lieblingsautoren Poppy J. Anderson zu treffen.

Es ergab sich ein lockeres Gespräch und schließlich kann ich Euch kurz vor der nächsten Messe dieses Interview präsentieren:


© Sonja Kochmann

 

Es wurde gerade darüber
berichtet, dass Du eine Million ebooks durch Self-Publishing veröffentlicht
hast. Wer oder was hat Dich zum Schreiben gebracht und wie war der Weg zur
Million?
Ich glaube, dass die Liebe
zum Lesen mich zum Schreiben gebracht hat. Schon als Kind habe ich mir
Geschichten ausgedacht und sie aufgeschrieben. Mit 13 oder 14 habe ich eine
Schreibmaschine geschenkt bekommen und damit begonnen, all das zu Papier
gebracht, was mir durch den Kopf ging. Der Weg zu einer Millionen verkaufter
Bücher war vor allem extrem spannend! Niemals hätte ich gedacht, dass
ausgerechnet meine Bücher sichtbar werden könnten und sich jemals in diesem
Ausmaß verkaufen würden. Irgendwie ging alles so schnell und hat mich
regelrecht umgeworfen. Ich kann es immer noch nicht glauben. 

© Sonja Kochmann

 

Woher kam die Idee für das erste
Buch? Und wolltest/willst Du hauptberuflich Autorin sein?
Das erste Buch, das ich
veröffentlich habe, war „Touchdown fürs Glück“, jedoch hatte ich beispielsweise
„Verliebt in der Nachspielzeit“ sowie „Nur ein Kuss“ bereits sehr viel früher
geschrieben. Die Idee zu „Touchdown fürs Glück“ kam mir, weil ich einmal eine
Liebesgeschichte nicht vom Anfang erzählen wollte, sondern mir dachte, dass es
spannend sei, darüber zu berichten, wie die Liebe verloren gegangen ist und
dann wieder entdeckt werden kann. Mein Traum war es immer, Autorin zu sein, da
ich mir einfach nichts Schöneres und Erfüllenderes vorstellen kann, jedoch
hätte ich es nie für möglich gehalten, dass es tatsächlich wahr werden würde. 

© Sonja Kochmann

 

© Sonja Kochmann
Wie lange dauert das
Schreiben eines Buches?
Das ist absolut
unterschiedlich. Viele Geschichten begleiten mich seit Jahren, was bedeutet,
dass ich die Figuren und die Konstellationen besser kenne als meine eigene
Westentasche. Meistens bin ich völlig im Schreibwahn, wenn ich in einer
Geschichte gefangen bin. Dann schreibe ich 16 Stunden am Stück und sehe
vermutlich wie eine Irre aus. In solchen Fällen dauert es nur wenige Wochen,
bis ein Buch geschrieben ist.
Wie verläuft Dein
Schreiballtag?
Jeder Tag läuft anders ab.
Mittlerweile verbringe ich insbesondere die Vormittage und große Teile des
Nachmittags damit, organisatorische Dinge zu klären. Oft nehme ich mir vor,
dass ich den ganzen Tag an einem Buch arbeiten werde, wenn eine dringende Sache
hinein kommt, die meinen Plan über den Haufen wirft. Ansonsten verbringe ich
vermutlich viel zu viel Zeit damit, mich auf Facebook zu verlustieren und mit
Kollegen und Lesern in Kontakt zu sein.
Wer ist Dein
Lieblingsschriftsteller?
Diana Gabaldon ist eine
meiner Lieblingsschriftsteller. Ich liebe ihre Highland-Saga und verschlinge
all ihre Bücher, da sie eine wunderbare Art besitzt, Bücher mit Leben zu
füllen. Zudem schätze ich Leon Uris sehr, dessen Bücher ich bereits als
Teenager gelesen habe.
Was ist Dein Lieblingsbuch?
Ich habe nicht DAS
Lieblingsbuch, sondern gleich mehrere. „Exodus“ von Leon Uris rangiert ganz
weit oben, gefolgt von allen Bänden der Highland-Saga. Dann alles von Ephraim
Kishon und „Anna Karenina“ sowie „Stolz und Vorurteil“.
Hast Du neben dem Schreiben
noch Zeit für andere Hobbys?
Zum Glück! Ich liebe es zu
reisen und bin glücklich, diesem „Hobby“ nachgehen zu können. Außerdem koche
ich leidenschaftlich gerne, gehe mit Freunden oft ins Kino und verbringe Zeit
mit meinen Hunden. Natürlich kann ich nicht mehr so viel faulenzen wie früher,
aber das ist ganz gut J Erst vor zwei Wochen habe ich während meines
Urlaubs ein persönliches Ziel erreicht und an einem Tough Mudder teilgenommen.
Dafür war einiges an Training erforderlich. Zwar gehört Sport nicht zu meinen
liebsten Freizeitbeschäftigungen, aber es hat sich wenigstens gelohnt! 

© Sonja Kochmann

 

Was liest Du gerade?
Ehrlich gesagt: Meine
eigenen Bücher. Ich plane nämlich einen besonderen Band der New York Titans und
muss mich in die richtige Stimmung bringen 😉
Du hast bereits negative
Erfahrungen mit Ebook-Piraterie gemacht. Wie stehst Du generell zum Ebook
(gerade auch als Self-Publishing-Millionärin)?
Bevor ich selbst
Selfpublisherin geworden bin, fand ich Ebooks grauenvoll! Na ja, ich war der
Meinung, dass NICHTS gegen ein „richtiges“ Buch ankommen kann, aber jetzt
möchte ich meinen Reader für nichts auf der Welt hergeben. Er ist handlich,
immer dabei und ermöglicht es mir, nicht nur unkompliziert ein Buch zu kaufen,
sondern es auch zu „verkaufen“.
© Sonja Kochmann
Du hast auch ein Pseudonym
unter dem Du historische Romane geschrieben hast. Willst Du zukünftig auch in
mehreren Genres veröffentlichen oder bleibst Du den Titans treu?
Den Titans bleibe ich immer
treu, aber ich werde auch weiterhin historische Liebesromane veröffentlichen
und andere Reihen beginnen bzw. fortsetzen.
Wie war die Leipziger
Buchmesse für Dich?
Jede Buchmesse ist der
Wahnsinn! Niemals hätte ich geglaubt, dass Buchmessen einen solchen Spaß machen
können. Mich mit meinen Leserinnen treffen und mit ihnen quatschen zu können,
ist großartig.
Kannst Du uns schon etwas
von Deinen Projekten für 2015 erzählen? (Ich hab da etwas von Uniformträgern
gehört.)
Bisher sind ein Titans-Band,
ein Fitzpatrick-Band und der erste Teil der „Ashcroft-Saga“ erschienen, jedoch
war das nur der Anfang. In Kürze erscheinen ein neuer Kurzroman sowie der
zweite Teil der „Ashcroft-Saga“. Anschließend erscheint Band 12 der New York
Titans-Reihe und Ende des Jahres der dritte Teil der Familie Ashcroft.
© Sonja Kochmann

 

Die lockere und fröhliche Art der Autorin spiegeln sich im Schreibstil wider, so dass ich jedem nur zum Griff zu einem echten Poppy J. Anderson raten kann.

Vielen Dank für das Interview und auf die nächste Million.


© Sonja Kochmann




© Sonja Kochmann