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Kinderbuch

Rezension

Rezension // Dr. Ina Schmidt – Das kleine Ich auf der Suche nach sich selbst

Wieso weshalb warum…wer nicht fragt bleibt dumm….so habt Ihr jetzt alle einen Ohrwurm? Oder bluten Euch ohnehin die Ohren von der Fragephase? Wissbegierige kleine Kinder können Fluch und Segen zu gleich sein und mit diesem Buch habt ihr einen tollen Begleiter, wenn das Kind anfängt, seine Persönlichkeit zu entdecken und auszubilden.

Hier haben wir das kleine Ich. Es ist derzeit allein und hat gaaaaaaaaaaaaaanz viel nachzudenken. Dabei hätte es gern Unterstützung und wie funktioniert das überhaupt alles so? Denken und reden mit sich selbst? Findet man da eine Lösung? Das Ich beschließt sich auf die Suche zu begeben und findet ganz schnell andere Ichs.

Das Buch wurde von Dr. Ina Schmidt in kindlicher Sprache geschrieben. Die Geschichte des kleinen Ich eignet sich zum Vorlesen und vielleicht für die größeren zum begleiteten Selberlesen. Nach jedem Kapitel spricht die Autorin die Kinder direkt an. Ein Denkanstoß passend zum Verlauf der Geschichte. So lernen die kleinen Leser tatsächlich bereits (versteckt) Nietzsche, Archimedes, Platon und Schiller kennen. Durch die Zeichnungen von Lena Ellermann habe auch ich als Erwachsene das kleine Ich ins Herz geschlossen. Schließlich schadet es den Großen auch nicht, mal über sich selbst nachzudenken.

Philosophisches Denken gibt es seit über 2000 Jahren. Man kommt nicht immer zu Lösungen, aber die Suche danach, gibt Groß und Klein eine Orientierung.

Das kleine Ich erkennt, dass man manchmal neue andere Wege gehen sollte (auch wenn einem manchmal mulmig dabei ist). Das Treffen des wütenden, des ängstlichen, des frechen und den anderen Ichs kam mir ein bisschen vor, wie der erste Tag im Kindergarten. Man erkennt die Eigenschaften des anderen (Ichs), versteht, akzeptiert sie und wächst mit Ihnen auf.

Fazit: Es ist ein wunderschönes Buch für die Kleinen, aber auch als Geschenkbuch für die Großen geeignet. Seid mutig, Denken und Erkennen schadet nicht. Ich vergebe volle Punktzahl.

 

Verlag: Carlsen

erschienen: 2021

Seiten: 64

ISBN: 978-3551250803

Rezension

Rezension // Maja Lunde – Die Sonnenwächterin: Eine Frühlingsgeschichte (Jahreszeitenquartett #2)

Vor einigen Jahren zog Maja Lundes Buch „Die Schneeschwester“ bei mir ein. Ich fand es wunderschön. Als ich nun vor einigen Tagen beim Blättern das Cover zu „Die Sonnenwächterin“ gesehen habe, musste ich stutzen: Eine Fortsetzung? Ja. Nein. Es werden vier Bücher, das sogenannte Jahreszeitenquartett. Sie beinhalten eine in sich abgeschlossene eigenständige Geschichte, die die jeweilige Jahreszeit thematisiert. „Die Schneeschwester“ ist der Winter. „Die Sonnenwächterin“ stellt den Frühling dar.

© Sonja Kochmann

Das bedeutet, wir können uns also noch über zwei weitere Bücher mit den wundervollen Zeichnungen von Lisa Aisato freuen. Sie haucht neben dem wundervollen Schreibstil von Maja Lunde, den Figuren und der Landschaft Leben ein. Jede Falte und jedes Haar sind detailreich im großen Ganzen dargestellt. Das Bild wirkt lebendig und man kann die Sonne und den Regen fühlen…

© Sonja Kochmann

Regen….immer Regen….alles ist nass und grau. Lilja kann sich kaum noch erinnern, wie es war, als die Sonne schien. In dieser trüben und tristen Welt hat man immer nasse Füße und ist erkältet. Eine schreckliche Vorstellung. Doch es kommt noch schlimmer: Weil die Sonne fehlt, wächst kaum noch etwas, alle haben Hunger. Liljas Großvater versorgt das Dorf, in dem sie lebt, mit Gemüse aus seinem Gewächshaus. Doch es reicht einfach nicht. Eines Tages entdeckt Lilja einen geheimen Weg vom Gewächshaus in den Wald. Dort wo es dunkel ist und keiner hin darf. Sie ignoriert die Warnung und macht eine alles verändernde Entdeckung.

Das Buch thematisiert in Märchenform ein ernstes Thema: Wem gehört die Sonne bzw. die Natur? Beides kann Fluch und Segen sein. Ohne Sonne wächst keine Nahrung und es ist kalt und nass. Die passenden Aquarellzeichnungen haben mich beim Lesen und Blättern schniefen und bibbern lassen. Mit brennender sengender Sonne vertrocknet und stirbt jedoch alles. Wie kann der Mensch das Gleichgewicht wiederherstellen bzw. erhalten? Eine Frage, die Maja Lunde in dem Buch „Die Geschichte des Wassers“ ja schon eindrucksvoll in der Belletristik geschildert hat. Hier wurde es nochmals anschaulich aufbereitet.

Nach der Lektüre ist man dankbar, satt zu sein und ein warmes sicheres Heim zu haben. Dies ist alles nicht selbstverständlich. Mit diesem Buch kann man es durch Vorlesen und Anschauen auch den Kleinen verdeutlichen. Denn die Kleinen sind, wie auch im Buch dargestellt, die Zukunft und der Frühling. Ich vergebe volle Punktzahl und bin gespannt auf den Sommer….

 

 

Verlag: btb Verlag

erschienen: 2021

Seiten: 208

ISBN: 978-3442759330

Rezension

Rezension // Eric Mayer – Eric erforscht: Die Kräfte der Natur (Eric erforscht #3)

Wissenskribbeln; das treibt Eric Mayer an. Für die ZDF-Kinderwissenssendung PUR+ hat sich Eric mit seinem Hund den Naturgewalten gestellt. Krasse Fakten und unvergessliche Momente finden sich in diesem Kindersachbuch wieder.

Bunt und vielfältig werden die Sonne, Wüsten, Vulkane, Erdbeben, Tsunami, Eis und Gletscher, Gezeiten, Regen, Blitz und Donner und der Wind vom Lüftchen bis zum Orkan durchleuchtet. Wie ein kariertes Notizbuch werden Bilder, Skizzen, Diagramme zusammengetragen. Am Rand finden sich Anmerkungen und Seitenverweise. Da kann man beim Lesen manchmal ganz schön durcheinanderkommen. In den Texten werden jedoch Schlagworte hervorgehoben und umgangssprachlich mit Faktenfragen („Bester Geschmack ever“ oder „Was geht im Inneren der Erde ab?“) garniert.

Die Experimente und Reisen werden immer von Profis begleitet und mögliche Gefahren und das richtige Verhalten aufgezeigt. Hier findet sich für jeden ein spannendes Thema!

Hey, sogar ich hab gelernt, dass das tiefste Loch 12.262 Meter tief ist, es einen Eisfrosch gibt, der in seiner Leber Traubenzucker produziert und dass das gesamte Wasservorkommen der Welt 1.400 Trillionen umfasst! Könnt Ihr Euch das vorstellen? Sogenannte krass-das-vergesse-ich-nie-Momente sind übrigens einige zu finden.

Wer also noch etwas Wissen auffrischen oder dazulernen will, der kann mit Eric forschen: 8 von 10 Punkten für eine neu entdeckte Sachbuchreihe; denn es gibt bereits einige andere Bücher….und wer auch gern zu hört, für den findet sich ein QR-Code zum Podcast. Daumen hoch vom Sohnemann und Mama.

 

Verlag: Carlsen

erschienen: 2021

Seiten: 144

ISBN: 978-3551252166