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Mira Taschenbuch

Rezension

Rezension // Jane Linfoot – Sommer im kleinen Brautladen am Strand (Wedding Shop #3)

Die Besitzerin von „Brides by the Sea“ Jess bietet Lily nach einem dringend benötigten Neuanfang einen Job an. Sie soll die Dekorationen für die Hochzeitslocations machen.

Für Lily erstmal eine kurzfristige Lösung, so kann sie immerhin ihren Freundinnen Sera, Poppy, Immie und Jess helfen und ihre Mutter und Immie bei den Hochzeitsvorbereitungen unterstützen.

Doch für Poppy und Rafe und dem Gutshof Daisy Hill gibt es ordentlich Konkurrenz, denn im Herrenhaus Rose Hill Manor sollen jetzt auch Hochzeiten satt finden. Und ausgerechnet organisiert von Kip Penryn….

„Sommer im kleinen Brautladen am Strand“ ist der dritte Band der Reihe und kann auch gut gerne allein gelesen werden. Wer allerdings die Freundinnen und allerlei Hochzeitspannen und die Vorgeschichten wissen will, sollte empfehlenswerter Weise die Reihenfolge einhalten.

Wir haben hier ein sehr abwechslungsreiches Buch: Lily braucht einen Neuanfang nach gescheiterter Ehe und Kündigung im Job, ihre Mutter versucht sie ständig zu verkuppeln und hat nach 5 Jahren Witwendasein auf einmal einen Verlobten. Nicht einfach sich da auf die wesentlichen Dinge zu konzentrieren.

Immie konkurriert mit der Ex ihres Verlobten, was zu einem wahren Instagram Fight der Bräute ausartet und teilweise sehr witzig und beinahe wichtiger als die Haupthandlung war.

Kip großer Konkurrent und bereits in seiner Jugend als Bad Boy verschrien, möchte ebenfalls ein Stück vom Hochzeitskuchen. Ich habe Kip und Lily teilweise als sehr zänkisch empfunden. Das typische Katz- und Mausspiel viel hier sehr langatmig und schlicht aus, so dass ich erst im letzten Viertel mit diesem Pärchen warm wurde.

Ich vergebe daher 8 von 10 Punkten. Ein Tost auf dieses Buch, dass die Cocktailrezepte gleich mitliefert.

 

Verlag: MIRA Taschenbuch

erschienen: 2019

Seiten: 272

ISBN: 978-3745700145

Rezension

Rezension // Sarah Morgan – Die Stunde der Inseltöchter

Sarah Morgan ist für mich eine Autorin, die lustigen und leichten Lesegenuss im Liebesromanbereich garantiert. Daher hat mich dieses Buch überrumpelt. Denn es ist vom Stil tatsächlich anders. Es ist ernster und fordert von den Protagonisten weit mehr, als einen Sprung über den eigenen Schatten.

Lauren lebt mit ihrem Mann Ed und Ihrer Tochter Mack in Notting Hill. Sie ist eine „Vorzeigemutter“. Als Ed stirbt, gerät ihr gut organisiertes Leben ins Wanken. Mack konfrontiert sie mit einem lang gehüteten Geheimnis, dessen Bekannt werden alles ändern wird.

Die Rückkehr nach Martha’s Vineyard zu ihrer Mutter ins alte Kapitänshaus und zu ihrer Schwester bringt alles und noch viel mehr ans Licht…

Diese ernsten Saiten, die die Autorin anklingen lässt, haben mich geschockt. Als ich zu diesem Buch griff, hatte ich lustige Dialoge und die typisch putzigen Eigenarten ihrer Protagonisten erwartet! Vielleicht hätte mich das abweichend gestaltete Cover warnen sollen?!

Ich legte das Buch erst einmal beiseite, da ich nicht in der richtigen Lesestimmung war, für ernste Töne. Das Buch ähnelt ein bisschen der ernsteren Blackberry Island Reihe von Susan Mallery; wobei dieses Buch ein Einzelband zu sein scheint.

Der Leser erfährt, dass Lauren schnell erwachsen werden musste; sie entschied sich für eine gute und sichere Ehe mit Ed, um Mack sicher aufwachsen zu lassen. Nach seinem Tod ist diese Sicherheit vorbei. Sie muss lernen, auf ihre Wünsche einzugehen und ihre Träume umzusetzen. Auch eine neue/alte Liebe wartet auf sie.

Eine Entwicklung, die der Autorin sehr einfühlsam gelungen ist. Man ist am Ende des Buches doch ein wenig stolz auf die Protagonistin.

Wir lernen auch noch ihre Schwester Jenna kennen, die als Grundschullehrerin die Kinder anderer Leute tagtäglich um sich hat, obwohl sie selbst verzweifelt versucht, schwanger zu werden. Eine herzzerreißende Situation.

Der in Vergessenheit geratene Zusammenhalt der Schwestern verstärkt sich wieder und auch ihre scheinbar distanzierte Mutter schafft es, Unsicherheiten zu überwinden und die Schatten der Vergangenheit abzuwerfen.

Alle müssen feststellen, dass jeder seine Gründe für die Geheimnisse hat/ hatte.

Trotz der Anfangsschwierigkeiten finde ich, dass „Die Stunde der Inseltöchter“ ein gelungenes ernstes Buch ist, das einen am Ende seufzen lässt: volle Punktzahl.

(Vielleicht wären die Anfangsschwierigkeiten zu vermeiden gewesen, wenn ein Hinweis des Verlages über den anderen Schreibstil in dem Klappentext zu finden gewesen wäre, denn die Autorin betont dies im Nachwort selbst!)

 

Verlag: Mira Taschenbuch

erschienen: 2019

Seiten: 416

ISBN: 978-3956498497

Rezension

Rezension // Anne Barns – Honigduft und Meeresbrise

Geliebte Martha, so beginnt ein Brief der 80 Jahre unterwegs war. Geschrieben im Dezember 1941, wurde er in den Kriegswirren der damaligen Zeit abgefangen. Als Annas Oma den Brief für ihre Mutter erhält, offenbart er ein Geheimnis. Sie beschließen beide nach Ahrenshoop zu fahren und ein wenig zu forschen.

Anne Barns gehört bereits seit „Apfelkuchen am Meer“ zu meinen Lieblingsautorinnen. Die Mischung aus Familiengeheimnissen, Rezepten und den geschilderten Landschaften sind wirklich stets gelungen und lassen den Leser beim Lesen den Alltag vergessen.

Die junge Protagonistin Anna hat derzeit einige private Entscheidungen zu treffen: nach dem Tod der Freundin Mona muss sie feststellen, dass das Leben weiter geht und sie mit ihrem Freund nicht mehr viel verbindet als der schlichte Alltag. Monas Freund Timo jedoch war schon immer mehr in ihren Augen, doch sie hielt sich stets zurück. Es stehen Entscheidungen an, die ihr einfach zu viel sind und da kommt der mysteriöse Brief ganz recht.

Eine Fahrt von Lüdinghausen nach Ahrenshoop steht an. Denn das zu enthüllende Familiengeheimnis betrifft schließlich auch Anna. Anna ist eine sympathische Protagonistin, die im Laufe des Buches eine ansehnliche und glaubwürdige Entwicklung durchmacht.

Annas Oma ist wirklich spitze. Obwohl sie nicht mehr die Jüngste ist, geht sie der Imkerei nach und mästet ihre Enkelin, wie man es von Omas so gewohnt ist. Dass die Leidenschaft der Imkerei auch mit Martha zu tun hat, wird der Leser mit appetitanregenden Rezepten erfahren. (Für alle, deren Diätplan es zulässt, sind die Rezepte natürlich, wie gewohnt, im Anhang abgedruckt.)

Ich liebe ja das Meer und Anna bekommt durch ihren Aufenthalt dort, die dringend benötigte Entschleunigung und findet neben der Aufklärung  auch ausreichend Ruhe zu malen und um die richtigen Entscheidungen zu treffen. Da möchte man sich doch gleich mit auf die Decke setzen und die Zehen in den Sand graben.

(Achtung: Wer gern hinten im Buch die Rezepte nachschlagen will; dort ist auch ein Stammbaum abgedruckt. Wer sich also nicht selbst spoilern will, sollte erst am Schluss die Rezepte nachschlagen. Mir ist es nämlich passiert, was allerdings dem Lesespaß keinen Abbruch zugefügt hat.)

Das Buch lebt von kleinen Details, wie einer getöpferten Tasse, eine Muschelkette, ein Plausch mit dem Postboten, eine wiedergefundene Freundin, Aquarellbilder und einigen redseligen Nebenprotagonisten. Ich frage mich, ob die auskunftsfreudige Josefine wohl irgendwann ihr eigenes Buch bekommt?

Ich lege Euch das Buch mit dem Zitat: „Der Krieg ist wie das Meer. Es gibt nicht immer zurück, was es genommen hat.“ ans Herz und vergebe volle Punktzahl mit Honigbienchen.

 

Verlag: Mira Taschenbuch

erschienen: 2019

Seiten: 352

ISBN: 978-3745700046