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Heyne

Rezension

Rezension // Charlotte McGregor – Eine Destillerie für Kirkby (Highland Hope #3)

Auf nach Kirkby!

Ich liebe „small town“ Geschichten. Man lernt liebenswerte und schrullige Charaktere kennen und es ist meist sehr idyllisch dort. Ein paar Problemchen hier und da, garniert mit einer Liebesgeschichte und schon hat man einige Stunden wundervollen Lesegenuss. Im Verlauf einer Reihe freut man sich auf ein Wiedersehen mit bereits mit Liebesglück versorgten Charakteren und erhascht bereits einen Ausblick auf nachfolgende Paarungen oder Entwicklungen.

Shona ist das Nesthäkchen der Familie Fraser. Bislang immer familiär ordentlich betüdelt und durch den Tod der Mutter irgendwie ohne weibliches Vorbild zog sie immer ihr „Ding“ allein ohne Verpflichtungen durch. Als sie nun in Kirkby die Arbeit in der verwaisten Destillerie aufnimmt, merkt sie, dass sie eine Menge Verantwortung und Arbeit zu stemmen hat. Als ihr Alpaka Nessie bei der Eröffnungsfeier zuviel Gin aus den Gläsern schlabbert und dem neuen Tierarzt Kendrick McIntosh vor das Auto tockelt, fliegen schnell die Fetzen.

Kendrick ist anfänglich empört über das fehlende Verantwortungsbewusstsein der Alpakahalterin. Doch nach einer Reihe von Ereignissen in Kirkby lernen sie sich von einer anderen Seite kennen….

Ja, so ein moderner Singlemensch hat es in den Highlands nicht leicht. Schließlich ist das Jagdgebiet örtlich und anzahlmäßig erheblich eingeschränkt. Wenn man da zu Tinder greift, wischt man schnell ein bekanntes Gesicht von links nach rechts oder andersherum. Als sich Shona und Kendrick dann auch noch beim Ceilidh Tanz gegenüberstehen knistert es ordentlich. Ein gelungener Auftakt, der zeigt, dass es einfach sein könnte, es aber im Alltag natürlich nicht ist.

Shona ist impulsiv, genauso wie ihr Tanzstil und ihre Lebensweise. Bislang hat sie ihr Herz vor einer festen Beziehung verschlossen. Kendrick dagegen wurde enttäuscht, betrogen und in seiner Männlichkeit gekränkt. Er will sich eigentlich nach Kirkby vor seiner Familie zurückziehen.

Doch Kirkby wäre nicht Kirkby, wenn da nicht ordentlich mitgemischt wird: hier wird getratscht und gekuppelt, was das Zeug hält. Besonders charmant werden die Einmischungen diesmal durch die pensionierte Reporterin Betty und den Pfarrer Jack. Aber auch die schottischen Haudegen Marlin und Rupert haben ihren Teil beizutragen. Langweilig wird es hier nie und …. das müsst ihr selbst herausfinden. Ich vergebe volle Punktzahl! Wer nach Shonas und Islas Tätigkeiten Appetit bekommt für den hält die Autorin ein Rezept und Infos über Whisky bereit. Slàinte mhath.

 

Verlag: Heyne

erschienen: 2021

Seiten: 480

ISBN: 978-3453425118

Rezension

Rezension // Charlotte McGregor – Highland Hope: Ein Pub für Kirkby (Highland Hope #2)

Auf geht es wieder in die Highlands zu den Frasers. Nachdem im Vorband Alex Fraser verkuppelt wurde, ist nun Isla dran. Die temperamentvolle, kantige und manchmal sehr direkte Sterneköchin wirbelt nicht nur in ihrer Küche herum, sie wirbelt auch bald das Leben von Jon Grant durcheinander.

Dieser hat sich von seinem Studienfreund Collum zum Ausstieg bequatschen lassen. Nach einem Burn-out plant er, sich den Traum vom eigenen Pub zu erfüllen und kann den Lockrufen vom emsigen Bürgermeister nicht widerstehen. Er kann aber auch dem Drang nach Schokoriegeln und Neckereien mit der anfänglich biestigen Isla nicht widerstehen und schon fliegen schnell die Fetzen und Funken.

Obwohl Isla nicht seinem normalen Beuteschema entspricht und Kirkby nicht die Vorzüge einer Metropole wie London hat, fühlt er sich mehr und mehr zu Hause.

Der Schreibstil von Charlotte McGregor und die Schilderungen von Kirkby lassen einen (genau wie Jon) entschleunigen. Solche netten Nachbarn, auch wenn sie ein bisschen neugierig sind, hätte man doch auch gern…..oder einen idyllischen Pub für ein Gläschen am Abend….oder aber sogar das Menü, was Isla ihrer Kundschaft kredenzt. Ich muss Euch warnen, ich hatte beim Lesen teilweise ordentlich Hunger.

Als Islas Konkurrent Rodney Swinton die Messer wetzt, zeigt sich, wer das Herz am rechten Fleck hat. Tatsächlich finden sich ein paar sozialkritische Töne im kulinarischen Wettkampf wieder und da der Gegner mit unfairen Mitteln kämpft, wird es tatsächlich kritisch für das junge Glück.

Spritzige Dialoge, in einem Wohlfühlort mit grüner Landschaft drumherum, Liebe, einem Tierbonus und ein paar schrulligen Nebenprotagonisten, die den Wunsch nach noch vielen Teilen der Highland Hope Reihe wecken und schon ist der Lesegenuss perfekt: volle Punktzahl!

 

Verlag: Heyne

erschienen: 2021

Seiten: 496

ISBN: 978-3453424845

Interview

Interview // Nele Blohm (Mila Summers) – Wie das Leuchten von Bernstein

Das Buch “Wie das Leuchten Leuchten von Bernstein” habe ich schon vor einigen Wochen gelesen. Geplant war zeitnah ein Interview mit Mila Summers, die nämlich hinter Nele Blohm steckt. Allerdings hat mich Home Office, Home Schooling und die Rückkehr zum Präsenzunterricht mit diversen Ausfällen im Stundenplan ordentlich auf Trab gehalten. Um so erstaunlicher, dass Autorinnen Wie Mila Summers bei all dem Gewusel zu Hause noch so schöne Bücher schreiben können, die uns das derzeitige Chaos vergessen lassen:

Wer oder was hat Dich zum Schreiben gebracht? Wolltest Du schon immer Autor/in werden?

Ich schiebe es nach all den Jahren noch immer auf die Hormone während meiner ersten Schwangerschaft 😉

Tatsächlich wollte ich nie Autorin werden, obwohl ich schon immer sehr gerne Geschichten geschrieben habe.

Wie lange dauerte das Schreiben von „Wie das Leuchten von Bernstein“?

Für „Wie das Leuchten von Bernstein“ (die reine Rohfassung, ohne Überarbeitung, Lektorate und Korrektorat) habe ich rund 8 Wochen gebraucht.

Wie lange dauerte es, bis Du einen Verlag für Dein Buch „Wie das Leuchten von Bernstein“ gefunden hast?

Das Suchen übernimmt zum Glück meine Agentin. Und fündig ist sie auch geworden. Es war letztlich so, dass ich mich sogar zwischen einigen Verlagen entscheiden musste. Das ist immer nicht ganz einfach.

Was verbindet Dich mit Hiddensee?

Die Sehnsucht zum Meer und die Liebe zur Ostsee. Im vergangenen Sommer durfte ich mit meiner Familie auf der Insel zu Gast sein. Und ich werde bestimmt wieder einmal dorthin reisen. Soviel steht fest.

© Mila Summers

 

Hast Du die Rezepte im Buch alle selbst kreiert?

Nein, aber verfeinert 😉

Warum das Pseudonym Nele Blohm, wenn es Mila Summers doch auch schon in die Buchläden geschafft hat? Magst Du noch ein bisschen über Deine anderen Bücher berichten?

Der Heyne-Verlag wollte ein deutsches Pseudonym für mein „Wie das Leuchten von Bernstein“. Unter dem Namen „Mila Summers“ schreibe ich v.a. Geschichten, die in Schottland und Cornwall situiert sind.

© Mila Summers

Wie schreibst Du? Wie verläuft ein Arbeitstag bei Dir (vor allem wenn kleine Kinder herumwuseln)?

Wenn meine große Tochter (1.Klasse) Präsenzunterricht hat, was momentan leider nur sehr selten vorkam, dann schreibe ich meist von 9-14 Uhr. Zum Schreiben selbst brauche ich absolute Ruhe. Die Nachmittage verbringe ich dann mit meinen Kindern. Falls doch noch etwas zu erledigen ist (mit dem reinen Schreiben ist es ja noch lange nicht getan), dann setze ich mich auch schon öfter mal abends hin, wenn die Kleinen schlafen.

Wer ist Dein Lieblingsschriftsteller?

O, da mag ich mich nicht festlegen, weil ich auch immer wieder neue gute und lesenswerte Autor*innen kennenlerne.

Was ist Dein Lieblingsbuch?

Ich mag die Bücher von Agatha Christie sehr gerne. Sherlock Holmes zählt auch zu einem meiner Lieblinge.

Hast Du neben dem Schreiben noch Hobbys?

Das Schreiben ist mein Beruf 😉 Zu meinen Hobbys zähle ich das Lesen, das Reisen und das Backen.

Was liest Du gerade?

”Stay away from Gretchen“

Wie stehst Du zum Ebook?

Ohne das Ebook gäbe es mich heute wohl nicht als Schriftstellerin. Dementsprechend aufgeschlossen und dankbar stehe ich dem Medium gegenüber.

Du schreibst gerade an dem Buch für Caro. Wie stehst Du zu Buchreihen? Bist Du davon begeistert, oder magst Du lieber Einzelbücher?

Caros Buch, wie ich es jetzt einfach mal nenne, weil ich noch keinen Titel nennen darf, ist eine Standalone. Die Geschichte kann komplett ohne Maries Geschichten (Wie das Leuchten von Bernstein) gelesen werden. Reihen mag ich persönlich nur, wenn man jedes einzelne Buch auch allein lesen kann. Außer Harry Potter, natürlich.

Darf man schon ein bisschen was über Caro erfahren?

Caro lässt ja bereits in „Wie das Leuchten von Bernstein“ ihr Leben in München hinter sich und verwirklicht sich auf Hiddensee mit dem Traumschlösschen einen großen Traum. Sie hängt ihren Job als Anwältin an den Nagel und wird Buchhändlerin. Gemeinsam mit ihrer Freundin Marie betreibt sie ein Geschäft, in dem man Bücher und Blumen kaufen kann. Alles könnte so schön sein, wäre da nicht ihre Mutter. Die hält nämlich weder von der fixen Idee eines Buchladens noch von der Insel Hiddensee besonders viel. Und als sie dann auch noch ihren Urlaub ankündigt und Caro in einem ganz entscheidenden Punkt nicht ganz ehrlich zu ihr war, wird es … Spannend!

Das Gespräch mit Svenja Lassen auf Instagram war toll. Was verbindet Dich mit dieser Autorin?

Ich würde sagen, wir beide sind gute Freundinnen geworden, hören uns beinahe täglich. Das mag ich so an meinem Beruf: Man kann immer wieder neue Menschen kennenlernen, egal ob sie an der Nordsee sitzen oder im Schwarzwald.

Welche/n Autor/in würdest Du gerne mal treffen? Welche Frage würdest Du stellen?

Mit Kerstin Gier würde ich gerne mal zu einem Afternoon Tea. Ich glaube, ich würde sie einfach mal erzählen lassen und den Fangirlmoment in vollen Zügen auskosten.

Vielen Dank für diese Einblicke und ich freue mich jetzt schon auf Caros Buch. Auch einen Ausflug nach England habe ich mir auf der Wunschliste notiert.

© Sonja Kochmann