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Liebe

Rezension

Rezension // Kate Meader – Love Recipes: Verführung à la carte (Kitchen Love #1)

Nachdem Köche sich ja bei Liebesromanen als neue Millionäre etabliert haben, hat Kate Meader mit der Kitchen Love Reihe eine neue Liebesromanreihe rund ums Essen und dessen köstliche Zubereitung geschaffen. (Also Finger weg, wenn Ihr tapfer eine Diät macht.)

Der britische TV Koch Jack Kilroy fordert für ein neues TV Format den Koch eines kleinen italienischen Familienrestaurants heraus. Die Tochter des Kochs Tony „Il Duce“ DeLuca Lili will in ihrem Leben endlich mal ein bisschen Abwechslung und beschließt, den für seine Eskapaden bekannten Fernsehkoch zu verführen. Doch der hat von Oberflächlichkeit ausgerechnet jetzt genug und sucht eine ernsthafte Beziehung……

Der Schreibstil der Autorin lässt sich angenehm und flüssig lesen. Die Protagonisten fetzen sich schlagfertig (sogar mit Pfanne) bereits ab der ersten Seite. Es wird schnell klar, die beiden sind dermaßen angetörnt voneinander, dass es unglaubwürdig erscheint, dass sich dies über das gesamte Buch hinziehen wird. Doch weit gefehlt, durch ihre Vergangenheit haben sowohl Jack als auch Lili ihre Päckchen zu tragen und haben noch einige Lösungen für aufkommende Probleme zu finden.

Lili kann kaum aus ihrer Rolle der verantwortungsbewussten Tochter, die sich um Betrieb und ihre schwerkranke Mutter kümmert. Sie ist nach langer Zeit endlich zufrieden mit sich und ihrem kurvigen Körper. Um aus diesen Zwängen ausbrechen, hofft sie auf ein Stelldichein mit dem Promikoch.

Jack dagegen hat inzwischen Zweifel an der Aufrichtigkeit der Personen in seiner Umgebung. Er kann die Oberflächlichkeit, die im Showbizz herrscht, nicht mehr ertragen und sucht eine ehrliche Schulter zum Anlehnen.

Das Kochduell wirbelt zusätzlich alles durcheinander, so dass es durchaus turbulent zwischen den Topfen zugeht. Die Prise Erotik kommt dennoch nicht zu kurz, denn die beiden verbrennen sich ab und an die Finger aneinander. Dies war mir an einigen Stellen etwas zu sehr in die Länge gezogen, so dass ich 8 von 10 Punkten vergebe.

Dennoch freue mich auf die Folgebände mit Shane Douglas und Tad DeLuca, die hier schon am Rande ihren Einsatz hatten.

 

Verlag: Piper Paperback

erschienen: 2020

Seiten: 384

ISBN: 978-3492062046

Rezension

Rezension // Anne Barns – Kirschkuchen am Meer

Als bei der Seebestattung Ihres Vaters unerwartet eine unbekannte Frau auftaucht, ist Marie irritiert. Ein Hinweis führt sie auf die Insel Norderney. Da sie ohnehin gerade eine Auszeit benötigt, fährt sie zusammen mit ihrer Mutter und ihrer Oma dort hin. Sie erfährt Dinge über ihren Vater, die sie ihre eigene Zukunft überdenken lassen….

Marie war mir von der ersten Seite an sympathisch. Denn bei ihr läuft es gerade etwas unrund: Sie hat Zweifel an der gemeinsamen Zukunft mit ihrem Freund Marc und ihren Job erledigt sie zwar gut, aber es macht sie nicht glücklich. Als die Nachricht vom Tod des Vaters eintrifft, ist sie hin und her gerissen, ob sie überhaupt Abschied nehmen soll. Denn immerhin verließ dieser ihre Mutter.

Doch ihre hochschwangere Schwester, ihre Mutter und ihre Oma überreden sie und Muttern und Oma kommen sogar noch mit. Es wird ein 3 Generationen Powerfrauen Trip, der mich ein ums andere Mal schmunzeln ließ. Diese Drei haben wirklich den Schalk im Nacken und schnell kommt gute Laune auf. Obwohl dies ein trauriger Anlass ist, ist es Anne Barns gelungen, die Atmosphäre wunderschön zu beschreiben.

Doch durch die Entwicklungen im Buch geht es schnell von Hooksiel nach Norderney. Ein Roadtrip, der Marie einige Geheimnisse über ihren Vater offenbart und ihr selbst den Mut für die Zukunft zurückgibt.

Achtung, wer derzeit noch fastet oder Diät betreibt, der wird hier in arge Versuchung geführt. Hier wird geschlemmt und massenhaft Leckeres produziert und konsumiert, (Für leckrig Gewordene gibt es, wie gewohnt, Rezepte im Anhang.)

Einen besonderen Gastauftritt gibt es auf Norderney für Stephan Freisleben und Matthias Schnatz, die realen Betreiber des Ladens Bittersüss, und ihrem Kirschröster (Ihr seid neugierig geworden? Dann besucht ihren Online-Shop, denn gerade jetzt zählt jede Bestellung! Dazu jedoch an anderer Stelle auf der Homepage mehr.)

Da ich selbst die Insel Norderney seit frühster Kindheit immer wieder besuche, waren für mich die literarischen Ausflüge zur Marienhöhe, zur Weißen Düne oder zum Conversationshaus einfach wundervoll. Wer die anderen Bücher von Anne Barns kennt, wird zusätzlich mit einem kleinen Ausflug nach Juist belohnt. Die anderen Bücher sind allerdings für das Verständnis nicht notwendig.

Ich vergebe volle Punktzahl und lege dieses Buch all denjenigen ans Herz, die dringend einen Tapetenwechsel benötigen (aber dies derzeit nicht dürfen/können). Dieses Buch bringt Euch auf andere Gedanken; vertraut mir!

 

Verlag: HarperCollins

erschienen: 2020

Seiten: 352

ISBN: 978-3959674195

Rezension

Rezension // Jenny Colgan – Happy Ever After: Wo das Glück zu Hause ist (Happy Ever After #1)

Jenny Colgan hat nach einer Bäckerei und einer Sommerküche ein neues Objekt für ihre Wohlfühlbücher gefunden: ein Bücherbus!

Als die Bibliothekarin Nina wegrationalisiert und ihre Bücherei geschlossen wird, erfüllt sie sich mutig ihren Herzenswunsch: einen kleinen Buchladen und damit dieser die Leser auch überall erreicht und die Kosten nicht zu hoch sind, verlegt sie diesen in einen alten Bus. Der damit verbundene Umzug von der Stadt in die schottischen Highlands ist für Nina anfänglich ein Kulturschock, denn die Bewohner sind hier so anders….und einer ganz besonders….

Nina war mir bereits auf den ersten Seiten sympathisch. Ein kleiner Bücherwurm, der Bücher hortet und beschützt und von Mr. Darcy, Heathcliff und Christian Gray träumt. Sie bekommt die Chance, aus der Not eine Tugend zu machen, rettet die Bücher der Bücherei und erfüllt sich einen lang gehegten Traum. Mutig und beneidenswert.

Jenny Colgan schildert wundervoll die schottische Landschaft und die damit verbundene Freiheit. Zurückgelassen werden die erdrückende Stadt und das hektische Treiben dort. Man meint fast, die Atmosphäre des Buches beim Lesen wahrnehmen zu können. Das Buch ist durch den angenehmen Schreibstil Balsam für die Seele und ich konnte es kaum aus der Hand legen.

Es ist vielseitig, da die Bewohner der Highlands mit ihren unterschiedlichen Charakteren für Nina einige Herausforderungen bereithalten. Freundschaften werden geschlossen und sie integriert sich nach und nach in die ländliche Gemeinschaft. Ein bisschen musste ich an die alte TV-Serie „Der Doktor und das liebe Vieh“ denken, denn der mürrische Bauer von nebenan fordert Ninas Hilfe an und berührt auch ihr Herz…

Mehr verrate ich nicht. Lest dieses Buch unbedingt selbst. Ich liebe es und vergebe volle Punktzahl.

Unabhängig von der Bewertung finde ich, das Cover und Titel sehr unglücklich gewählt wurden. Wäre es kein Buch von Jenny Colgan ich hätte es vermutlich im Laden gelassen. Die Art des Covers und auch der Titel sagen mir überhaupt nicht zu. Man hat auch keinen Wiedererkennungswert, wie bei den anderen Titeln. Man hätte sich hier mehr am englischen Titel „The Little Shop of Happy Ever After“ orientieren und die Machart der bisherigen deutschen Cover beibehalten sollen.

 

Verlag: Piper

erschienen: 2020

Seiten: 448

ISBN: 978-3492316347

 

© Sonja Kochmann