Interview

    Interview // Franziska Jebens – Die Liebe fällt nicht weit vom Strand

    Angetan von dem Buch “Die Liebe fällt nicht weit vom Strand” habe ich im Internet ein bisschen nach der Autorin gestöbert. Unter www.franzsikajebens.de und www.amfeuerimwald.de bin ich fündig geworden. Auch bei Instagram ist die Autorin unter kaffeemitkaeuzchen zu finden. Über die Seite kam schnell ein Kontakt zustande und ich darf Euch hier ein kleines Interview präsentieren:

    2018 Eden Books Franziska Jebens //  Franziska Portrait vor Holzwand // ©Nico Klein-Allermann

     

    Wer oder was hat Dich zum Schreiben gebracht?

    Meine Eltern und Großeltern haben mir als Kind viel vorgelesen und irgendwann habe ich selbst angefangen, Geschichten zu schreiben. Kurz bevor mein erstes Buch »Kaffee mit Käuzchen« veröffentlicht wurde, telefonierte ich mit meinem Vater, der mir berichtete, dass er zwei Kurzgeschichten von mir gefunden hätte – datiert 1988. In einer ging es um eine Robbe, die schweres durchmachen musste, in der anderen um den Pudel Maik. Ich hatte ganz vergessen, wie früh ich schon angefangen habe, mir Geschichten auszudenken und sie aufzuschreiben.
    Ich habe dann wohl einfach damit weiter gemacht. Mal mehr, mal weniger.

     Woher kam die Idee für das Buch?

    Meine berufliche Karriere hat in der Filmbranche begonnen. Genau wie Sophie, die Protagonistin aus »Die Liebe fällt nicht weit vom Strand«, habe ich am Empfang einer Filmfirma Anrufe durchgestellt, Versandetiketten ausgefüllt und Premiereneinladungen geschrieben.

    Das war der Kern für die Geschichte, die dann schnell eine Eigendynamik entwickelt hat: viele Charaktere, ihre Hintergründe und weitere Nebenhandlungen haben sich währenddessen wie von selbst in meinen Kopf gezaubert.

    Anhand meiner eigenen Lebensgeschichte habe ich außerdem erfahren dürfen, wie gut es ist, seiner Intuition, seinem Herzen zu folgen, Dinge loszulassen, die nicht zu einem passen und seine Träume wahr werden zu lassen. Auch wenn es manchmal sehr schwer ist, seine Ängste und Grenzen zu überwinden. Ich hatte Lust und das Bedürfnis, genau das in »Die Liebe fällt nicht weit vom Strand« anhand von Sophies Geschichte zu zeigen. Ich wollte gerne die persönliche Weiterentwicklung der Protagonistin mit einer, beziehungsweise gleich zwei Liebesgeschichten verknüpfen. Mit der romantischen Liebe zwischen zwei Menschen, aber auch mit der Liebe zu dem, was man am allerliebsten tut. Man könnte es auch Hingabe nennen.

    Wieviel von Franziska hat Sophie oder eher umgekehrt?

    Was wir auf jeden Fall hundertprozentig gemeinsam haben, ist die Leidenschaft fürs Kochen und die Liebe zum Meer. Ansonsten würde ich sagen, dass die Figur Sophie ein Schmelztiegel aus Teilen meiner eigenen Erfahrungen und Erlebnisse und meiner Beobachtungen bei anderen Menschen ist.

    © Sonja Kochmann

    Spielt das Buch an einem bestimmten Strand in Dänemark und gibt es Stavros Kreationen wirklich?

    Ja, ich hatte einen bestimmten Strand vor Augen, an dem mein Mann Carsten und ich oft unterwegs sind. Dort habe ich selber auch schon mal in den Dünen ein Gläschen Champagner genossen :). Und Stavros Kreationen sind frei von mir erfunden und teilweise auch schon ausprobiert.

    Wie lange dauerte das Schreiben?

    Das kommt total drauf an. Das Schreiben an sich dauert gar nicht sooo lange, aber dann kommen ja noch die Bearbeitungen nach dem Feedback der Lektorin und die Verbesserungen, etc. dazu. Außerdem ist es für mich wichtig, dass die Texte zwischendurch auch mal ein bisschen liegenbleiben, damit ich Abstand zu ihnen gewinnen und sie danach besser beurteilen kann. Bei »Kaffee mit Käuzchen« und »Die Liebe fällt nicht weit vom Strand« hat es jeweils etwa ein knappes Jahr gedauert, bis die Bücher dann wirklich druckfertig waren.

    Wolltest Du schon immer Autorin werden?

    Als Kind auf jeden Fall – ich hatte sogar schon das richtige Schreibgerät. Nämlich eine knallgelbe Schreibmaschine von OLYMPIA. Dann kam ein bisschen das Leben dazwischen, u.a. in Form eines verfallenen 160 Jahre alten Forsthauses mitten im Wald, das Carsten und ich kauften und dann erst einmal zehn Jahre lang in mühevoller Eigenarbeit renovierten. Und als das geschafft war, habe ich mich wieder mehr dem Schreiben gewidmet.


    2018 Eden Books Franziska Jebens // Franziska arbeitend im Garten // ©Nico Klein-Allermann

    Wie kam es zum Forsthaus im Wald?

    Carsten und ich haben vor dreizehn Jahren mitten in Hamburg gelebt und haben uns nach einem Ort gesehnt, an dem wir einfach mal zu Zweit und in Ruhe sein konnten. Durch einen Zufall sind wir dann auf ein völlig heruntergekommenes, 160 Jahre altes Forsthaus ohne Wasseranschluss, ohne Heizung und ohne einen einzigen Nachbarn gestoßen. Wir haben uns sofort in das Grundstück, den Wald und die Ruine unterm Blätterdach verliebt. Obwohl uns alle für verrückt erklärt haben, kauften wir das Haus. Zunächst eigentlich nur als Abenteuer-Spielplatz fürs Wochenende. Aber wir haben ziemlich schnell gemerkt, dass aus unserem romantischen Hide-Away ein Platz zum dauerhaften Leben werden sollte. Und so haben wir unser Leben in Hamburg Schritt für Schritt abgebaut und im Wald wieder aufgebaut. In »Kaffee mit Käuzchen – Unser Traumhaus im Wald« erzähle ich wie es dazu kam und wie wir zu regelrechten Waldschraten wurden :).

    München, Tokio, New York, Hamburg, Nordsee – Du bist viel herumgekommen. Doch wo ist zu Hause?

    Mein ‘Haupt-Zuhause’ ist im Wald, aber ich fühl mich auch auf Reisen sehr Zuhause. Carsten und ich verreisen meistens mit unserem Hund Schmiddie in unserem alten Landrover Defender und schlafen dann auch im Landy. Auf diese Weise entdecken wir die entlegensten Ecken Europas und da, wo unser Auto steht, sind wir in dem Moment halt auch Zuhause. Am liebsten dann am Meer!!

    Der Verlag bezeichnet Dich als Romantikerin. Welche Bücher, Filme und Musik müssen sein?

    Ich würde die Bezeichnung gar nicht nur an Büchern, Filmen und Musik festmachen. Romantikerin sein ist, denke ich, eine Lebenseinstellung. Für mich bedeutet es, sich zum Beispiel zu erlauben, zu träumen und seinem Herzen zu folgen, auch wenn die Träume und Wünsche, die man hat, sachlich betrachtet vielleicht unsinnig sind.

    Zwei Filme, die ich extrem romantisch finde sind: »Unter der Sonne der Toskana« und »Zusammen ist man weniger allein«. »Alles Glück kommt nie« von Anna Gavalda ist ein sehr romantisches Buch, genau wie »Léon & Louise« von Alex Capus und den besten Love-Song haben natürlich Depeche Mode mit »Enjoy the silence« geschrieben.

    Du hast auch einen Buchblog. Was liest Du gerade?

    Gerade gelesen und auf www.dasmusstdulesen.de vorgestellt habe ich »Offene See« von Benjamin Myers.

    Wie verläuft ein Arbeitstag bei Dir?

    Ich stehe zwischen sechs und sieben auf und trinke auf der Hollywoodschaukel hinten im Garten erst einmal in Ruhe meinen Kaffee. Dann mache ich Sport und danach setze ich mich an den Schreibtisch. Manchmal schreibe ich gleich drauf los, aber meistens beantworte ich erst einmal Mails, bearbeite meine Websites, konzipiere mit Carsten zusammen Multivisionsshows und Lesungen, mache Akquise für Veranstaltungen und bespreche mit Carsten, was wir am Haus, im Wald, im Garten so machen müssen. Mittags gehe ich mit der Schmiddie ein Ründchen durch den Wald und nachmittags schreibe ich dann so lange bis ich müde werde. Abends lassen wir dann gern den Tag mit einem Feierabenddrink am Lagerfeuer ausklingen.

    Welche/n Autor/in würdest Du gerne mal treffen? Welche Frage würdest Du ihm/ihr stellen?

    Alle, deren Bücher ich gern lese. Ich würde sie u.a. nach ihren Wünschen und Träumen fragen, danach wie sie als Kind waren, was sie am liebsten schreiben und warum und in welchen Momenten sie am glücklichsten sind.

    Schreibst Du schon an einem neuen Buch und kannst etwas verraten?

    Na klar!! Es wird voraussichtlich im nächsten Frühjahr erscheinen, aber mehr verraten wird jetzt noch nichts :)!

    Vielen Dank für das Interview und ich bin jetzt schon gespannt auf Dein neues Buch, zu dem ich sofort greifen werde, wenn es erscheint.