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Kinder

Rezension

Rezension // Gerlinde Jänicke und Sebastian Fitzek – Die Geschichte vom traurigen Weihnachtsbaum

Gerlinde Jänicke, die Berliner Radio-Moderatorin und Gewinnerin des Deutschen Radiopreises hat nach einer Idee von Sebastian Fitzek dieses wundervolle Kinderbuch geschaffen. Die Illustrationen sind auch dieses Mal von Stolli (u.a. bekannt aus dem anderen Kinderbuch von Sebastian Fitzek „Pupsi und Stinki“).

Die Geschichte setzt in der Vorweihnachtszeit an. Die Menschen eilen in Hektik und Unachtsamkeit durch die Gegend und landen auf einem Weihnachtsbaummarkt. Jeder sucht den schönsten und besten Tannenbaum. Doch nachts, wenn die Menschen weg sind, kommen die Tannenbäume zu Wort, ein jeder Baum hat Wünsche, Träume und Abneigungen. Der eine möchte zu einer Familie, der andere mag keine Kinder und möchte ganz besonderen Schmuck. Dabei profilieren und mobben die Bäume einander wie echte Menschen. Dort steht ein kleiner, schiefer Baum mit Wurzeln, der von allen nur mitleidig angesehen wird.

Wer wird ihn mitnehmen? Dies ist ein Aspekt, der mich an die ganzen Weihnachtsfilme erinnert, in denen ein kleiner Junge oder Mädchen inbrünstig auf seine Adoption wartet.

Durch den liebevollen Erzählstil ist dies das richtige Buch, um den kleinen Leser durch Selberlesen oder Vorlesen auf das Baum Holen und Schmücken einzustimmen.

Doch das Buch beinhaltet noch eine weitere Botschaft, aus klein wird groß oder aber auch die inneren Werte oder Stärken zahlen sich aus. Es ist also eine echte Mut-mach-Geschichte.

Also kleine Tannen … äh…Kinder viel Spaß beim Lesen und Bäume schmücken. Ich und mein Co-Leser Justus (9 Jahre) vergeben jeweils volle Punktzahl für dieses glitzernde Weihnachtsbaumbuch.

 

Verlag: Pattloch Geschenkbuch

erschienen: 2019

Seiten: 48

ISBN: 978-3629142573

 

Rezension

Rezension // Sebastian Fitzek – Fische, die auf Bäume klettern: Ein Kompass für das große Abenteuer namens Leben

Dass Sebastian Fitzek nicht nur Thriller schreiben kann, hat er bereits mit dem Kinderbuch „Pupsi und Stinki“ bewiesen. Wer auch schon mal auf einer Lesung mit ihm, weiß, dass ein echter Entertainer ihn ihm steckt.

So hat mich dieses Buch zwar vom Thema her überrascht, aber nun letztendlich noch mehr von den Fähigkeiten des Autors überzeugt. Ich habe vorab schon Rezensionen nach dem Motto gesehen „Jetzt macht er damit auch noch Geld“ und wollte mir mein eigenes Bild machen:

Sebastian Fitzek nimmt den Leser und seine Kinder mit auf einen interessanten Ausflug: In einem Monolog schildert er seinen Standpunkt im Leben und seinen Weg dahin; spricht dabei aber seine Kinder an.

Obwohl die Gefahr besteht, dass die eigenen Kinder nun schriftliche Nachweise haben werden seine Erfahrungen und, was ich sehr ehrlich und menschlich finde, seine Fehlgriffe und Misserfolge Thema. Das Ganze ist aber nicht trocken wie eine Art Selbsthilfebuch, sondern mit dem typischen „Lausbubencharme“ des Autors.

Mit Humor, Ironie, Zynismus und einer Prise Ernst wird erklärt, warum Werte und Normen unserer Gesellschaft so wichtig sind. Dass man sich manche Freiheiten nur erlauben kann, wenn man auch das nötige Geld verdient und das eine Leistungsgesellschaft  Vor- und Nachteile hat.

Man benötigt Mut, seinen Weg zu gehen. Manche Entscheidungen sind schwer und man braucht sowohl Verstand als auch Bauchgefühl, die richtige Wahl zu treffen.

Der Autor gibt anschaulich und einfühlsam nützliche Tipps fürs Erwachsen werden und Weiterentwickeln.

Es ist keine allgemeine Gebrauchsanweisung, aber ich fand manche Hinweise sehr nützlich und habe dabei auch zum Teil mich selbst oder aber auch die Ratschläge meiner Großeltern und Eltern wieder entdeckt.

Bei dem Tipp „Wer billig kauft, kauft zweimal“ musste ich doch glatt an meine erste Waschmaschine denken, die …ach egal…inzwischen steht ein namhaftes Modell hier.

Ich finde dieses Buch ist ein tolles Geschenk zum Start in ein selbständiges Leben oder ein „Mutmachbuch“. Vielleicht linst der ein oder andere nicht gleich hinein, weil es ja unter „Sachbuch“ fällt, aber der mitreißende Schreibstil (ja er kann das auch beim Sachbuch) wird alte und junge Leser abholen.

Ich habe eine Weile gebraucht, dieses Buch zu lesen, da ich es stückchenweise genossen und auf mich einwirken lassen habe.

Ich kann es jedem empfehlen: volle Punktzahl.

 

Verlag: Droemer Knaur

erschienen: 2019

Seiten: 256

ISBN: 978-3426277829

 

 

© Sonja Kochmann

Rezension

Rezension // Abbi Waxman – Vorstadtgeflüster

 

© Sonja Kochmann

Eine scheinbar idyllische Vorstadtsiedlung in Amerika. Die Blooms, Porters, Hortons und die Carter-Gillespies leben mit ihren Kinder ein abwechslungsreiches und turbulentes Leben.

Frances Bloom sammelt täglich alle Kinder der Siedlung ein und fährt dies in den Kindergarten oder in die Schule. Als sie eines Tages aufgrund einer vergessenen Tüte zum Haus der Porters zurückkehrt, erwischt sie Anne beim Sex auf dem Flurboden. Doch, ach Schreck, es ist nicht ihr Ehemann, der da Hand anlegt. Da gerät das stillschweigend verwaltete Chaos aus den Fugen….

Abbi Waxman hat mir bereits mit dem Buch “Gegen Liebe ist kein Kraut gewachsen” viel Lesefreude bereitet, so dass ich mich sehr auf dieses Buch gefreut habe.

Der deutsche Titel “Vorstadtgeflüster” ist zwar ganz nett gewählt, aber ich finde den englischen Titel “Other People’s Houses” viel passender. Denn streng nach dem alten Sprichwort “unter jedem Dach, ein ach” kracht es in dieser Siedlung ordentlich, obwohl alle den Schein waren wollen.

Es ist ein Buch, dass mich an die Serie “Desperate Housewives” und den Film “Bad Moms” erinnert: Im Vorgarten wird gelächelt und gewunken und in der Küche bei Kaffee und Kuchen abgelästert.

Der Schreibstil ist locker und leicht und bietet zu jeder Alltagssituation (Fussballtraining der Kleinen, Elternabend, Ehe, Übergewicht nach Geburten, Pubertät, Einkaufsstress, Haushalt und noch viel mehr) satirische und zynische Anekdoten.

Manchmal fragte ich mich, wohin mich dieses Buch führt, doch der Sexskandal der Nachbarn bringt einige zum Nachdenken: wie hat man eine Ehe und wie führt man sie über all die Jahre weiter? Schein und Sein sind in stetiger Konkurrenz.

Abbi Waxman ist es gelungen vier vielfältige Familien zu kreieren. De Protagonisten zeigen verschiedenen Charaktere und Sichtweisen auf. Ich habe ordentlich geschmunzelt und dennoch einige ernste Themen mit Augenzwinkern gefunden, die ich als Mutter durchaus schon einmal erlebt habe oder gut nachempfinden kann. Ich vergebe 9 von 10 Punkten.

Verlag: Rowohlt
erschienen: 2018
Seiten: 416
ISBN: 978-3499275968