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Rezension

Rezension // Blanka Lipinska – 365 Tage: Dieser Tag (Laura & Massimo #2)

Über dieses Buch streitet sich ja die Buchgemeinde: Ist „sowas“ lesenswert? Was meine ich mit „sowas“ und was hat es mit diesem Buch auf sich?

Zunächst einmal baut dieses Buch auf den Vorband auf. Hat man es nicht gelesen, wird man die Handlung und vielleicht auch die Faszination nur zum Teil verstehen.

Nun kochten die Gemüter ja u.a. deswegen hoch, weil Massimo, Mafiaboss und Sahneschnittchen schlecht hin, seine Angebetete Laura im ersten Teil einfach entführt hat. Stockholm Syndrom oder Hormone oder beides führten zu einem exzessiven Sexleben mit Szenen, die keine Unklarheiten aufkommen ließen. Unterstützt wurde die Kritik von der sehr freizügigen Netflixverfilmung, die natürlich keiner gesehen haben will, aber beim Ranking ganz weit oben ist, so dass inzwischen an Teil 2 und 3 gedreht wird.

Der Cliffhanger in Band 1 führte bei mir dazu, dass ich, trotz der nachvollziehbaren Kritik, wissen wollte, wie es weiter geht. Wie geht es weiter? Laura ist inzwischen Massimos Frau und schwanger (das ist nichts Neues). Es zeigt sich jedoch, dass beide ihr Eheleben erst einmal im Alltag eines Mafiabosses unterbringen müssen. Schließlich hat Massimo nicht nur Freunde. Auch ist seine besitzergreifende Art für Laura trotz ihres willigen (und manchmal auch sehr Hormon gesteuerten Verhaltens) teilweise zu viel und erdrückend. Doch ab und an, dreht sie den Spieß um und übernimmt die Kontrolle. Widerworte scheinen für das Alphatier neu und so ist auch er manchmal irritiert und gibt sich führsorglich.

Das dies keine gesunde Beziehung ist, ist uns allen klar. Die klare Einordnung in das Genre Liebesroman, Erotik etc. scheint mir nach wie vor schwierig, vor allem, da sich eine akute Bedrohung für dieses Pärchen ergibt. Thrillerelemente? Auch was Schönes. Das Buch ist neben all den Sexszenen (und davon gibt es viele) sehr abwechslungsreich, da auch Lauras wortgewandte Freundin Olga und Massimos Bruder Domenico einen großen Teil der Handlung bestimmen. Wo die beiden auftauchen fliegen die Fetzen.

Neben der Handlung schildert die Autorin vor allem Luxus. Luxus in allen möglichen Lebenslagen: Kleidung, Schuhe, Autos, Essen und Immobilien. Also fast ein bisschen wie eine sexsüchtige Pretty Woman Julia Roberts im Mafiamilieu….ich vergebe aufgrund des Unterhaltsfaktors und des geschickt aufgebauten Spannungsbogens volle Punktzahl auch wenn ich die Beziehung der beiden sowohl krank als auch faszinierend empfinde.

 

Verlag: Blanvalet

erschienen: 2021

Seiten: 480

ISBN: 978-3734110528

Rezension

Rezension // Jenny Colgan – Happy Ever After: Wo Geschichten neu beginnen (Happy Ever After #3)

Lissa versorgt als mobile Krankenschwester Patienten in ganz London. Als sie eines Tages ein traumatisches Erlebnis hat, wird klar: sie braucht einen Tapetenwechsel! Der National Health Service bietet in solchen Fällen einen Tausch an. Der Pfleger und Ex-Soldat Cormac aus Kirrinfief benötigt dagegen ebenfalls einen Blickwechsel und so tauschen beide für 3 Monate Unterkünfte und Patienten.

Klingt einfach, birgt allerdings einige Besonderheiten. Stadt- gegen Landleben einzutauschen oder umgekehrt, sorgt bei beiden Protagonisten für Verwirrung und leichte Anpassungsschwierigkeiten. Während man in London nach Feierabend anonym für sich bleiben kann, ist Feierabend auf dem Land nur pro forma. Wenn man da ist, ist man da und man hat auch mit allen und jedem ein nettes Wort zu wechseln. Während Lissa anfänglich von den redseligen Schotten etwas überfordert zu sein scheint, fühlt sich Cormac in der großen Stadt voller Menschen allein. Beide haben mit der anders getakteten Umgebung zu kämpfen und so beginnt ein Emailaustausch über Patienten zu einem Austausch über das eigene Leben zu werden. Für beide ist es der Beginn eines neuen Lebenskapitels. Witzig unterstrichen werden Cormacs Emails übrigens von kleinen Zeichnungen, die nicht nur Lissa zum Lächeln bringen.

Lissa muss das Erlebte aufarbeiten und sich in lustigen Situationen auf dem Land behaupten. Cormac wird klar, dass er seine Zeit beim Militär noch gar nicht ganz verarbeitet hat und dass er dies durch sein Leben im idyllischen Schottland bisher gut unterdrückt hat.

Wie ein schlagendes Herz und ein kleiner Igel die beiden miteinander verbindet, müsst ihr unbedingt selbst lesen. Ich vergebe volle Punktzahl!

Kirrinfief ist uns übrigens bereits aus den ersten beiden Bänden von Happy Ever After bekannt und so trifft Lissa natürlich auf bereits liebgewonnene Protagonisten wie zum Beispiel Zoe und Nina. Wer die anderen Bände nicht kennt, wird sich allerdings problemlos in der Handlung zurecht finden. Doch ehrlich, ihr verpasst etwas, holt es unbedingt nach! Ich hoffe ja, dass die Autorin noch einige Städter in dieses kleine Dörfchen lockt…

 

Verlag: Piper

erschienen: 2021

Seiten: 512

ISBN: 978-3492316620

Rezension

Rezension // Audrey Carlan – Vereint (Finding us #3)

Auf geht es in die letzte (?) Runde der Finding us Reihe (zu mindestens ist es bisher so vorgesehen). Wer die Vorbände nicht kennt, der sollte dies nachholen, da es inzwischen einige Verknüpfungen der Protagonisten untereinander gegeben hat und man sonst nicht mehr durch findet.

Obwohl mir der Schreibstil und auch die Geschichten von Audrey Carlan immer sehr gut gefallen haben, hab ich jetzt doch mal etwas zu meckern:

Mir war das Verhalten der beiden Protagonisten zu widersprüchlich! Nate ist ein Womanizer hoch 3. Bislang ritzte er Kerben in seinen Bettpfosten. Als er Cami das erste Mal sieht, erwacht sein Jägerinstinkt. Er ist regelrecht auf ihr Aussehen und die Möglichkeit fixiert, sie ins Bett zu bekommen, dass er mir total unsympathisch wurde. Ich meine, bei solchen Liebesromanen läuft es zwar grundsätzlich darauf hinaus, aber die Gedanken und Formulierungen hierzu fand ich abstoßend. Gleichzeitig kritisiert er allerdings seinen besten Kumpel Ty und möchte gern wie sein Bruder eine feste Beziehung haben, die etwas darstellt. Das passt einfach nicht zusammen.

Cami dagegen ist durch ihre schlechten Erfahrungen von der Männerwelt mehr als angewidert. Um Geld zu verdienen, arbeitet sie am Empfang von Hank (siehe Band 1) und in einem Stripclub. Obwohl sie mehr als ein gebranntes Kind ist, fliegt sie voll auf Nate und seine Flirtversuche, die ich teilweise sehr plump fand, ab. Das fand ich genauso unpassend, wie Nates Verhalten.

Beide klatschen regelrecht zusammen wie zwei Magneten und vergessen in all der glückseligen Leidenschaft ihre Umgebung und auch verantwortungsbewusstes Handeln.

Warum ich mich wegen Alphamännchen im Kosewahn, kindlichem Charme und ordentlich Drama der bereits bekannten Protagonisten zu einer Punktevergabe von 7 von 10 Punkten hinreißen lassen habe, müsst ihr selbst lesen, da die Gesamtgeschichte dann im Stil einer Seifenoper doch noch die Kurve bekommt.

 

Verlag: MIRA Taschenbuch

erschienen: 2021

Seiten: 384

ISBN: 978-3745701210