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Droemer Knaur

Rezension

Rezension // Casey McQuiston – Royal Blue

Alex Claremont-Diaz ist der Liebling der Amerikaner. Als Sohn der amtierenden Präsidentin ziert er die Zeitungen und ist der Traum von schlaflosen Nächten von so mancher junger Dame. Während er dadurch einen enormen Wert für das Marketing und den Wahlkampf der Mutter darstellt, ist er diplomatisch gesehen allerdings ein Alptraum. Denn immer wieder gerät er mit dem englischen Prinzen Henry aneinander. Als bei einem gemeinsamen Event die Situation eskaliert, werden beide zur Schadensbegrenzung von den PR-Teams zur gemeinsamen Zeit verdonnert.

Bei der Inszenierung einer Freundschaft merken die jungen Männer, dass da viel mehr zwischen ihnen ist, als angenommen.

Bei der Betrachtung des Covers muss ich zunächst einmal sagen, dass ich vermutlich nicht zugegriffen hätte, wenn mich der Klappentext nicht so gereizt hätte.

Royals….ich liebe Geschichten um Royals und Prinz Henry George Edward James Fox-Mountchristen-Windsor bietet ordentlich Abwechslung. Denn er weiß bereits, dass er sich für die Männer dieser Welt interessiert. Alex Claremont-Diaz dagegen muss auf seine eigentlichen Vorlieben erst sanft oder etwas direkter hingewiesen werden. Dabei geht die Autorin mit einem sanften humorvollen Schreibstil vor. Es erwartet den Leser auch keine Sexszenen, die vielleicht für manchen etwas zu viel wären. In den Liebesszenen wird wie bei einer Art Kameraschwenk nicht zu viel verraten und vieles bleibt der Fantasie des Lesers überlassen.

Die Geschichte lebt auch von den Nebenprotagonisten, die Alex und Henry unterstützen. Auf Alex Seite wären da seine Schwester June und seine bisexuelle Freundin Nora. Auch die bissige Marketingexpertin Zahra und die lesbische Personenschützerin Amy versuchen alles, um Alex vor den Konsequenzen seiner Handlungen zu beschützen. Henry dagegen erhält lediglich Unterstützung von einem Millionärssohn namens Pez und seiner Schwester, die selbst Ziel der Klatschpresse ist.

Es wird anschaulich dargestellt, wie unterschiedlich die Erwartungen an Henry und Alex und die Unterstützung für die beiden sind. Die Tradition der englischen Krone trifft hier auf den amerikanischen Wahlkampf und am Ende zeigt sich immer wieder, dass die Liebe siegen muss und wenn dabei die Mütter auf den Tisch hauen müssen. Ich vergebe volle Punktzahl mit amerikanischen Sternchen und englischen Krönchen.

Außerhalb der Wertung möchte ich für den Verlag und den „Coverkäufer“ nochmals anführen, dass das Cover dem Buch nicht gerecht wird und absolut unpassend für diese wundervolle Geschichte zweier sich liebender Menschen ist (auch wenn es in Anlehnung an das englische Originalcover gestaltet wurde).

 

Verlag: Knaur TB

erschienen: 2020

Seiten: 464

ISBN: 978-3426526156

Rezension

Rezension // Ursula Poznanski – VANITAS: Grau wie Asche (Vanitas #2)

Carolin ist zurück in Wien. Wer ist Carolin? Genau, das müssen wir Leser nach und nach herausfinden. Im Vorband „Vanitas: Schwarz wie Erde“ haben wir das erste Mal von der „scheinbar unscheinbaren“ Friedhofsgärtnerin Carolin erfahren. Doch bei ihren Ermittlungen für die Polizei blieb einiges ihrer eigenen Vergangenheit offen. Da sich das Bild von Carolin erst nach und nach zusammenfügt, empfehle ich den ersten Band auf keinen Fall auszulassen! Ihr würdet etwas verpassen.

Carolin fürchtet selbst aufgrund der Ereignisse in ihrer Vergangenheit um ihr Leben. Sie will auf jeden Fall vermeiden, dass ihr anonymes Leben in Wien entdeckt wird. In der Friedhofgärtnerei auf dem Zentralfriedhof ist normalerweise „tote Hose“ doch nun werden nachts die Gräber geöffnet und satanistische Symbole angebracht. Ein bisschen Recherche zum Selbstschutz kann da wohl nicht ganz falsch sein….doch sie stürzt mitten in die Geschehnisse und bald wimmelt es auf dem Friedhof nur so von Polizei, Medien und verdächtigen Leuten.

Es ist kein Geheimnis, ich liebe die Bücher von Ursula Poznanski. Ihr Schreibstil ist fesselnd und einladend. Die ersten Seiten waren aufgrund der zeitlichen Lücke zwischen dem Erscheinen von Band 1 und 2 für mich etwas zäh. Doch danach wurde ich durch die lebendige Erzählweise recht schnell wieder eingefangen und ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen. Schnell habe ich versucht, mit Carolin mit zu rätseln: Was sind das für Zeichen auf den Grabsteinen? Welche Motive haben die Täter?

Aus Angst startet Carolin den Gegenangriff und muss sich vor einem neugierigen Kommissar und einigen dubiosen Gestalten in Acht nehmen. Gekonnt wird als Motiv (nein – verrate ich nicht – keine Angst) ein ernstes Thema aufgegriffen, was den Leser zum Teil nachdenklich werden lässt. Auch ein paar Aspekte aus Carolins Vergangenheit werden geklärt und aufgegriffen.

Gelungen fand ich auch die bildlichen Beschreibungen des Wiener Zentralfriedhofs. Da ich selbst schon einmal dort war, hatte ich diesen „Ausflug“ stets vorm geistigen Auge, denn man kann sich die Weite und die Vielfalt regelrecht vorstellen. Ein geeigneter Ort für ein Verbrechen!?

Das Buch ist in sich abgeschlossen, hat aber für die Entwicklung der Protagonistin Carolin erneut einen bösen Cliffhanger und einige offene Fragen, so dass ich hoffe, dass die Autorin schon fleißig an Band 3 schreibt. Ich vergebe volle Punktzahl für diesen spannenden Ausflug auf den Wiener Zentralfriedhof.

 

Verlag: Knaur HC

erschienen: 2020

Seiten: 400

ISBN: 978-3426226872

Rezension

Rezension // Leigh Bardugo – Das neunte Haus (Alex Stern #1)

Die Autorin Leigh Bardugo ist bereits mit der Grisha-Trilogie, „Das Lied der Krähen“ und „Das Gold der Krähen“ in den Bestseller-Charts. Da ich diese bisher nicht kenne, war ich etwas zögerlich. Doch der Klappentext und der Hinweis des Verlages, dass dieses Buch mit den bisher erschienen Bücher nichts zu tun hat, machten mich neugierig und ich wurde mit einigen schlaflosen Lesenächten belohnt.

Der Schreibstil der Autorin hat mir gut gefallen. Allerdings war ich anfänglich von den vielen Namen und den okkulten Einzelheiten erschlagen. Doch so ging es der Protagonistin Alex Stern ebenfalls. Sie wird aufgrund ihrer Fähigkeiten (sie sieht Geister) vom neunten Haus der Universität Yale rekrutiert.

Das neunte Haus Lethe hat die Aufsicht über die übrigen Häuser, die durch Okkultismus und Magie Macht ausüben. Zu Ihnen gehören Skulls an Bones, Scroll an Key, Book and Snake, Wolf’s Head, Manuscript, Aurelian, St. Elmo’s und Berzelius. Denn New Haven liegt nah am Schleier. Da wird schon mal für einen Börsenkurs oder ein Bestsellerroman ein Obdachloser aufgeschlitzt, eine Beschwörung abgehalten oder Knochenstaub verwendet.

Macht zieht jedoch immer auch das Böse an und so wird das friedlich angepriesene Campus-Leben schnell gefährlich. Als eine junge Frau ermordet wird, ist die Frage, wer oder was steckt dahinter?

Alex Stern ist aufgrund ihrer Vergangenheit, die für den Leser nach und nach durch Rückblicke preisgegeben wird, eine klare Anti-Heldin. Sie passt in keine Form und dies scheint Fluch und Segen zugleich zu sein.

Denn ihre Gegner und davon gibt es einige, scheinen dadurch irritiert zu sein und können sich nicht recht auf ihre Art, in den Kampf zu ziehen einstellen. Die Art der Waffen und die Methoden sind Alex egal. Sie lässt sich nicht in den Staub zwingen und so habe ich Seite um Seite mit ihr mitgefiebert.

Ich möchte an dieser Stelle nicht zu viel verraten, aber die Mischung aus Campus, Magie, Mord und Intrigen hat mir gut gefallen. Ich vergebe aufgrund der leichten Einstiegsschwierigkeiten 9 von 10 Punkten und hoffe aufgrund des Endes auf einen weiteren Band. Für Fans von Supernatural und Co. ein Muss.

 

Verlag: Knaur HC

erschienen: 2020

Seiten: 528

ISBN: 978-3426227176