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Droemer Knaur

Rezension

Rezension // Ursula Poznanski – Vanitas: Schwarz wie Erde (Vanitas #1 )

Ein Thriller von Frau Poznanski? Muss ich lesen…..es gibt ja schon einige, aber dies ist eine neue Reihe.

Eine Protagonistin mit einer noch nicht ganz geklärten Vergangenheit und einem Polizisten, der diese aufgrund der Vergangenheit zu Ermittlungsarbeiten zwingt.

Der Vorteil? Polizeiarbeit ist abhängig von allerhand Dienstvorschriften und Gesetzen. Carolin dagegen, lebt inkognito in Wien. Sie arbeitet unscheinbar als Friedhofsgärtnerin. Eigentlich ist sie tot…das Denken bislang gefährliche Menschen aus ihrer Vergangenheit.

Und das soll auch so bleiben. Um dies weiter zu gewährleisten soll sie in Deutschland wieder als Polizeispitzel arbeiten. Ihre Warnungen? Blumen, denn Blumen haben eine eigene Sprache.

Die Idee der Autorin, ihre Ermittlerin von lästigen Regeln freizusprechen, um unkonventionell vorgehen zu können, ist abwechslungsreich gelungen und wird mit der Bedeutung der Blumen garniert. Ich hab mich ein ums andere Mal erwischt, wie ich die Bedeutung der Blumen gegoogelt habe. Man lernt nie aus.

Ursula Poznanski füttert – oder nein fixt – den Thrillerleser mit dieser Reihe an. Denn erst nach und nach erfahren wir von Carolin und ihrer Vergangenheit. Manchmal war ich etwas ratlos und dachte mir, es hätte schon ein bisschen mehr Informationen sein können. Allerdings hätte dies die eigentliche Ermittlungsarbeit überdeckt.

Die zu lösende Ermittlungsarbeit? Verzwickt. Und tatsächlich größer und tiefgreifender als gedacht. Der Fall an sich ist abgeschlossen, aber was Carolins Vergangenheit angeht, müssen wir uns wohl (ein paar Bände?) gedulden.

Ich vergebe volle Punktzahl, da mich dieses Buch bis in die frühen Morgenstunden wachgehalten hat. Ich hoffe auf rasche Fortsetzung und stelle ein literarisches Bouquet mit Vergissmeinnicht, Veilchen, Lilien, Iris, Calla für Ursula Poznanski zusammen

 

Verlag: Knaur HC

erschienen: 2019

Seiten: 384

ISBN: 978-3426226865

 

Rezension

Rezension // Sebastian Fitzek – Der Insasse

Zwei brutale und sadistische Morde an kleinen Kindern sind der Polizei und der Staatsanwaltschaft bereits bekannt. Der psychisch kranke Täter Guido Tramnitz hat mit Hilfe seiner Anwältin eine Inhaftierung und Behandlung in einer gehobenen psychiatrischen Einrichtung erwirkt.

Die Polizei ist sich jedoch sicher, Tramnitz ist auch der Mörder vom verschwundenen Max. Doch Tramnitz schweigt eisern. Der Vater von Max bekommt durch Beziehungen, die Chance sich unter einer anderen Identität ebenfalls in diese Anstalt einweisen zu lassen. Sein Plan: Tramnitz nahe zu kommen, um über das Schicksal von Max zu erfahren und endlich abschließen zu können. Doch in einer Anstalt mit anderen psychisch kranken Insassen ist alles anders als gedacht….

Sebastian Fitzek ist bekannt für aufreibende Ausflüge in die Psyche der Menschen. Man fiebert mit den Protagonisten und dann kommt auf den letzten Seiten alles anders als gedacht.

Der Schreibstil ist immer etwas Besonderes und das Thema manchmal nicht so meins, aber der Versuch, die Gedankengänge des Autors nur ansatzweise (mehr ist einfach nicht machbar) nachzuvollziehen, ist immer spannend und abwechslungsreich.

Dieses Buch ist für Eltern eine echte Herausforderung. Die Entführung eines Kindes und der ungewisse Verbleib können einem nur schlaflose Nächte bereiten. Dies ist Fitzek vermutlich so gut gelungen, da er selbst Vater ist.

Hoffnung und Verzweiflung lassen die Eltern von Max zu den letzten Mitteln greifen. Wie weit würde man selbst gehen?

Gleichzeitig enthält das Buch Kritik an der Gewalt an Rettungskräften und dem Gesundheits- und Rechtssystem. Drogen, Prostitution und Vergünstigungen können in einer Anstalt (egal ob Gefängnis oder Psychiatrie) problemlos mit Geld beschafft werden.

Außerdem wird deutlich, dass Kinderquäler und -mörder in den besagten Einrichtungen den unbeliebtesten Status haben. Dies habe ich selbst durch Gespräche mit Freunden und Bekannten erfahren, die einen direkten Bezug zum Vollzug haben. Das Buch ist ein interessanter Ausflug in die Welt von psychisch Kranken, der dann auf den letzten 30 ebook Seiten eine Fitzek typische Wendung nahm.

Ich bezeichne dies gern als „von hinten durchs Auge“. Man kann ein Buch so beenden, aber wäre das wirklich bei der spannenden Handlung nötig gewesen? Ich bin da ein bisschen hin und her gerissen und vergebe 8 von 10 Punkten.

Außerhalb der Wertung möchte ich noch besonders lobend das kreative Nachwort des Autors erwähnen. Ein Nachwort, das tatsächlich mal fesselnd war und bis zum Ende von mir gelesen wurde.

 

Verlag: Droemer Knaur

erschienen: 2018

Seiten: 384

ISBN: 978-3426281536

 

Rezension

Rezension // Markus Heitz – DOORS ? – Kolonie (Doors Staffel #1)

Nach der kostenlosen Pilotfolge “DOORS – Der Beginn” galt es sich zu entscheiden: Welches Handlungsszenario um die Rettungsaktion von Anna-Lena van Dam in der mysteriösen Tunnellandschaft sollte es sein? Da ich mich nicht entscheiden konnte, sind alle drei auf meinem Lesestapel gelandet und nach einigen Startschwierigkeiten begeisterte mich das Konzept der Reihe.

In dieser Variante landet das Suchteam in den 40iger Jahren. Deutschland hat den Krieg verloren und die USA wollen die totale Herrschaft. Sie drohen dem Gegner Russland mit einem Atomschlag, um als endgültiger Sieger aus dem Zweiten Weltkrieg hervorzugehen.

Die Bilder aus den eigenen Geschichtsbüchern lassen das Team und Anna-Lena nicht kalt. Hat diese Welt eine Verseuchung durch atomare Strahlung verdient?

Das Buch zeigt auf eindringliche Weise, dass Krieg viele Aspekte hat. Motive wie Macht, Reichtum und Unterdrückung führen stets zu ähnlichen Handlungsmustern. Hitler, Stalin, Mussolini sind nur ein paar Beispiele der Geschichte. Doch kann man deren Grausamkeiten wirklich vergleichen?

Ein witziger Aspekt ist dennoch in den Büchern zu finden, denn der Autor hat humorvoll die verschiedenen Gerüchte und Sagen, um die Errungenschaften des nationalsozialistischen Deutschlands mit eingebaut. Auch ein kleiner Vergleich mit den Indiana Jones Filmen wurde hier angestrebt und ich hatte gleich die entsprechenden Filmszenen vor meinem geistigen Auge….

 

© Sonja Kochmann

 

Diese drei Bücher sind meiner Meinung nach doch als großes Ganzes zu sehen. In jedem Buch werden andere Aspekte näher beleuchtet und deuten die Handlungsvarianten in den anderen beiden Büchern an: Teammitglieder, die Türen, die Bedrohung, die van Dams.

Markus Heitz scheint allerdings dadurch seine Protagonisten gezielt einzusetzen. In jedem Buch stirbt ein bestimmtes Teammitglied, weil es einfach zu überheblich oder zu dämlich ist. Bei den anderen wechselte dies tatsächlich und manchmal war ich überrascht, da ich diesen Charakteren eine größere Bedeutung zuwies.

Mehr verrate ich an dieser Stelle nicht. Für dieses Buch vergebe ich 9 von 10 Punkten, da mich diese Variante um den möglichen Ausgang des Zweiten Weltkrieges und seine politischen Konsequenzen durchaus fasziniert haben.

Als Abschlussfazit der ersten DOORS Staffel muss ich sagen, dass mich das Konzept ein wenig an „Stargate“ und „Zurück in die Zukunft“ erinnert hat. Aufgrund der Generation des Autors ist diese Inspiration durchaus im Betracht zu ziehen….mal schauen, durch welche Tür uns die zweite Staffel führt. „Wohin führt die Tür – und was lauert dahinter?“

 

Verlag: Knaur TB

erschienen: 2018

Seiten: 288

ISBN: 978-3426523889