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Jugendbuch

Rezension

Rezension // Tamara Bach – Sankt Irgendwas

Zurück zu den Anfängen…Klassenfahrten, wer erinnert sich nicht an Busreisen, Schlafsäle, Besichtigungen, Referate und genervte Lehrer, die ihrem Ruhestand entgegenfiebern?

Eine Gefühlslage, die die Autorin hier meisterhaft abbildet. Denn auf der Klassenfahrt der 10b ist irgendwas vorgefallen und nun soll es einen Elternabend mit allen Eltern geben…..

Tamara Bach nimmt uns mit einem packenden Erzählstil mit auf die Klassenfahrt, denn nach einem anfänglichen Dialog der Gerüchteküche, beginnt die Klassenfahrt erneut durch den Bericht der Protokollanten der Klassenfahrt. Hier wird vom ersten Toilettengang auf der Fahrt bis zum Regentropfen festgehalten, wie die Fahrt ablief.

Schrieben anfänglich noch unterschiedliche Schüler verbleibt das Protokoll nach einigen Tagen bei einem Schüler. Dennoch wird die Stimmung der 10b hervorragend wieder gegeben und man merkt schnell, dass der Lehrer Herr Utz eigentlich für diese Fahrt nicht geeignet ist. Die Klasse hält erstaunlich zusammen und Frau Kaiser als wesentlich jüngere Lehrkraft steckt in einer Art Generationskonflikt. Sie muss Kollegialität zeigen und würde dennoch lieber anders handeln.

Eine Antihaltung und eine Art Lethargie entstehen hier durch den Druck des unzufriedenen Lehrers statt den ersehnten Spaß. Was ist falsch an Spaß und Freizeit auf einer Klassenfahrt? Immerhin heißt es auch Schulfreizeit? Eine Thematik die nicht neu ist und man erinnert sich: auf Klassenfahrten erfährt man mehr voneinander, als wenn man nur alltäglich gemeinsam die Schulbank drückt.

Ein Buch das Jugendliche und Erwachsene (auch gerade Lehrer) unbedingt gelesen haben sollten. Ich vergebe volle Punktzahl für die offenbarte Gefühlswelt der 10b.

 

Verlag: Carlsen

erschienen: 2020

Seiten: 128

ISBN: 978-3551584304

Rezension

Rezension // Jana Hoch – Kronentraum (Royal Horses #2)

Warnung: Um nicht zu spoilern, bitte ich Euch bereits an dieser Stelle Band 1 „Kronenherz“ unbedingt vorher zu lesen, bevor ihr hier weiterlest oder „Kronentraum“ beginnt.

Denn Gretas ist nach einem erneuten Zusammentreffen mit dem Prinzen Edward nicht mehr dieselbe: Ihre Mitschüler mobben sie, die Paparazzi machen Jagd auf sie und sie muss sich mit ihrem Bruder in dem kleinen Apartment regelrecht verstecken. An einen Schulbesuch oder einen Spaziergang ist gar nicht mehr zu denken. Obwohl Greta nach wie vor sauer ist, nimmt sie Edwards Angebot, erneut nach Caverley Green zu fliehen, an.

Der Schreibstil von Jana Hoch hat mir bereits im ersten Band sehr gut gefallen, denn die Charaktere sind alle sympathisch (bis auf die, die es auch gar nicht sein sollen) und die Atmosphäre auf dem Reitergut Caverley Green mit den wunderschönem Pferd Mariscal und dem eigenwilligen Pony Sparky begeistern von der ersten Schilderung an. Das Buch ist also geeignet für Pferdefans jeglicher Art und all jene, die sich thematisch aufgrund dieser jungen Liebe darauf einlassen wollen.

Es zeigt sich nämlich, dass man auf dem Rücken der Pferde vom stressigen Alltag entschleunigen kann – egal ob man ein normales oder ein gekröntes Haupt ist.

Generell erfährt Greta mehr und mehr Einblicke in die Königsfamilie. Das hat Vor- und Nachteile, denn bald wird sie sich entscheiden müssen, ob sie Teil dieser Welt werden will. Ein heimlicher Star des Buches ist übrigens der kecke Bodyguard Sixton, der mir ja als Erwachsene (und damit außerhalb der Zielgruppe des Buches) eher zusagen würde, als der junge Prinz.

Die Autorin hat offenbar auch ein bisschen die Klatschpresse um Harry und Meghan mit verfolgt, aber ich will nicht zu viel verraten…

Irritiert hat mich allerdings nach Auflösung im ersten Band die Namensgebung von Edward/Tristan. Denn nachdem die Katze aus dem Sack ist, bin ich der Meinung auch Greta sollte sich an den richtigen Namen gewöhnen. Beide Namen im Buch zu verwenden, hat mich (obwohl ich es ja wusste) teilweise beim Lesen irritiert. Ich vergebe dennoch volle Punktzahl und hoffe auf Band 3 und die noch ausstehende Lesung/Vorführung mit der Autorin und ihrem eigenem Herzenspferd.

 

Verlag: Arena

erschienen: 2020

Seiten: 368

ISBN: 978-3401605210

Rezension

Rezension // Patrick Hertweck – Tara und Tahnee: Verloren im Tal des Goldes

1856: Mitten im Wilden Westen behauptet sich die 11jährige Tahnee gegen die Wildnis und ihre Verfolger. Ihr auf den Fersen sind Kopfgeldjäger, die bereits ihren Vater gefangen genommen haben. Sie muss, um ihm zu helfen, unbedingt bis nach San Francisco. Nichts ahnend, dass dort in einem Herrenhaus die 11jährige Tara lebt und beide mit einem besonderen Schicksal miteinander verbunden sind.

Auf der Suche nach spannenden Geschichten für meinen Sohn bin ich auf dieses Buch gestoßen. Ein Buch, das für Jungen und Mädchen ab 10 Jahren geeignet sein soll.

Der Schreibstil des Autors lässt sich gut und locker lesen. Tahnees Erlebnisse sind bereits auf den ersten Seiten spannend, so dass man gut in die Geschichte hineinfindet. Gleichzeitig erfährt man mit einer Art Tagebuchbericht an die Mutter von Tara und den Geschehnissen im Herrenhaus.

Ob die Textmenge und die Seitenanzahl für einen 10jährigen Leser geeignet sind, muss anhand des Leseverhaltens des Kindes individuell eingeschätzt werden.

Das Buch erinnert mich ein wenig an die Karl May Geschichten, mit denen jeder ja irgendwie schon einmal in Kontakt gekommen ist, sei es in der Literatur oder im TV.

Tahnee ist mutig und kämpft sich durch die Wildnis. Sie behauptet sich gegen Kopfgeldjäger und Goldgräber mit Hilfe eines Indianerjungen und einigen anderen guten Seelen.

Die Beschreibung der Umgebung ist von der Natur bis über die Goldgräbersiedlung nach San Francisco hervorragend gelungen.

Im Laufe der Handlung vermutet man bereits eine Verknüpfung der beiden Mädchen….doch lest selbst und lasst Euch in diesen Abenteuerroman für Groß und Klein entführen. Ich vergebe 8 von 10 Punkten.

 

Verlag: Thienemann Verlag

erschienen: 2020

Seiten: 304

ISBN: 978-3522184670