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Jugendbuch

Rezension

Rezension // Josephine Apraku und Jule Bönkost – Rassismus geht uns alle an

Gib mir mal die Hautfarbe…woher kommst Du? Scheinbar harmlose Formulierungen, aber sind sie immer richtig?

In diesem Sachbuch für Kinder ab 8 (und durchaus auch für Erwachsene) wird Rassismus als Unterbegriff der Diskriminierung verständlich erklärt. Es geht darum zu durchschauen, wie er erstand und welche komplizierten Begriffe sich in den Medien wiederfinden. Oder wisst Ihr was BIPoC ist? Auch ich habe dazugelernt.

Hierzu wurde auch schön die Buchklappe mit den wichtigsten Begriffen befüllt. Allerdings ist der Text an einer ungünstigen Stelle getrennt worden, so dass wir (mein Sohn und ich) anfänglich etwas irritiert waren.

Geschichtlich ist Rassismus durch die Kategorisierung durch weiße Menschen aufgekommen! Sie ist durch den Menschen entstanden und kann daher auch durch den Menschen bekämpft werden. Hierfür müssen alle Menschen die Verantwortung übernehmen, die Ungleichbehandlung zu erkennen und gemeinsam dagegen vorgehen.

Das ist gar nicht so einfach, denn durch den zeitlichen Wandel und auch die Änderung der Sprache werden heute Begriffe und Formulierungen anders empfunden, als es zum Beispiel vor 20 Jahren der Fall war. Seid mutig, lernt dazu und hinterfragt. Das Buch regt dazu an, tätig zu werden. Es gibt keinen pauschalen Weg und Fehler können gemacht werden, aber seht nicht weg.

Das Buch ist trotz des ernsten Themas mit bunten fröhlichen Bildern versehen, die die Erwachsenen durchaus zu weiteren Erklärungen auffordern. Hier hält zum Beispiel eine Person ein Plakat mit der Aufschrift Hanau empor oder es wird in einem Buch von May Ayim gelesen. Wir vergeben 9 von 10 Punkten. Es ist ein geeignetes Buch für eine Klassenlektüre zu diesem Thema und für den Preis von 5,00 EUR sicherlich eine Investition wert, um dieses wichtige Thema anschaulich zu erklären.

 

Verlag: Carlsen

erschienen: 2022

Seiten: 48

ISBN: 978-3551254689

Rezension

Rezension // Rebecca Elbs – Leo und Lucy: Der dreifache Juli (Leo und Lucy #2)

Das L-Team ist zurück: Bei Leo, Lucy und Lius ist ordentlich was los im Juli. Der Sozialarbeiter Tim und die Bibliothekarin wollen ein Theaterstück aufführen. Gleichzeitig wird ein Skaterturnier stattfinden, an dem Leo unbedingt teilnehmen will und Lius muss am Stadtlauf teilnehmen, weil Tante Gisela ihn sonst wegen seiner Unsportlichkeit auf eine Abnehminsel mitnehmen will. Achja und Jon Hovemann, Leos Vater aus Amerika, schickt Flugtickets, um Leo endlich kennenzulernen. Wie soll man Üben, Trainieren und all die Veranstaltungen bloß unter einen Hut kriegen? Ein Wurmloch muss her oder Plan B….äh Plan L des L-Teams.

Das Buch beinhaltet wieder ernste Themen. Leo kämpft, obwohl er schon gute Fortschritte macht, weiterhin gegen seine Leseschwäche. Die Truppe vom Horrorweg (Jannis, Maya, Tine und Niklas) hänselt ihn deswegen ständig. „Legastheniker“ ist ein böses Wort. Leo möchte daher lieber „Legostein-Tiger“ genannt werden. Lius dagegen wird wegen seiner paar Kilos zu viel gemobbt. Nicht schön. Vielleicht Zeit einmal zu überdenken, wie wir miteinander umgehen. Da sind die Bewohner der Lille 15 doch viel freundlicher zueinander. Ein Kuchen-Dienstag und ein Bolognese-Mittwoch wäre doch etwas. Außerdem helfen alle einander.

Besonders gelungen fanden mein Sohn und ich die Beziehung zwischen Leo und Mo, dem neuen Freund seiner Mama. Beide haben einen tollen Draht zueinander. Da ist es völlig unwichtig, das Mo nicht Leos echter Vater ist, wenn beide ganz komische und skurrile Lebensmittel kulinarisch miteinander kombinieren. (So schwanger oder geschmacksverirrt kann man gar nicht sein!) Und nicht nur Leo macht Fortschritte auch seine Mama besucht einen Kurs, um Lesen und Schreiben zu verbessern.

Ihr seht also, aus diesem Buch kann man ganz viel lernen. Über den Kapiteln gibt es passend zur Handlung noch eine Regel. Zeitmanagement und Zusammenarbeit ist alles.

Ob das alles unter gutem Stern steht oder ob die Sonnenfinsternis für Komplikationen sorgt, müsst ihr unbedingt selbst lesen. Wir vergeben volle Punktzahl für das kreative L-Team.

 

Verlag: Carlsen

erschienen: 2022

Seiten: 272

ISBN: 978-3551557599

Rezension

Rezension // J.K. Rowling – Harry Potter und das verwunschene Kind (#8)

Harry Potter kehrte 2016 zurück: 22 Jahre später verheiratet, Kinder und fest im Alltagstrott. Die Kinder der Helden von einst kämpfen mit den großen Fußstapfen der Eltern und müssen feststellen, dass das Böse sich schwache Momente bewusst aussucht, um zu zuschlagen.

Bei diesem Buch handelt es sich nicht wie bisher um ein „normales Buch“, nein, die achte Geschichte ist die zu Papier gebrachte Theateraufführung mit Dialogen und Regieanweisungen.

Warum las ich es erst jetzt, obwohl das Buch gleich nach Veröffentlichung bei mir eingezogen ist? Nun ja, damals war ich „etwas spät“ dran mit Lesen und es häuften sich die negativen Kritiken. Ich habe damals einiges aufgeschnappt und traute mich nicht unvoreingenommen an das Buch. Heute ist der offizielle Harry Potter Tag und der richtige Tag für dieses Buch und diese Rezension.

Aufgrund der Dialoge und Regieanweisungen liest sich das Buch erstaunlich flüssig und schnell, wenn man sich erst einmal dran gewöhnt hat. Der Entdecker der Harry Potter Geschichten Barry Cunningham berichtete auf der Buchmesse vor einigen Jahren einmal, dass nicht die Magie für ihn den Reiz der Geschichten ausgemacht hat, sondern die Freundschaft der Kinder und das ist auch hier der Fall.

Albus Potter und Scorpius Malfoy haben es schwer. Denn immerhin stehen sie im Schatten ihrer Väter und Erwartungen und Gerüchte beeinflussen die Kinder sehr. Dennoch werden sie Freunde. Das Böse nutzt die Unsicherheit der Freunde aus; mit einem Zeitumkehrer soll Cedric gerettet werden. Doch was dies mit der Gegenwart anrichtet, ist fatal.

Grundsätzlich muss ich festhalten: Ich mag keine Zeitreisegeschichten. Dieses hin und her, wenn etwas verändert wird, nervt mich. Dennoch fand ich die Geschichte gelungen und ich hatte eine klitzekleine Gelegenheit meinen Lieblingsprotagonisten Severus Snape für ein paar Seiten mit seiner Zynik wiederzutreffen.

Albus und Scorpius meistern die Herausforderung mit Hilfe der alten Garde hervorragend und es scheint versöhnlich, dass Harry und Draco selbst zugeben müssen, das Einsamkeit verleitet bzw. einen Menschen nachhaltig prägt. Etwas über das man mal nachdenken sollte. Ich vergebe 9 von 10 Punkten und ziehe durchaus in Erwägung mir das Theaterstück in Hamburg anzusehen.

 

Verlag: Carlsen

erschienen: 2016

Seiten: 336

ISBN: 978-3551559005