Browsing Tag:

Krimi

Rezension

Rezension // Michael Tsokos und Florian Schwiecker – Die siebte Zeugin (Eberhardt & Jarmer ermitteln #1)

An einem Sonntagmorgen stürmt der unscheinbare Beamte Nikolas Nölting in eine Bäckerei. Dort schießt er auf drei Menschen. Zwei überleben schwer verletzt, einer stirbt. Als der Strafverteidiger Rocco Eberhardt auf Bitten der Ehefrau Anja Nölting den Fall übernimmt, steht er vor einem Rätsel: Was veranlasste den Familienvater zu dieser Tat? Denn Nikolas Nölting schweigt.

Bei seinen Nachforschungen trifft Rocco Eberhardt auf den Gerichtsmediziner Dr. Justus Jarmer, der ihm einige Hinweise geben kann.

Ein neuer Tsokos….ich bin begeistert. Doch dieser ist ein weniger anders. Denn Florian Schwiecker steigt hier mit seinem Hintergrundwissen zur Strafverteidigung mit ein. Muss doch in den bisherigen Romanen ordentlich seziert werden, um dem Mörder auf die Schliche zu kommen, sind hier der Mörder und die Tat bereits eindeutig. Lediglich das Motiv fehlt.

Braucht es da noch einen Rechtsmediziner? Ja, denn die siebte Zeugin ist der Auftakt einer neuen Reihe und die beiden Herren Eberhardt und Dr. Jarmer bilden ein neues Ermittlungsteam. Klar, welcher Autor hier für welchen Protagonisten zuständig war. Rocco Eberhardt, zur Hälfte Italiener sieht seine Arbeit als Spiel an. Es gilt das Gesetz und sein Auftrag ist es, seine Mandanten zu vertreten. Ihm gegenüber steht der Wissenschaftler und Mediziner Dr. Justus Jarmer; er wägt analytisch ab, was in seine Gutachten gehört und was Mutmaßung wäre. Nach anfänglicher Distanziertheit, nähern sich beide an und stellen fest, dass zwischen Schwarz und Weiß manchmal auch noch Raum für mehr ist.

Ich gebe zu, dass mir die Rolle des Rechtsmediziners hier (bisher?) zu kurz kam. Da es aber ein Auftaktband war und die beiden Protagonisten sich ja gerade erst zu schätzen gelernt haben, will ich diesen Umstand mal gelten lassen.

Der Schreibstil hat mich ein bisschen an die TV Serie „Law and Order“ erinnert. Denn hier wird kapitelweise zwischen den Geschehnissen und Ermittlungen hin und her gesprungen. Dies sorgt für ordentliches Tempo in der Handlung. Nach einem dezenten Cliffhanger für Rocco Eberhardt ist zwar die Handlung dieses Buches abgeschlossen, aber der Strafverteidiger steht vor neuen Problemen, bei denen ihm vermutlich Dr. Justus Jarmer helfen wird. Ich vergebe solide 8 von 10 Punkten.

 

Verlag: Knaur TB

erschienen: 2021

Seiten: 320

ISBN: 978-3426527559

Rezension

Rezension // S J Bennett – Das Windsor-Komplott: Die Queen ermittelt (Die Fälle Ihrer Majestät #1)

Das Cover ist ja schon einmal der Hammer schlecht hin. Das typische Queenpink (auf dem Reader leider nur in schwarz weiß), Corgi, Handtasche alles dabei. Und dann ermittelt die Queen jetzt auch noch? Super.

Der Queen bereiten die Ereignisse eines vergangenen (offensichtlich mörderischen) Abends im Schloss Windsor Sorgen; die Ermittler tappen bei der Suche nach dem Mörder eines russischen Pianisten im Dunkeln. Was keiner außer ein paar enge Vertraute wissen dürfen, die Queen ist eine Queen of Crime. Politische und royale Ereignisse machen es einfach hin und wieder notwendig, dass die alte Dame selbst mit etwas Hilfe ein bisschen nach dem Rechten sieht. In einer lockeren Plauderei und trockenen Dialogen wird der Leser mitgenommen. Natürlich wird da die erwartete Neutralität gewahrt. Wo kämen wir da sonst hin…

Vor meinem geistigen Auge hatte ich beim Lesen gleich eine royale Mischung aus Angela Lansbury und Columbo.

Auch wenn Schloss Windsor ein altes Schloss ist, ist es inzwischen mit seinen 500 Bediensteten eine moderne Festung. Die Queen sieht sich als Chefin und pflegt eine besondere Beziehung zu ihren Bediensteten, dass einer von Ihnen ein Mörder sein soll, ist unvorstellbar.

Die Queen kann jedoch scheinbar nicht viel schocken und so resümiert sie wie bei einem Tässchen Tee, wer alles zugegen war und veranlasst ihre engsten Untergebenen zum Ermitteln und zieht ihre Schlussfolgerungen. Die Nebencharaktere in ihrem engsten Umfeld haben ordentlich Potential für Aktion und geistigen Input. So ist die neue schwarze Sekretärin Rozie auch ein ehemaliges Mitglied der Streitkräfte und hat familiäre Verbindungen in ganz London. Wer da noch alles der Queen zur Seite steht, müsst Ihr unbedingt selbst lesen!

Das Buch ist fast ein bisschen wie Cluedo Royal. Die Dialoge zwischen der Queen und Philip sind einfach nur amüsant und ich bin ganz angetan, von der Handlung, den Schlussfolgerungen und den Informationen, die die Queen ihrem Personal zu dem Mord entlockt.

Sollten hiervon noch mehr Bände in Arbeit sein, bin ich voll auf begeistert eine neue Reihe gefunden zu haben und vergebe volle Punktzahl.

 

Verlag: Knaur HC

erschienen: 2021

Seiten: 320

ISBN: 978-3426227404

Rezension

Rezension // Ursula Poznanski – Vanitas: Schwarz wie Erde (Vanitas #1 )

Ein Thriller von Frau Poznanski? Muss ich lesen…..es gibt ja schon einige, aber dies ist eine neue Reihe.

Eine Protagonistin mit einer noch nicht ganz geklärten Vergangenheit und einem Polizisten, der diese aufgrund der Vergangenheit zu Ermittlungsarbeiten zwingt.

Der Vorteil? Polizeiarbeit ist abhängig von allerhand Dienstvorschriften und Gesetzen. Carolin dagegen, lebt inkognito in Wien. Sie arbeitet unscheinbar als Friedhofsgärtnerin. Eigentlich ist sie tot…das Denken bislang gefährliche Menschen aus ihrer Vergangenheit.

Und das soll auch so bleiben. Um dies weiter zu gewährleisten soll sie in Deutschland wieder als Polizeispitzel arbeiten. Ihre Warnungen? Blumen, denn Blumen haben eine eigene Sprache.

Die Idee der Autorin, ihre Ermittlerin von lästigen Regeln freizusprechen, um unkonventionell vorgehen zu können, ist abwechslungsreich gelungen und wird mit der Bedeutung der Blumen garniert. Ich hab mich ein ums andere Mal erwischt, wie ich die Bedeutung der Blumen gegoogelt habe. Man lernt nie aus.

Ursula Poznanski füttert – oder nein fixt – den Thrillerleser mit dieser Reihe an. Denn erst nach und nach erfahren wir von Carolin und ihrer Vergangenheit. Manchmal war ich etwas ratlos und dachte mir, es hätte schon ein bisschen mehr Informationen sein können. Allerdings hätte dies die eigentliche Ermittlungsarbeit überdeckt.

Die zu lösende Ermittlungsarbeit? Verzwickt. Und tatsächlich größer und tiefgreifender als gedacht. Der Fall an sich ist abgeschlossen, aber was Carolins Vergangenheit angeht, müssen wir uns wohl (ein paar Bände?) gedulden.

Ich vergebe volle Punktzahl, da mich dieses Buch bis in die frühen Morgenstunden wachgehalten hat. Ich hoffe auf rasche Fortsetzung und stelle ein literarisches Bouquet mit Vergissmeinnicht, Veilchen, Lilien, Iris, Calla für Ursula Poznanski zusammen

 

Verlag: Knaur HC

erschienen: 2019

Seiten: 384

ISBN: 978-3426226865