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Royal

Rezension

Rezension // S. J. Bennett – Die unhöfliche Tote: Die Queen ermittelt (Die Fälle Ihrer Majestät #2)

Wenn nichts mehr geht, dann müssen es bei mir Royals sein. (Weiß ich auch nicht wieso, ist aber so.) Gott sei Dank, ist gerade der zweite Fall Ihrer Majestät erschienen. Nach dem Windsor-Komplott findet sich erneut eine Leiche im Buckingham Palast und die Queen kann das natürlich nicht einfach so hinnehmen. Obwohl sie gerade aufgrund des Brexit-Referendums, einem verschwundenen Bild und einem Modellsitzen für eine Bildhauerin alle Hände voll zu tun hat, das Oberhaupt Englands zu sein. Daher schickt sie erneut ihre Assistentin Rozie in die Ermittlungsarbeit.

Bereits nach wenigen Zeilen war meine imaginäre Queen als Mischung der realen Queen, Angela Lansbury und Columbo wieder da. Ich finde sie einfach klasse. Mit Small Talk und Beiläufigkeit bekommt sie heraus, was sie wissen will. Schließlich muss sie Neutralität wahren. Souverän meistert sie die Herausforderung von ihrem Umfeld nicht unbedingt als aktive Ermittlerin oder Gefahr für die Bösewichte erkannt zu werden. Es ist ihr sogar recht. Rozie zeigt einmal mehr ihre Qualitäten und schafft die notwendigen Informationen über Personal und die geheimen Tunnel unter dem Palast heran. Dabei wird es sogar gefährlich.

Einmal mehr bekommt man Einblicke über Dienstränge und Personal im Palast. Immer wieder interessant, was es alles für wohlklingende tolle Titel dort gibt. Einleuchtend ist, dass es mit dem Royal Collection Trust eine feste Größe bei der Zuständigkeit der royalen Antiquitäten gibt. Schließlich kann man da schnell den Überblick verlieren, bei den ganzen Immobilen voll mit Kunstwerken. Daher wird die Queen auch belächelt, als sie meint, ihr Bild von der Britannia an einer fremden Wand hängen zu sehen. Doch was macht die Queen so sicher? Warum gibt es auf einmal Drohbriefe unter dem Personal? Und warum müsste die unbeliebte Hausdame sterben?

Cluedo Royal wie ich es gern gedanklich einstufe, wurde vor dem Tod von Prinz Philip geschrieben und so bezeichnet er literarisch weiter die Queen liebevoll als kleinen Kohlkopf. Zeitlich gesehen ist Prinz George ca. 3 Jahre alt, so dass ich aufgrund der tollen Dialoge von Elisabeth und Philip auf weitere Fortsetzungen mit Philip hoffe. Da seit dem ersten Fall erst einige Monate vergangen sind, wäre dies gut machbar. Ich vergebe volle Punktzahl.

 

Verlag: Knaur HC

erschienen: 2021

Seiten: 369

ISBN: 978-3426227411

Rezension

Rezension // Nicole Williams – Glass Castle Prince

Oh was haben wir denn da? Royals? Ein Einzelband? Was für ein Fundstück……Obwohl mir die Autorin bis dato gänzlich unbekannt war, griff ich zu. Schließlich handelt es sich um ein Setting, bei dem man schon sehr viel falsch machen muss, damit es mir so gar nicht gefällt.

Charlotte Everly ist eigentlich Medizinstudentin, doch sie zweifelt an sich und so ist ihr Plan, ein Semester zu pausieren, um sich über ihre Zukunft klar zu werden. Sie nimmt einen Aushilfsjob an, bei dem sie viel Zeit zum Nachdenken hat und allein sein wird. Sie soll die Sommerresidenz der königlichen Familie von Norland am Lake Genovese winterfest machen und pflegen. So lautet der Plan. Doch die Realität sieht ganz anders aus.

Prinz Edward will sich ebenfalls aus der Öffentlichkeit zurückziehen und so steigt er zusammen mit seinen Freunden James, Andrew und Frederick ohne Ankündigung in Valmont Manor ein und erhält einen Schwinger mit einer Bratpfanne, da er fälschlicherweise für einen Einbrecher gehalten wird. Eine Szene wie ich sie zuletzt bei der Love Recipes Reihe von Kate Meader vorgefunden habe. Aber es kommt immer wieder gut, das männliche Zielobjekt in einem Liebesroman vorab einmal niederzustrecken.

Charlotte versucht den männlichen Sauhaufen und das Anwesen unter Kontrolle zu halten und gibt nichts auf Adel, Hierarchien oder Dünkel. Partyplauderei und auch der direkte Dialog mit Edward werden aufgrund ihrer Unerfahrenheit und einem gewissen Etwas dennoch schnell feurig.

Beide, Edward und Charlotte, wollen und müssen die Erwartungshaltung der Eltern erfüllen. Es zeigt sich, dass trotz der Herkunftsunterschiede, die Motive und die Entscheidungsfreiheit nicht groß voneinander abweichen. Es kommt wie es kommen muss….die Presse und auch der König und die Königin erfahren vom jungen aufkeimenden Glück. Hat dieses kleine Pflänzchen eine Chance?

Sicherlich ist der Verlauf ab einem gewissen Punkt vorhersehbar, aber mir haben die Funken, die definitiv zwischen den beiden Charakteren fliegen, gut gefallen. Die Unerfahrenheit von Charlotte und die anfängliche Zurückhaltung von Edward, die in einer gemeinsamen Nacht endet, die die Presse und das Königspaar alarmiert und eine Szenerie in Gang setzt, so dass man das Buch nicht aus der Hand legen mag, sind wunderschön geschrieben. Ich vergebe 9 von 10 Punkten.

 

Verlag: Lyx

erschienen: 2021

Seiten: 336

ISBN: 978-3736316614

Rezension

Rezension // C. C. Benison – Tod im Buckingham Palast: Ihre Majestät ermittelt (Ihre Majestät ermittelt #1)

Hoppla! Da stürzt die Queen doch eines Morgens über die Leiche des Lakaien Robin Tukes. Da dieser als depressiv bekannt war, werden jedoch keine weiteren Ermittlungen angestellt und der Tod als Selbstmord abgestempelt.

Doch das Hausmädchen Jane Bee und auch Ihre Majestät vermuten Mord und sie übernehmen die Suche nach dem Täter.

Ich muss zugeben, dieses Buch liegt schon länger bei mir. Nachdem ich Anfang des Jahres „Das Windsor Komplott: Die Fälle Ihrer Majestät“ von S. J. Bennett gelesen hatte, fiel es mir schwer, mich innerhalb so kurzer Zeit auf noch eine ermittelnde Queen einzulassen. Rückblickend muss ich jedoch sagen, dass dies Quatsch war, denn die Bücher lassen sich nicht völlig miteinander vergleichen.

Die Hauptprotagonistin ist hier eindeutig das Hausmädchen Jane Bee, die Impulse und Ermittlungsansätze von der Queen erhält. Der Schreibstil von C. C. Benison ist im Plauderton geschrieben und spiegelt Jane Bees Gedanken wider. Man hat das Gefühl mit ihr mit zu ermitteln und ein Resümee bei einem Tässchen Tee zu ziehen. Sie war mir dann nach dem unbegründeten schweren Einstieg rasch sympathisch. Denn Jane bezieht den Leser in Tratsch und Klatsch bei Hofe mit ein. Wir erhalten Einblicke in die Hackordnung der Bediensteten und allerlei Dienstposten von denen ich noch nie gehört habe. Habt ihr schon mal vom Pagen of Backstairs, dem Masters of the Household oder dem Palace Steward gehört? Auch wird die Queen nur I.M. oder Mutter genannt.

Es zeigt sich aber auch, dass die Arbeit im Buck House, wie der Buckingham Palast auch genannt wird, sehr eintönig sein kann, wenn nicht gerade ein Mord passiert. Denn Staub muss hier immer gesaugt und gewischt werden.

Die Suche nach dem Mörder bringt reichlich Motive und Verdächtige mit sich und so endet das Buch mit einem echten Cluedofinale. (Das Buch spielt übrigens vor etlichen Jahren, denn hier leben noch einige reale Personen, die inzwischen leider das Zeitliche gesegnet haben oder durch Scheidung nicht mehr zur königlichen Familie dazugehören.)

Ich bin begeistert und bereue es fast ein bisschen, dass das Buch so lange bei mir lag: volle Punktzahl.

Im November 2021 wird Ihre Majestät erneut mit Jane Bee ermitteln. Allerdings geht es diesmal nach Sandringham! Ich bin auf jeden Fall mit dabei. Mal sehen, was wir über Sandringham so alles erfahren…..

 

Verlag: Bastei Lübbe

erschienen: 2021

Seiten: 336

ISBN: 978-3404184064