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Bastei Lübbe

Rezension

Rezension // Kathryn Taylor – Dunmor Castle: Der Halt im Sturm (Dunmor Castle #2)

„Dunmor Castle: Das Licht im Dunkeln“ ist ein Buch, dass mit einem fiesen Cliffhanger den Leser zurückgelassen hat. Lexie Cavendish hat sich bei ihrer Arbeit auf Dunmor Castle rettungslos in Grayson, den Sohn des Burgbesitzers und schärfsten Konkurrenten ihrer Firma, verliebt.

Doch sie ist im Zwiespalt, denn ihr Chef hat ebenfalls Gefühle für sie und hat sie mit Vertragsklauseln an seine Agentur gebunden. Doch sie findet in Grayson und seiner Familie scheinbar mehr, als gedacht.

Auch das Verschwinden ihrer Mutter vor 20 Jahren scheint mit der Burg und den Bewohnern des Dorfes zusammen zu hängen. Lexie will das kleine Dörfchen nicht verlassen, bevor sie die Schatten der Vergangenheit aufgeklärt hat.

Sie bekommt Unterstützung durch ihre Freundin, doch auch die hat einiges an Chaos zu bewältigen.

Kathryn Taylor ist eine Autorin mit einem lockeren und leichten Schreibstil, der einen stets ans Buch fesselt. Dieser Abschlussband hat es in sich, denn scheinbar haben alle etwas zu verbergen und so kann man das Buch kaum aus der Hand legen. Also plant ordentliche Lesezeit ein!

Es gilt zu klären, warum Lexies Mutter verschwand, wer damit zu tun hat oder sogar Schuld daran ist und warum alle Bewohner des Dorfes kein Interesse daran haben, das Verschwinden der Mutter aufzuklären. Die Eifersucht diverser Frauen im Dorf scheint eigentümlich.

Auch die noch nicht geklärten Gründe, warum die Burg verkauft werden muss oder aber warum die Burg nicht verkauft werden darf, müssen ermittelt werden.

Daher hat das Buch für mich den Charakter einer Familiensaga mit ordentlich Liebe und einen Touch „Mord ist ihr Hobby“.

Keine Angst, das Buch findet seinen Abschluss mit einem grandiosen Finale (Taschentücher bereithalten) und einem Ende zum Seufzen. Ich vergebe volle Punktzahl.

 

Verlag: Bastei Lübbe

erschienen: 2019

Seiten: 368

ISBN: 978-3404178520

Rezension

Rezension // Anna Moretti – Effi liest: Eine Romantische Komödie

Effi liest. Häh? Mein Gedanke wanderte sofort zu Theodor Fontane und seine Effi Briest und siehe da, dies ist auch bewusst so gewählt worden.

Das Buch spielt 1894 in Berlin. Die 18-jährige Elena Sophie von Burow, genannt Effi, findet ein Buch, bei deren Lektüre, d.h. eigentlich liest sie nur die ersten Zeilen, sie entdeckt wird

„Physiologie des Genusses“ von Paolo Mantegazza ist jedoch so skandalös für die junge Damenwelt, dass Effi vom vornehmen Mädchenpensionat verwiesen wird. Auf der Heimreise lernt sie den jungen Arzt Maximilian von Waldau kennen.

Von da an wird Effis Leben auf den Kopf gestellt: Tante Auguste reist an und soll über Effi wachen und sie ehetauglich machen. Doch diese hat andere Pläne. Sie will Wissen erlangen. Doch ist dies womöglich aufgrund ihrer zarten Natur schädlich…

Das Buch zeigt mit lustigen Dialogen die widersprüchlichen Entwicklungen dieser Zeit auf. Denn einerseits mach die Medizin Fortschritte und andererseits werden weibliche Launen und medizinische Fragezeichen mit weiblicher Hysterie abgetan.

Das Buch hat die tatsächlichen Schriftwechsel und Taten von Sigmund Freud und Wilhelm Fließ mit einbezogen, denn Max ist bei Wilhelm Fließ angestellt und muss mit Erschrecken feststellen, dass Effi eine Behandlung gegen Hysterie blüht, wenn…

Lest selbst. Ein Buch, das eine romantische Komödie und auch ein Buch zum Nachdenken ist. Aufgrund des Alters der Protagonisten und der Thematik stimme ich dem vom Verlag empfohlenen Alter 16 Jahre zu.

Der Schreibstil lässt sich gut lesen und wird durch den Briefwechsel von Max an seinen Bruder Ben aufgelockert; dessen Antworten wir jedoch nur erahnen können.

Ein Buch mit vorhersehbaren Problem aber interessante Wendungen und Lösungen. Für mich ein echtes Überraschungsbuch, dem ich gern volle Punktzahl gebe und dass mich mein Schultrauma, verursacht durch Effi Briest, verarbeiten lässt.

Es ist auch ein Buch, bei dem man erkennt, das Wissen wichtig ist und dass man hinterfragen sollte. Das Buch ist für alle, die Jane Austen, das Nesthäkchen oder der Trotzkopf kennen und lieben.

 

Verlag: Bastei Lübbe (Lübbe Hardcover)

erschienen: 2019

Seiten: 352

ISBN: 978-3785726525

Rezension

Rezension // Petra Hülsmann – Meistens kommt es anders, wenn man denkt

Für alle, die in ihrem Leben nicht der kürzesten oder praktischsten, sondern der landschaftlich schönsten Route folgen.“ Eine wundervolle Widmung der Autorin, die die Stimmung des Buches passend anfängt. Es ist auch für alle, die ein Gute-Laune-Buch suchen oder dringend eines brauchen. Es kann mit diesem Buch einfach nur ein schöner Lesetag werden.

Der Schreibstil der Autorin ist gewohnt locker und leicht mit einer ganz besonderen Prise Humor.

Nele wechselt aus persönlichen Gründen Ihre Stelle in einer PR Agentur. Doch von da an wird alles kompliziert:

Sie bekommt den Auftrag, einen trockenen und biederen Politiker für den Wahlkampf tauglich zu machen. Der Inhaber der Agentur, Claas, verdreht ihr mit seiner Art und seinem Hund Sally den Kopf. Ihre Eltern beschließen nach jahrzehntelanger wilden Ehe kurzfristig zu heiraten und schieben Planung und Umsetzung auf ihre Tochter. Ihr Bruder Lenny, der das Down-Syndrom hat, braucht Unterstützung im selbstständig werden, da er seine erste Liebe Mia beeindrucken will und einfach den elterlichen Schutz hinter sich lassen will.

Klingt aufregend und ist es für Nele auf jeden Fall. Da geraten Blut und Hormone in Wallung. Unterstützung bekommt sie von ihrer WG-Mitbewohnerin Anni und den Nachbarn Kai und Sebastian, die wir bereits aus dem Buch „Wenn’s einfach wär, würd’s jeder machen“ kennen. Nicht zu vergessen den philosophischen Taxifahrer Knut, der mit seiner trockenen Hamburger Art, Tipps für jeden hat. (Ich bin übrigens dafür, dass Knut einen eigenen Fanclub bekommt.)

Nele und Claas müssen gemeinsam erkennen, dass die Erwartungen von anderen nicht immer oder auf Dauer erfüllt werden können. Ihre Lebensgeschichten bieten in diesem Roman ausreichend Stoff für weitere Entwicklungen und so werden beim Imagekampagne schmieden, beim Marmelade kochen und beim Schlagerfestival die Weichen für die Zukunft gestellt.

Besonders erwähnenswert finde ich auch die Ehrlichkeit von Lenny, die Nele zwar manchmal zum Erröten bringt, aber auch den trockenen Politiker Rüdiger Hofmann-Klasing aus der Reserve lockt. Eine herzige Nebenfigur, die zum Nachdenken anregt.

Auch Neles Mutter, die keine WhatsApp Nachricht ohne kryptische Buchstabenrätsel versenden kann, hat mich ordentlich zum Schmunzeln gebracht.

Ein Buch, dem ich gerne volle Punktzahl vergebe und bei dem ich mich frage, warum ich es nicht viel eher gelesen habe!

 

Verlag: Bastei Lübbe

erschienen: 2019

Seiten: 512

ISBN: 978-3404178230