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Familie

Rezension

Rezension // Jenny Colgan – Hochzeit in der kleinen Sommerküche am Meer (Floras Küche #2)

Nach anfänglichen Einstiegsschwierigkeiten, die sogar so groß waren, dass ich das Buch zwischendurch einmal weg gelegt habe, haben mich die dramatischen Entwicklungen auf der schottischen Insel Mure mitgerissen.

Um die Personen und deren Vorgeschichte verstehen zu können, empfehle ich an dieser Stelle, unbedingt „Die kleine Sommerküche am Meer“ und die Kurzgeschichte „Begegnung in der kleinen Sommerküche am Meer“ zu lesen.

Flora ist betrübt, obwohl sie endlich mit Joel zusammen ist, bekommt sie ihn kaum zu Gesicht. Er muss dauernd für den Milliardär Colton Rogers nach New York und Unmengen Arbeit erledigen. Alle scheinen glücklicher und zufriedener zu sein und obwohl ihr Café gut bei Einheimischen und Touristen angenommen wird, erwirtschaftet sie nicht wirklich Gewinn.

Wer bei diesem Titel an nur eine Hochzeit denkt, der wird überrascht sein. Denn Flora wird alle Hände voll zu tun haben, mit zwei Hochzeiten und jeder Menge hungriger Hochzeitsgäste.

Für Jenny Colgan wieder eine Chance, mit appetitlichen Schilderungen und Rezepten im Anhang, dem Leser den Mund wässrig zu machen.

Als Joel einen Nervenzusammenbruch erleidet und sich auf einer der beiden Hochzeiten eine Beinahe-Katastrophe ereignet, zeigt sich, ob Flora und Joel zusammen gehören.

Auch Saif bekommt die nötigen Gelegenheiten, sich als Inselarzt und auch als Vater zu beweisen. Ein Handlungsstrang der übrigens herzzerreißend ist und Floras Geschichte fast verblassen lässt.

Doch es zeigt sich, dass Liebe auch für vorbelastete Gemüter eine Menge bedeutet, dass Disney Filme verbinden, dass Aberglaube eventuell Wahrheit beinhaltet, dass Freundschaft und Familie eine Menge ausgleichen können, dass Jenny Colgan Bücher mit Herz und Suchtcharakter schreibt und dass ich mich frage, ob Mure wirklich so idyllisch und wunderschön ist.

 

Ich vergebe 8 von 10 Punkten aufgrund meiner Einstiegsschwierigkeiten.

 

Verlag: Piper Taschenbuch

erschienen: 2019

Seiten: 464

ISBN: 978-3492313636

Rezension

Rezension // Stefanie London – Bad Billionaire (New York Bachelors #3)

Das Bad Bachelor App schlug bereits in den Vorbänden „Bad Bachelor“ und „Bad Boss“ hohe Wellen. Denn die Damenwelt kann hier die Herren der Schöpfung bewerten wie ein gekauftes und gelesenes Buch beim großen Onlineriesen. Wir erfuhren von den Auswirkungen des Bad Bachelor Apps und seine Folgen für die Männer und Frauen.

Nicht alle Nutzer bewerten fair und so wird für Annie die Luft immer dünner. Sie erschuf das App in einem schwachen Moment. Sie wollte, als ihr Herz brach, Gerechtigkeit und Offenheit für alle Frauen beim Dating. Dass sie dadurch zur Gejagten wird, hätte sie nie für möglich gehalten und dass ihr Ex Joseph irgendwann wieder vor ihr steht auch nicht….

Aufgrund der aufbauenden Handlung empfehle ich die Vorbände über Annies Freundinnen Darcy und Remi zu lesen.

Annie ist eine eindrucksvolle Protagonistin. Sie hat Prinzipien und Gründe für die App und möchte eigentlich damit nur Gutes erreichen. Als die App ausgenutzt wird, die Stimmung in der Öffentlichkeit gegen die anonyme Programmiererin kippt und auch ihre Freundschaft zu Darcy und Remi auf dem Spiel steht, ist sie ein wenig hilflos.

Doch sie findet einen bewundernswerten Weg sich durch zu beißen. Dabei kommt sie ihrem Ex Joseph nahe. Sehr nahe. Als die Bedrohung konkret wird, eilt er als Retter in der Not zur Hilfe.

Beide können glaubhaft ihre Motive zu Trennung darlegen und aufarbeiten. Hierbei sind die Familien der beiden entscheidend. Eine italienische Familie mit dem runden Esstisch und der stets offenen Tür tritt hier gegen versnobte Businesstypen an, die kaum an einem gemeinsamen Tisch sitzen können ohne über Geld zu reden. Einen besonderen Pluspunkt gebe ich noch für die Pokerrunde von Annie Mutter. Die Damen haben wirklich was drauf.

Eine Buch mit all den nötigen Höhen und Tiefen, Liebe, Erotik und Spannung und Humor: volle Punktzahl!

 

Verlag: Forever

erschienen: 2019

Seiten: 304

ASIN: B07J2P1VBF

Rezension

Rezension // Neal und Jarrod Shusterman – Dry

Es soll bald wieder warm/heiß werden. Hier hab ich das richtige Buch für Euch: Es wird Euch die Schweißperlen auf die Stirn treiben.

Neal Shusterman hat mit seinem Sohn Jarrod ein Buch geschrieben. Das Duo hat einen schönen und mitreißenden Schreibstil. Bereits auf den ersten Seiten konnte ich die Ratlosigkeit von Alyssas Familie, als der große Tap-Out beginnt, nachvollziehen.

Die planlose Reaktion der Bewohner der spießigen Siedlung in den USA kennzeichnet vermutlich in beängstigender Art und Weise, wie planlos man auf solche derart ausufernden Situationen reagieren würde, wenn das Trinkwasser versiegt.

Marc Elsberg (Blackout) meets Neal und Jarrod Shusterman.

Nur handelt es sich nicht nur um Strom, sondern um das überlebenswichtige Wasser. Wasser, das der Mensch, die Tiere und die Natur zum Überleben braucht. Ohne das können viele Versorgungen nicht aufrechterhalten oder nachproduziert werden. Die Sonne brennt erbärmlich. Es gibt medizinische Engpässe. Krankheiten und Brände brechen aus.

Wie schnell ist man bereit fürs Überleben seine moralischen Grundsätze über den Haufen zu werfen? Wie weit reicht die eigene Menschlichkeit?

Alyssa und ihr Bruder sind gezwungen, sich mit anderen Jugendlichen zusammenzutun, um diesen Kampf zu bestreiten.

Eine psychologische Fallstudie, denn außer dieser Notsituation hätten diese Jugendlichen nicht viel gemeinsam.

Es zeigt sich, dass man einfallsreich sein muss, um die hier aufgezeigten katastrophalen Folgen des Klimawandels überleben zu können.

Vielleicht mag der ein oder andere seine Einstellung zu „Fridays for Future“ und Klimaschutz nach diesem Buch überdenken oder seine Meinung festigen.

Obwohl es als Jugendbuch deklariert ist, ist es packend und dürfte auch einige Erwachsene fesseln. Die Empfehlung des Verlages ist hier ca. 14 Jahre. Hier würde ich allerdings auch auf den Entwicklungsstand des Kindes Rücksicht nehmen und ggfs. auch nachfragen, ob es Redebedarf gibt.

Denn die im Buch aufgezeigten Wege, um das nackte Überleben zu kämpfen sind nicht ohne. Ein paar Mal musste auch ich schlucken und mir die Frage stellen; wie gut wäre unser Land und die eigene Familie vorbereitet?

Ein großartiges Buch mit leider brandaktuellem Bezug. Ich vergebe volle Punktzahl.

 

Verlag: FISCHER Sauerländer

erschienen: 2019

Seiten: 448

ISBN: 978-3737356381