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Familie

Rezension

Rezension // Kristin Harmel – Das Buch der verschollenen Namen

Kristin Harmels Buch „Solange am Himmel Sterne stehen“ hat mich damals beeindruckt und mitgerissen. Da das Buch „Über uns der Himmel“ nicht ganz mithalten konnte, habe ich die zwischenzeitlich erschienen Bücher ignoriert. Gott sei Dank, hat mich der Klappentext nun angesprochen, so dass ich gleich nach Erscheinen das Buch auf meinen eReader geladen habe. Seid gewarnt: Ihr werdet eine Nachtschicht einlegen! Ich habe das Buch in 24 Stunden gelesen, weil ich es nicht aus der Hand legen konnte.

Das Buch spielt auf zwei Zeitebenen:

Im Mai 2005 liest Eva Abrams in einer Zeitung vom Berliner Bibliothekar Otto Kühn, der in einer Ausgabe des französischen Buches „Epitres et Evangelis“ einen Code entdeckt hat, der ihm keine Ruhe lässt. Das Buch stammt aus einem Bestand von Büchern, die während des 2. Weltkrieges von den Nazis gestohlen wurden und ein Geheimnis enthält. Ein Geheimnis, dass die inzwischen 86jährige Eva kennt. Sie macht sich auf den Weg von Amerika in das einst so gefürchtete Deutschland.

Im Juli 1942 gehen in Paris Gerüchte um. Die Juden sollen alle verhaftet werden. Doch warum sollte dies unzähligen ehrbaren Bürgern passieren? Sie haben schließlich nichts Unrechtes getan. Die junge Eva Traube kann diesen Gerüchten kaum Glauben schenken. Doch eines Abends ist es so weit und nur durch einen Zufall können Eva und ihre Mutter entkommen. Sie finden Zuflucht im kleinen Bergdorf Aurignon und Evas künstlerisches Talent sorgt dafür, dass sie für die Résistance in einer katholischen Kirche Papiere zu fälschen beginnt. Sie hat die Chance durch ihre Fälschungen unzähligen Menschen, besonders Kindern, das Leben zu retten. Kinder, die sich später vielleicht nicht mehr an ihren Geburtsnamen erinnern werden können…und so entsteht das Buch der verschollenen Namen.

Eva ist hin und her gerissen, denn ihre Mutter ist durch Trauer und Angst verbittert. Doch der Wunsch, so vielen wie möglich zu helfen und die Hoffnung zu Überleben, ist alles, woran sie sich klammert. Evas Beweggründe und auch ihre Gefühle sind bewegend geschildert und man fiebert und leidet mit ihr mit. Sie ist gespalten. Einerseits versucht sie ihre Mutter zu beschützen und hofft, dass ihr Vater überlebt hat. Andererseits ist die Realität brutal und schonungslos. Durch die Résistance hat sie Einblicke und Informationen, die ihre Mutter einfach nicht wahrhaben will. Als Ihre Zelle verraten wird, geraten alle in Gefahr.

Das Zwischenmenschliche in diesem Buch ist das Besondere. Die Mitglieder der Résistance werden zu einer Art Familie. Obwohl jeder nicht viel über den anderen wissen darf, verbindet alle das Gute im Herzen. Nicht Name, Nation oder Religion sind hier entscheidend, sondern das Herz.

Es sind Szenen in diesem Buch, die vielleicht manchen zur Taschentuchbox greifen lassen werden, aber es ist ein Buch gegen das Vergessen! Denn leider zeigt sich auch 2021, dass die Vergangenheit nicht vergessen werden darf!

Ich vergebe volle Punktzahl und möchte die Rezension mit einem Zitat aus dem Buch abschließen:

„Wir sind nur für die Dinge verantwortlich, die wir selbst tun – oder zu tun versäumen.“

 

Verlag: Knaur HC

erschienen: 2021

Seiten: 384

ISBN: 978-3426227138

Rezension

Rezension // Charlotte McGregor – Highland Hope: Ein Pub für Kirkby (Highland Hope #2)

Auf geht es wieder in die Highlands zu den Frasers. Nachdem im Vorband Alex Fraser verkuppelt wurde, ist nun Isla dran. Die temperamentvolle, kantige und manchmal sehr direkte Sterneköchin wirbelt nicht nur in ihrer Küche herum, sie wirbelt auch bald das Leben von Jon Grant durcheinander.

Dieser hat sich von seinem Studienfreund Collum zum Ausstieg bequatschen lassen. Nach einem Burn-out plant er, sich den Traum vom eigenen Pub zu erfüllen und kann den Lockrufen vom emsigen Bürgermeister nicht widerstehen. Er kann aber auch dem Drang nach Schokoriegeln und Neckereien mit der anfänglich biestigen Isla nicht widerstehen und schon fliegen schnell die Fetzen und Funken.

Obwohl Isla nicht seinem normalen Beuteschema entspricht und Kirkby nicht die Vorzüge einer Metropole wie London hat, fühlt er sich mehr und mehr zu Hause.

Der Schreibstil von Charlotte McGregor und die Schilderungen von Kirkby lassen einen (genau wie Jon) entschleunigen. Solche netten Nachbarn, auch wenn sie ein bisschen neugierig sind, hätte man doch auch gern…..oder einen idyllischen Pub für ein Gläschen am Abend….oder aber sogar das Menü, was Isla ihrer Kundschaft kredenzt. Ich muss Euch warnen, ich hatte beim Lesen teilweise ordentlich Hunger.

Als Islas Konkurrent Rodney Swinton die Messer wetzt, zeigt sich, wer das Herz am rechten Fleck hat. Tatsächlich finden sich ein paar sozialkritische Töne im kulinarischen Wettkampf wieder und da der Gegner mit unfairen Mitteln kämpft, wird es tatsächlich kritisch für das junge Glück.

Spritzige Dialoge, in einem Wohlfühlort mit grüner Landschaft drumherum, Liebe, einem Tierbonus und ein paar schrulligen Nebenprotagonisten, die den Wunsch nach noch vielen Teilen der Highland Hope Reihe wecken und schon ist der Lesegenuss perfekt: volle Punktzahl!

 

Verlag: Heyne

erschienen: 2021

Seiten: 496

ISBN: 978-3453424845

Rezension

Rezension // Piper Rayne – Desires of a Rebel Girl (Baileys #6)

Auf wen von den Baileys würde die Beschreibung „Rebel Girl“ wohl am besten passen? Genau: Phoenix Bailey. Hat sie bereits im ersten Band dafür gesorgt, das ihr Bruder Austin fast graue Haare bekam, macht sie nun den Musikproduzenten Griffin ganz nervös. Denn Phoenix will mit allen Mitteln Sängerin werden und da Griffin nach Lake Starlight zieht und für seinen Sohn Maverick eine Nanny braucht, greift Phoenix mit Hilfe ihrer Grandma in die Trickkiste.

Aufgrund der zahlreichen Baileys, der Vorgeschichte dieser Familie und den Besonderheiten der idyllischen Stadt Lake Starlight mitten in der wunderschön geschilderten Natur von Alaska empfehle ich unbedingt die Reihenfolge einzuhalten. Euch geht sonst bei dieser wundervollen Geschichte aus dem Genre small town wirklich allerhand verloren. Eigentlich ist es ja eine einzige große Geschichte über die Baileys, die in jedem Band eine Person hervorhebt.

Ich liebe den Schreibstil der Autorinnen, die hinter Piper Rayne stecken. Es wird gelacht, gefetzt, geweint und geliebt. Ab und an knistert es und auch diese Szenen sind sehr gelungen….

Griffin ist der Aussteiger aus der Musikindustrie. Er will Presse und den Kampf um Künstler hinter sich lassen. Sein kleiner Sohn Maverick ist bereits ein Abbild dieser Industrie aus Schein und Sein. Er soll wieder Kind sein und sich nicht mit dem Handy als kleiner Erwachsener geben. Als beide auf die impulsive Phoenix treffen, hat diese beide eigentlich schon in der Tasche. Schließlich war sie selbst ein Problemkind und weiß genau, wie der Hase läuft.

Denver Bailey, der Freund von Griffin, ist natürlich nicht begeistert von diesem Arrangement. Er sieht bereits Probleme aufziehen und damit hat er nicht ganz Unrecht. Denn Griffin und Phoenix können die Anziehungskraft nicht leugnen und bereits Grandma Dori und Juno Bailey, die Kupplerin, haben Lunte gerochen.

Die Entwicklung von Phoenix, Griffin und auch Maverick haben mir gut gefallen. Maverick zeigt in der Idylle Alaska wieder kindlichen Charme und taut auf. Anfänglich frech und fast großkotzig, genießt er Phoenix Unterstützung und bekommt mit Grandma Dori eine „Leihoma“ dazu. Phoenix stellt ihren Wunsch Sängerin zu werden etwas zurück, als sie vom Ausstieg von Griffin erfährt. Sie ist eindeutig Team Maverick, als er sie braucht.

Griffin? Dem kribbelt es unter den Fingern: Phoenix zieht ihn an, obwohl er seinem Freund Denver versprochen hat, sich zu benehmen und als sie auch noch singt, geht die Leidenschaft für Musik und diese junge Frau mit ihm durch.

Ob eine Rückkehr ins Haifischbecken Los Angeles und damit eine Fernbeziehung für diese Drei in Betracht kommt und warum bei den anderen Baileyfrauen die Hormone aus dem Lot geraten sind, müsst ihr unbedingt lesen.

Am Ende erwartet uns noch ein tränenreicher Cliffhanger um Juno und die Aussicht auf weitere Baileys. Ich bin gespannt, ob der Verlag auch die angekündigte Bonusgeschichte „Operation Babies“ veröffentlich oder rein bei den Büchern der Baileymitglieder bleibt. Immerhin scheint der Clan und damit auch die Chance auf weitere Bücher zu wachsen. Ich liebe diese Reihe und vergebe volle Punktzahl.

 

Verlag: Forever

erschienen: 2021

Seiten: 259

ASIN: ‎ B093T2CGWW