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Familie

Rezension

Rezension // Måns Gahrton – Sonja und die Ent-Scheidungsmütze

Auf dieses Buch bin ich natürlich durch den interessanten Titel gestoßen. Meine Namensvetterin hat eine Ent-Scheidungsmütze? Was ist das? Braucht man das? Man braucht es nicht, aber leider stehen viele Kinder vor einem ähnlichen Problem:

Sonjas Eltern haben sich getrennt. Sie lebt abwechselnd bei ihrem Vater und ihrer Mutter. Als die kalte Jahreszeit anbricht, schenkt ihr Vater ihr eine Mütze, die ihre Mutter einst ihrem Vater gestrickt hat. Der Vater denkt bedauernd an die Zeit zurück und freut sich, dass Sonja diese Mütze gern im Kindergarten trägt. Doch als ihre Mutter diese Mütze sieht, kauft sie kurzerhand eine neue. Die hat Sonja aber auch gern. Sie ist hin und hergerissen. Irgendwann wird Sonja das alles Zuviel und mag beide nicht mehr….

Das Buch beschreibt durch diese einfache Geschichte die Zerrissenheit von Sonja. Bereits auf dem bunten Cover und die wundervollen Bilder von Johan Unenge kann man das Wirrwarr in Sonja Kopf erahnen. Sie sitzt im wahrsten Sinne des Wortes zwischen den Stühlen. Beide Elternteile sind noch mit sich selbst beschäftigt. Sie verarbeiten die Trennung unterschiedlich und nehmen auf Sonja keine Rücksicht. Der Vater sitzt noch auf den Umzugskisten, während die Mutter bereits in ein neues Leben startet. Sonja zählt die Schritte vom Kindergarten zu ihrem Vater und zu ihrer Mutter. Beide sind von dort fast gleich entfernt, aber zueinander ist die Entfernung sehr, sehr groß. An dieser Stelle möchte man Sonja einfach nur umarmen und mit den Eltern aufgrund des mangelnden Verständnisses schimpfen.

Doch nehmen wir das Buch als Verbesserungsvorschlag mit dem darin enthaltenen Appell bei Trennungen: Stellt Eure Kinder nicht vor die Wahl, wenn eine dauerhafte Entscheidung nicht nötig ist. Beide Elternteile sind gleichberechtigt.

Ich vergebe volle Punktzahl und schaut unbedingt auf das versöhnliche Ende, wer im Sommer die beiden Mützen trägt. 😉

 

 

Verlag: Carlsen

erschienen: 2022

Seiten: 40

ISBN: 978-3551522030

Rezension

Rezension // Vanessa Sangue – Kings of the Underworld: Maxim (Kings of the Underworld #1)

Sind Mafiosi jetzt die neuen männlichen Zielobjekte? Nach Millionären, Rockstars und Köchen scheint sich nun ein neuer Trend abzuzeichnen. Immerhin sind es Bad Boys mit Geld und Knarre. Brandgefährlich und eine Herausforderung beim Zähmen.

Vanessa Sangue ist mir bereits durch die „Cosa Nostra“ Dilogie aufgefallen. Ein toller mitreisender Schreibstil mit pikanten Szenen. Während die „Cosa Nostra“ Dilogie auf knallharte Erwachsene mit Hang zu SM setzte, handelt es sich hier jedoch um Young Adult mit einem Hauch von Bad Boy a la Mafiosi.

Anya Grace Krylow weiß das alles von Kindesbeinen an. Immerhin ist sie Tochter eines Mafiabosses aus New York. Ihr wird schon früh ein korrektes Verhalten eingetrichtert. Ihr fehlt es an nichts – bis auf Freiheit. Hart erkämpft hat sie sich ein Studium in Baltimore. Allerdings mit ihrem großen Bruder im Gepäck und untergebracht in der Wohnung seines besten Freundes Maxim „The King“ Gromow. Er leitet dort die Mafiageschäfte und ist genau wie Anyas Bruder Nikolai für ihre Sicherheit verantwortlich.

Das Ganze hat bloß einen riesigen Haken. Anya und Maxim sind bereits seit Jahren verliebt ineinander. Doch durch die Erwartungen und die Stellungen innerhalb der Mafiaorganisation haben beide dieses blöde Gefühl namens Liebe unterdrückt und es einander nie gestanden. Blöd, wenn das Gefühl sich aber auf Dauer nicht unterdrücken lässt…..

Mir hat die Handlung sehr gut gefallen. Anya ist eine junge Frau, die aus dem goldenen Käfig ihrer Männerwelt versucht zu entkommen. Die Universität von Baltimore mit all den Studenten bietet ihr eine nie dagewesene Entfaltung. Das man jedoch als Mafiasprössling nicht alles vergessen darf und Liebe ein ganz eigenes Gefühl ist, müsst ihr selbst Lesen: ich vergebe 9 von 10 Punkten und bin auf den zweiten Band mit Anyas Bruder Nikolai schon gespannt.

 

Verlag: LYX.digital

erschienen: 2022

Seiten: 376

ASIN: B09RSMXMJQ

Rezension

Rezension // Emiko Jean – Tokyo ever after: Prinzessin auf Probe (Tokyo ever after #1)

Royals; ich liebe sie und hier haben wir doch mal eine Geschichte mit einem ganz besonderen Aspekt: die junge Amerikanerin Izumi Tanaka, genannt Izzy, erfährt nämlich mitten in ihrem letzten Highschool Jahr, das ihr Vater niemand anderes als der japanische Kronprinz ist. Ein Kulturenclash der Izzy ordentlich Probleme bereitet und mir wundervolle Lesestunden beschert hat.

Izzy ist ein amerikanischer Teenager wie er im Buche steht. Mit einer Clique an Freundinnen meistert sie ihren Alltag und grundsätzlich ist es okay, dass ihre Mutter alleinerziehend ist. Doch irgendwie wäre es doch ganz interessant, wo ihre Wurzeln sind. Die Geister, die ich rief…..denn ist der Vater ein Kronprinz, ist es egal, aus welchem Land man kommt. Die Presse und die Angehörigen des Königshauses stürzen sich mit unterschiedlichen Erwartungen und Motiven auf den royalen Sprössling. Das dabei die japanische Kultur aufgrund der Strenge, der Autorität und der Leistungsorientierung sehr eigen ist, ist für eine freiheitsliebende Amerikanerin mit Mandelaugen, die noch nicht einmal japanisch spricht, aufreibend und stressig.

Der Schreibstil der Autorin hat mir von Anfang an gut gefallen, denn Izzy ist schlagfertig und durch die amerikanische Popkultur geprägt. Die Handlung wird durch Berichte der fiktiven Zeitung „Tokyo Tattler“ und schlagfertige Dialoge befeuert. Schließlich wird eine amerikanische junge Frau wohl kaum demütig im Kimono still durch die Gegend tippeln. Oh nein. Doch sind Tokyo und auch ihr Leibwächter bereit dafür? Oder wird Izzy an dem Druck zerbrechen? Wem kann man trauen?

Neben dieser Problematik, die schon in Filmen wie „Plötzlich Prinzessin“ thematisiert wurde, wartet ein Sammelsurium an Charakteren auf Izzy. Ein vielversprechender Auftakt einer Reihe, da es im Englischen bereits einen zweiten Band gibt, den ich am liebsten gleich übersetzt lesen würde: volle Punktzahl.

 

 

Verlag: dtv Verlagsgesellschaft mbH & Co. KG

erschienen: 2022

Seiten: 384

ISBN: 978-3423763929