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England

Rezension

Rezension // C. C. Benison – Tod im Buckingham Palast: Ihre Majestät ermittelt (Ihre Majestät ermittelt #1)

Hoppla! Da stürzt die Queen doch eines Morgens über die Leiche des Lakaien Robin Tukes. Da dieser als depressiv bekannt war, werden jedoch keine weiteren Ermittlungen angestellt und der Tod als Selbstmord abgestempelt.

Doch das Hausmädchen Jane Bee und auch Ihre Majestät vermuten Mord und sie übernehmen die Suche nach dem Täter.

Ich muss zugeben, dieses Buch liegt schon länger bei mir. Nachdem ich Anfang des Jahres „Das Windsor Komplott: Die Fälle Ihrer Majestät“ von S. J. Bennett gelesen hatte, fiel es mir schwer, mich innerhalb so kurzer Zeit auf noch eine ermittelnde Queen einzulassen. Rückblickend muss ich jedoch sagen, dass dies Quatsch war, denn die Bücher lassen sich nicht völlig miteinander vergleichen.

Die Hauptprotagonistin ist hier eindeutig das Hausmädchen Jane Bee, die Impulse und Ermittlungsansätze von der Queen erhält. Der Schreibstil von C. C. Benison ist im Plauderton geschrieben und spiegelt Jane Bees Gedanken wider. Man hat das Gefühl mit ihr mit zu ermitteln und ein Resümee bei einem Tässchen Tee zu ziehen. Sie war mir dann nach dem unbegründeten schweren Einstieg rasch sympathisch. Denn Jane bezieht den Leser in Tratsch und Klatsch bei Hofe mit ein. Wir erhalten Einblicke in die Hackordnung der Bediensteten und allerlei Dienstposten von denen ich noch nie gehört habe. Habt ihr schon mal vom Pagen of Backstairs, dem Masters of the Household oder dem Palace Steward gehört? Auch wird die Queen nur I.M. oder Mutter genannt.

Es zeigt sich aber auch, dass die Arbeit im Buck House, wie der Buckingham Palast auch genannt wird, sehr eintönig sein kann, wenn nicht gerade ein Mord passiert. Denn Staub muss hier immer gesaugt und gewischt werden.

Die Suche nach dem Mörder bringt reichlich Motive und Verdächtige mit sich und so endet das Buch mit einem echten Cluedofinale. (Das Buch spielt übrigens vor etlichen Jahren, denn hier leben noch einige reale Personen, die inzwischen leider das Zeitliche gesegnet haben oder durch Scheidung nicht mehr zur königlichen Familie dazugehören.)

Ich bin begeistert und bereue es fast ein bisschen, dass das Buch so lange bei mir lag: volle Punktzahl.

Im November 2021 wird Ihre Majestät erneut mit Jane Bee ermitteln. Allerdings geht es diesmal nach Sandringham! Ich bin auf jeden Fall mit dabei. Mal sehen, was wir über Sandringham so alles erfahren…..

 

Verlag: Bastei Lübbe

erschienen: 2021

Seiten: 336

ISBN: 978-3404184064

Rezension

Rezension // Katharina Herzog – Wie Träume im Sommerwind

Clara und Emilia: zwei Inselkinder, behütet aufgewachsen auf dem Rosenhof auf Usedom. Clara machte die Gärtnerlehre im Betrieb der Eltern und Emilia floh nach Paris, um dort zu studieren.

Als Clara einen schweren Autounfall hat, kehrt Emilia jedoch nach Hause zurück, um für Claras Kinder Lizzy und Felix da zu sein. Obwohl sie sich selbst noch als Kind sieht, muss sie sich zusammenreißen; denn die Familie steht vor großen Problemen: der Rosenhof steht kurz vor der Insolvenz. Als sie herausfindet, dass Clara eine Reise nach England plante, um den Rosenhof zu retten, macht sie sich mit Lizzy und dem Jugendfreund Josh auf und sie findet viel mehr als sie erwartet hätte….

Emilia hat mir als Protagonistin gleich gut gefallen. Sie ist sympathisch und bisher hat nicht immer alles geklappt, wie sie es sich vorgestellt hat. Doch sie vergisst dabei ihre Familie nicht und zögert nicht, nach Hause zurück zu kehren, obwohl sie dort befürchten muss, dass ihre Eltern erfahren, dass sie das Studium an der Ecole de Givaudan nicht geschafft hat. Ihre Nase hat sie bei dem Studium über Düfte zwar nicht im Stich gelassen, aber ihr Gedächtnis. Ein sympathisches Defizit. Düfte – nicht nur Emilia schnuppert sich durch die Handlung. Katharina Herzog beschreibt den Rosenhof und auch die Zusammensetzung von Düften nicht nur blumig sondern auch anschaulich, so dass man fast die Szenen gerochen hat. Der lockere und leichte Schreibstil zieht sich durch die Handlung und so fliegen die Seiten nur so dahin.

Was könnte den Rosenhof retten? Genau! Eine Rose! Und zwar eine ganz besondere….und die gibt es in England. England ist schließlich für Gartenlandschaften und alte Sorten berühmt. Ohne zuviel zu verraten, darf ich sagen, dass Emilia schließlich Claras verbotene Liebe und einen Weg für die Rettung des Rosenhofes findet. Was es damit auf sich hat, müsst ihr unbedingt selbst lesen! Dass die gemeinsame Reise auch die Liebe für ihren Jugendfreund wieder aufblühen lässt und die rebellische Lizzy ihre Emotionen in den Griff bekommt, ist Bonusmaterial vom Feinsten.

Ein bisschen erinnerte mich die Geschichte an eine Serie mit Richard Chamberlain, die von meiner Oma sehr geliebt wurde. Dort gab es auch eine Szene mit einer Rose als Sinnbild für eine Liebe, die nicht sein durfte. Ich vergebe volle Punktzahl.

 

Verlag: Rowohlt

erschienen: 2021

Seiten: 352

ISBN: 978-3499275258

Rezension

Rezension // Jenny Colgan – Happy Ever After: Wo Geschichten neu beginnen (Happy Ever After #3)

Lissa versorgt als mobile Krankenschwester Patienten in ganz London. Als sie eines Tages ein traumatisches Erlebnis hat, wird klar: sie braucht einen Tapetenwechsel! Der National Health Service bietet in solchen Fällen einen Tausch an. Der Pfleger und Ex-Soldat Cormac aus Kirrinfief benötigt dagegen ebenfalls einen Blickwechsel und so tauschen beide für 3 Monate Unterkünfte und Patienten.

Klingt einfach, birgt allerdings einige Besonderheiten. Stadt- gegen Landleben einzutauschen oder umgekehrt, sorgt bei beiden Protagonisten für Verwirrung und leichte Anpassungsschwierigkeiten. Während man in London nach Feierabend anonym für sich bleiben kann, ist Feierabend auf dem Land nur pro forma. Wenn man da ist, ist man da und man hat auch mit allen und jedem ein nettes Wort zu wechseln. Während Lissa anfänglich von den redseligen Schotten etwas überfordert zu sein scheint, fühlt sich Cormac in der großen Stadt voller Menschen allein. Beide haben mit der anders getakteten Umgebung zu kämpfen und so beginnt ein Emailaustausch über Patienten zu einem Austausch über das eigene Leben zu werden. Für beide ist es der Beginn eines neuen Lebenskapitels. Witzig unterstrichen werden Cormacs Emails übrigens von kleinen Zeichnungen, die nicht nur Lissa zum Lächeln bringen.

Lissa muss das Erlebte aufarbeiten und sich in lustigen Situationen auf dem Land behaupten. Cormac wird klar, dass er seine Zeit beim Militär noch gar nicht ganz verarbeitet hat und dass er dies durch sein Leben im idyllischen Schottland bisher gut unterdrückt hat.

Wie ein schlagendes Herz und ein kleiner Igel die beiden miteinander verbindet, müsst ihr unbedingt selbst lesen. Ich vergebe volle Punktzahl!

Kirrinfief ist uns übrigens bereits aus den ersten beiden Bänden von Happy Ever After bekannt und so trifft Lissa natürlich auf bereits liebgewonnene Protagonisten wie zum Beispiel Zoe und Nina. Wer die anderen Bände nicht kennt, wird sich allerdings problemlos in der Handlung zurecht finden. Doch ehrlich, ihr verpasst etwas, holt es unbedingt nach! Ich hoffe ja, dass die Autorin noch einige Städter in dieses kleine Dörfchen lockt…

 

Verlag: Piper

erschienen: 2021

Seiten: 512

ISBN: 978-3492316620