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Schottland

Rezension

Rezension // Jenny Colgan – Happy Ever After: Wo das Glück zu Hause ist (Happy Ever After #1)

Jenny Colgan hat nach einer Bäckerei und einer Sommerküche ein neues Objekt für ihre Wohlfühlbücher gefunden: ein Bücherbus!

Als die Bibliothekarin Nina wegrationalisiert und ihre Bücherei geschlossen wird, erfüllt sie sich mutig ihren Herzenswunsch: einen kleinen Buchladen und damit dieser die Leser auch überall erreicht und die Kosten nicht zu hoch sind, verlegt sie diesen in einen alten Bus. Der damit verbundene Umzug von der Stadt in die schottischen Highlands ist für Nina anfänglich ein Kulturschock, denn die Bewohner sind hier so anders….und einer ganz besonders….

Nina war mir bereits auf den ersten Seiten sympathisch. Ein kleiner Bücherwurm, der Bücher hortet und beschützt und von Mr. Darcy, Heathcliff und Christian Gray träumt. Sie bekommt die Chance, aus der Not eine Tugend zu machen, rettet die Bücher der Bücherei und erfüllt sich einen lang gehegten Traum. Mutig und beneidenswert.

Jenny Colgan schildert wundervoll die schottische Landschaft und die damit verbundene Freiheit. Zurückgelassen werden die erdrückende Stadt und das hektische Treiben dort. Man meint fast, die Atmosphäre des Buches beim Lesen wahrnehmen zu können. Das Buch ist durch den angenehmen Schreibstil Balsam für die Seele und ich konnte es kaum aus der Hand legen.

Es ist vielseitig, da die Bewohner der Highlands mit ihren unterschiedlichen Charakteren für Nina einige Herausforderungen bereithalten. Freundschaften werden geschlossen und sie integriert sich nach und nach in die ländliche Gemeinschaft. Ein bisschen musste ich an die alte TV-Serie „Der Doktor und das liebe Vieh“ denken, denn der mürrische Bauer von nebenan fordert Ninas Hilfe an und berührt auch ihr Herz…

Mehr verrate ich nicht. Lest dieses Buch unbedingt selbst. Ich liebe es und vergebe volle Punktzahl.

Unabhängig von der Bewertung finde ich, das Cover und Titel sehr unglücklich gewählt wurden. Wäre es kein Buch von Jenny Colgan ich hätte es vermutlich im Laden gelassen. Die Art des Covers und auch der Titel sagen mir überhaupt nicht zu. Man hat auch keinen Wiedererkennungswert, wie bei den anderen Titeln. Man hätte sich hier mehr am englischen Titel „The Little Shop of Happy Ever After“ orientieren und die Machart der bisherigen deutschen Cover beibehalten sollen.

 

Verlag: Piper

erschienen: 2020

Seiten: 448

ISBN: 978-3492316347

 

© Sonja Kochmann

Rezension

Rezension // Jenny Colgan – Weihnachten in der kleinen Sommerküche am Meer (Floras Küche #3)

Ist es schon Zeit für ein Weihnachtsbuch? Normalerweise meide ich diese Bücher und lese sie nur, wenn sie zu einer meiner Lieblingsreihen gehören.

Ich fühle mich immer in die Jahreszeit hinein gezwungen und lese eigentlich gern Bücher unabhängig von der Jahreszeit. Bei Flora auf der kleinen schottischen Insel Mure, mache ich jedoch gerne eine Ausnahme.

Aufgrund der Entwicklungen der Protagonisten und der Ereignisse haltet bitte beim Lesen die Reihenfolge ein!

Flora hat in der Vorweihnachtszeit ordentlich zu tun. Allerhand Gebäck muss vorbereitet werden, um in Annies Küche die Inselbewohner und die Touristen mit regionalen Köstlichkeiten zu verwöhnen.

Dabei geht ihr so viel im Kopf herum: Colton liegt aufgrund seiner Krebserkrankung im Sterben und sein Mann Fintan, Floras Bruder, leidet. Joel, Coltons Anwalt und Floras Freund, ist zur Regelung des anstehenden Nachlasses in New York und das, obwohl Flora gerade festgestellt hat, dass sie schwanger ist. Da auf der kleinen Insel eigentlich jeder über jeden Bescheid weiß, versucht Flora, dies zu verbergen, um Joel diese Neuigkeit als erste überbringen zu können. Doch es kommt alles ganz anders…

Jenny Colgan hat mit diesem Band ein melancholisches aber auch sehr schönes Buch abgeliefert. Die weihnachtliche Stimmung ist natürlich Garant dafür, dass alle Protagonisten und auch der Leser selbst mit Emotionen zu kämpfen haben. Das geschilderte Wetter und die eisigen Verhältnisse lassen einen direkt frösteln und zur Teetasse greifen. Dennoch könnte ich mir einen Ausflug in diese raue Insellandschaft, Dank der Autorin, durchaus vorstellen.

Durch den Vorband „Hochzeit in der kleinen Sommerküche am Meer“ ist dem Leser leider schon lange klar, dass es mit Colton irgendwann zu Ende gehen wird. Er muss Frieden mit Teilen seiner Familie finden, besonders als ein Familienmitglied auf der Insel auftaucht. Doch die Dorfgemeinschaft hält wunderbar zusammen und schützt ihn. Für Fintan ist es eine Qual seine Liebe gehen zu lassen.

Das Krebsleiden von Colton und das Leiden eines nahen Angehörigen sind glaubwürdig und authentisch dargestellt (Leider spreche ich da aus erlebter Erfahrung und ich kann sagen, dass diese Buchpassagen nichts für schwache Nerven sind.)

Flora dagegen hat Angst, dass Joel mit den anstehenden Änderungen nicht klar kommt. So dass ihre Freundin Lorna einweiht. Doch auch die befindet sich im Gefühlschaos, denn sie versucht, die Gefühle für den Insel Arzt Saif zu unterdrücken. Auch der versucht dies, da er seine Verantwortung bei seinen Kindern und seiner in den Kriegswirren vermissten Frau sieht.

Die schottische Insel Gemeinschaft hat den syrischen Flüchtling und seine kleine Familie schon lange aufgenommen und so sind die Gedankengänge beim Krippenspiel zum einen recht lustig und zum anderen stimmen Sie einen auch nachdenklich.

Das Buch ist so besonders, weil auch die Nebenprotagonisten Mrs. Laird, Inge-Britt, Mark und Marsha und wie sie alle heißen, ihr Herz einfach am rechten Fleck haben und so endet das Buch für einige und für andere bedeutet dieses Buch einen Neuanfang. Ich vergebe volle Punktzahl und empfehle dieses Buch auch unabhängig von der Jahreszeit zu lesen. Wer übrigens immer auf der Suche nach Rezepten ist, wird im Anhang dieses Buches fündig.

 

Verlag: Piper

erschienen: 2019

Seiten: 400

ISBN: 978-3492315104

 

 

Rezension

Rezension // Jenny Colgan – Hochzeit in der kleinen Sommerküche am Meer (Floras Küche #2)

Nach anfänglichen Einstiegsschwierigkeiten, die sogar so groß waren, dass ich das Buch zwischendurch einmal weg gelegt habe, haben mich die dramatischen Entwicklungen auf der schottischen Insel Mure mitgerissen.

Um die Personen und deren Vorgeschichte verstehen zu können, empfehle ich an dieser Stelle, unbedingt „Die kleine Sommerküche am Meer“ und die Kurzgeschichte „Begegnung in der kleinen Sommerküche am Meer“ zu lesen.

Flora ist betrübt, obwohl sie endlich mit Joel zusammen ist, bekommt sie ihn kaum zu Gesicht. Er muss dauernd für den Milliardär Colton Rogers nach New York und Unmengen Arbeit erledigen. Alle scheinen glücklicher und zufriedener zu sein und obwohl ihr Café gut bei Einheimischen und Touristen angenommen wird, erwirtschaftet sie nicht wirklich Gewinn.

Wer bei diesem Titel an nur eine Hochzeit denkt, der wird überrascht sein. Denn Flora wird alle Hände voll zu tun haben, mit zwei Hochzeiten und jeder Menge hungriger Hochzeitsgäste.

Für Jenny Colgan wieder eine Chance, mit appetitlichen Schilderungen und Rezepten im Anhang, dem Leser den Mund wässrig zu machen.

Als Joel einen Nervenzusammenbruch erleidet und sich auf einer der beiden Hochzeiten eine Beinahe-Katastrophe ereignet, zeigt sich, ob Flora und Joel zusammen gehören.

Auch Saif bekommt die nötigen Gelegenheiten, sich als Inselarzt und auch als Vater zu beweisen. Ein Handlungsstrang der übrigens herzzerreißend ist und Floras Geschichte fast verblassen lässt.

Doch es zeigt sich, dass Liebe auch für vorbelastete Gemüter eine Menge bedeutet, dass Disney Filme verbinden, dass Aberglaube eventuell Wahrheit beinhaltet, dass Freundschaft und Familie eine Menge ausgleichen können, dass Jenny Colgan Bücher mit Herz und Suchtcharakter schreibt und dass ich mich frage, ob Mure wirklich so idyllisch und wunderschön ist.

 

Ich vergebe 8 von 10 Punkten aufgrund meiner Einstiegsschwierigkeiten.

 

Verlag: Piper Taschenbuch

erschienen: 2019

Seiten: 464

ISBN: 978-3492313636