Browsing Tag:

Interview

Interview

Interview // Kathrin Lange

Heute haben wir mal ein ganz “explosives” Interview für Euch. Kathrin Lange, die Autorin des “bombigen” Buches “40 Stunden”.  Das Buch hat mir sehr gefallen und so ergab sich ein netter Kontakt über facebook und ein persönliches Treffen auf der Leipziger Buchmesse:
© Olaf Kutzmutz

Was verbindet Sie mit dem deutschen Kirchentag?

Als Jugendliche war ich sehr engagiert in der ev. Kirche. Das ist heute – aus ganz vielen Gründen – leider anders. Aber ich habe gute Erinnerungen an Veranstaltungen dieser Art.

© Sonja Kochmann

Warum ist Faris der Hauptermittler so wie er ist und nicht ein klassischer deutscher Kommissar namens Stephan (Derrick)?

Weil ich eben nicht den klassischen deutschen Ermittler wollte, sondern jemanden, der gleichzeitig anders und dabei trotzdem deutsch ist. Viele Leute haben erst Berührungsängste, weil Faris Muslim ist, und sagen mir dann nach der Lektüre: „Der ist ja ganz normal!“ Ich finde das sehr interessant, und es stimmt ja auch! Wenn man von dem Trauma absieht, das er hat, ist Faris Iskander so normal wie Du und ich.

Faris und auch einige andere Personen müssen körperlich ordentlich einstecken. Hat Sie dabei jemand medizinisch beraten?

Der Mann einer meiner besten Freundinnen ist Arzt, und ich habe auch noch mehrere andere Kontakte, ja.

© Sonja Kochmann

Darf man schon ein bisschen was über die Fortsetzung erfahren? Wie stehen Sie zu Buchreihen? Sind Sie davon begeistert, oder mögen Sie lieber Einzelbücher?

Ich liebe es, Ermittler über mehrere Bücher hinweg zu begleiten! In Band zwei wird Faris zu einem Mordfall gerufen, und das Opfer ist ihm mehr als gut bekannt. Dann gibt es auch wieder eine Bombenserie. Der erste Attentäter flüstert ihm einen Satz ins Ohr: „Das nächste Mal wirst Du auf den Auslöser drücken!“ Wie beides zusammenhängt, wird natürlich nicht verraten. J

 

Wer oder was hat Sie zum Schreiben gebracht? Wollten Sie schon immer Autor/in werden?

Schon mit vierzehn, ja! Ich habe schon immer gern Geschichten erzählt, und das ist es, was ich am liebsten mache.

Wie verläuft ein Arbeitstag bei Ihnen?

Ziemlich geregelt. Früh aufstehen, Mails beantworten und den ganzen organisatorischen Kleinkram machen, der so ansteht. Dann frühstücke ich und setze mich an den Schreibtisch, meist bis Nachmittags. Wenn ich gut vorankomme (oder ein knapper Abgabetermin ansteht), kommt es vor, dass ich auch nach dem Abendessen noch weiterschreibe.

Wie lange dauerte das Schreiben?

Tagsüber meist etliche Stunden.

Wie schreiben Sie?

Auf einem Laptop, den ich fast überall mit hinnehme. Im ersten Schritt denke ich mir die Handlung (den Plot) aus, und schreibe dann daran entlang. Wobei dabei meistens noch etliche Änderungen passieren, einfach, weil mir beim Niederschreiben bessere Ideen kommen. Das Ganze ist ein ziemlich chaotischer Vorgang, der mich manchmal selbst zur Verzweiflung treibt. Es gibt einen sehr schönen Spruch, der ihn gut beschreibt: „Einen Roman zu schreiben, ist wie in der Nacht Auto zu fahren. Du kannst nur so weit sehen, wie die Scheinwerfer reichen, aber du kannst den gesamten Weg auf diese Weise zurücklegen.“ Das trifft es ziemlich genau!

Getroffen auf der Leipziger Buchmesse 2014
© Sonja Kochmann

Wer ist Ihr Lieblingsschriftsteller?

Ich habe mehrere, aber mein absoluter Favorit war und ist Robert B. Parker. Außerdem Dennis Lehane, Michael Conelly und Julia Spencer-Fleming. Von den deutschen Autoren mag ich Titus Müller und Andreas Eschbach.

Was ist Ihr Lieblingsbuch?

Auch da gibt es mehrere. Sehr gern gelesen habe ich „Die geheime Geschichte“ von Donna Tartt und „Die Frau des Zeitreisenden“ von Audrey Niffenegger.

Haben Sie neben dem Schreiben noch Hobbys?

Meinen Hund. Für mehr bleibt leider nicht viel Zeit.

© Sonja Kochmann

Was lesen Sie gerade?

„Der Märchenerzähler“ von Antonia Michaelis. Ich habe aber gerade erst angefangen. Davor habe ich „Der Teufel von New York“ von Lyndsay Faye gelesen, ein großartiges Buch!
Wie stehen Sie zum Ebook?

Ich glaube, dass es das Lesen in den nächsten Jahren sehr verändern wird. Ich merke das schon heute an mir selbst. Wenn ich ein E-Book lese, lese ich sehr viel weniger intensiv und vergesse auch schneller wieder, was ich gelesen habe. Ich glaube, dass das vielen so geht, und dass wir Autoren uns mit unserer Erzählweise darauf werden einstellen müssen. Ich finde diese Entwicklung gleichzeitig spannend, aber auch ein bisschen beängstigend.

Welche/n Autor/in würden Sie gerne mal treffen? Welche Frage würden Sie stellen?

Dennis Lehane! Drück mir die Daumen: Ich fliege im Sommer nach Boston, vielleicht gelingt es mir, ihn dort zu treffen. Ich habe ihn kürzlich schon einmal kurz auf einer Lesung in Berlin getroffen, aber dabei war leider keine Zeit für meine Fragen, denn die sind sehr speziell. Wie kam er auf die ungewöhnliche Rückblende gleich zu Anfang von „In der Nacht“? Warum verliert er im Laufe des Buches die Frauenfigur? Wie entwickelt er seine Helden? Lauter solches Zeug interessiert mich als Thrillerautorin natürlich sehr.

Vielen Dank für das Interview und ich gespannt auf Faris und seine neuen Blessuren….und werde wohl auch einmal in die anderen Bücher schnuppern.

Interview

Interview // Anna Koschka

Nachdem ich letztes Jahr Naschmarkt gelesen habe, war ich schwer begeistert und musste unbedingt Mohnschnecke lesen. Da die Autorin Anna Koschka (Claudia Toman) genau wie ihre Heldin im Netz präsent ist, ergab sich ein netter Kontakt und ich hatte Gelegenheit einige Fragen zu stellen.
Peter Bosch

Woher kam die Idee für Dotti?

In meiner Singlezeit habe ich selbst einige Flirtplattformen im Internet getestet und dabei gemerkt, dass ich die Angelegenheit nicht so richtig ernst nehmen konnte. Diese ironische Energie habe ich für Blogartikel genutzt, in denen ich meine skurrilen Erfahrungen mit Parship, Friedscout&Co beschrieben habe. Und meine Lektorin hat den Blog gelesen und mir eine E-Mail geschickt. „Könnte man daraus nicht einen Roman machen?“ So habe ich angefangen, darüber nachzudenken, und mir war schnell klar, dass die Hauptfigur jemand sein musste, der gerne Single war und dem Thema Dating, Partnervermittlung und Flirten so kritisch wie ich gegenüberstand. Ein waschechtes Mauerblümchen eben. J Nachzulesen sind diese Ur-Blogartikel übrigens noch unter Claudias Blog (dort: Partnerbörse)

Dotti nutzt Facebook, Twitter, Instagram und Co.: Nutzen Sie diese multimedialen Foren auch?
Sehr viel. Facebook mittlerweile am meisten. Aber untereinander vernetzt alle drei. Dotti hat ja auch einen Twitter-Account, der wiederum von der Facebook-Seite des Mauerblümchenclubs Input bekommt. Und auch den Instagram-Account vom @mohnschnecke55 gibt es. In meinen Büchern finden sich selten Links, Adressen oder Accounts, die ins Leere führen. 😉
In Naschmarkt und Mohnschnecke wird auf eine Vielzahl an Personen und Szenen aus Büchern, Serien, und Filmen verwiesen. Wie haben Sie es geschafft, dies alles zusammen zu tragen? Wie verläuft ein Arbeitstag bei Ihnen?
Wichtigster Punkt ist, dass ich quasi in Büchern, Serien und Filmen lebe. Fiktive Geschichten waren immer schon mein Zuhause, da kenne ich viel, weiß ich viel und fühle mich sicher. Wobei ich mich trotz allem nicht als Nerd bezeichnen würde, weil ich erstens sehr, sehr „mainstreamig“ unterwegs bin und mir zweitens meist das Hintergrundwissen fehlt. Und weil mir die Story wichtiger ist als wer Autor, Regisseur, Schauspieler, Kameraleute sind, welche Sprachen man erlernen kann und wie alles entstanden ist. Mein Tagesablauf: Aufstehen, den Tag restlos vertrödeln, mit lesen, fernsehen, essen und dann nachts wie ein Vampir munter werden und schreiben. Bis auf die Tage, wo ich Kinder durch Schloss Schönbrunn führe, mit meinen Freunden Ufos oder Werwölfe jage, nach Hogwarts reise oder einen Roadtrip mit Katze unternehme …Mohnschnecke enthält viele leckere Rezepte. Woher stammen diese und haben Sie die auch ausprobiert?

Ich bin ja leider die untalentierteste Köchin und Bäckerin aller Zeiten. Die Rezepte stammen aus Kochbüchern und dem Internet, immer auf Basis von „Omas Geheimtipps“, weil ich authentisch böhmische Süßspeisen mit dem gewissen Etwas wollte. Powidltascherln, Buchteln, Kaiserschmarrn, Liwanzen … Kindheitserinnerungen. Meine Lektorin sagt, man kann sie auch gut nachbacken. Und wenn sie das sagt, dann glaub ich es ihr, sie kann nämlich backen.

Wie kam es zum Pseudonym „Anna Koschka“?

 

© Sonja Kochmann

Ich durfte mir ja selbst einen Namen geben, was an sich schon ein aufregendes Erlebnis war. Und weil ich einen Namen wollte, der etwas mit mir zu tun hat und ich immer schon die Katze oder das Kätzchen war, seit ich denken kann, habe ich nach der Katze in anderen Sprachen gesucht. Und das russische Koschka war sofort der richtige Name. Anna wiederum war der Name meiner Großtante väterlicherseits, die ein hinreißendes Mauerblümchen war und als Vorlage für meine Figur Annili gedient hat.

Was hat es mit „Steampunktussi“ auf sich?

Das ist ein Projekt in Zusammenarbeit mit meiner Autorenkollegin Victoria Schlederer. Beide sind wir große Steampunk-Fans und üben uns in der DIY-Kunst. Ich bastle Schmuck aus Heißkleber und Victoria näht. Es tut gut, etwas mit den Händen zu machen, wenn man sonst bloß im Kopf Dinge baut.

Auf der Autorenseite von Diana wird auf Tätigkeiten in Wien, Tokyo und Tel Aviv hingewiesen. Welche Stadt ist Ihrer Meinung nach die vielseitigste Stadt und warum?

Ich muss ja eigentlich Wien sagen, nicht wahr? Wien ist mein Zuhause, und wenn es um Vielfalt geht, hat Wien einiges zu bieten. Kulturen, Geschichte, Offenheit, Eigenheit, Kunst, Kultur. Aber sowohl Tokyo als auch Tel Aviv werden für mich immer Traumstädte sein. Tokyo noch mehr. Tokyo ist irre, nicht eine Stadt, sondern ganz viele, voll von bunten, lauten, blinkenden Ecken. Und Getränkeautomaten überall. Ich vermisse die Getränkeautomaten. Heißer Tee mit Milch in der Dose aus dem Automaten. Fußgängerampeln mit Musikuntermalung. Erhöhte Cholesterinwerte. Das ist Tokyo.

Gibt es bei Ihnen auch eine Katze, die Ihren Alltag durcheinander bringt?

Oh ja, eine waschechte Madame, Madame Grisou La Belle (siehe Autorenfoto), kurz Sushi genannt. Madame kam vor 8 Jahren als Scheidungswaise zu mir, zusammen mit Neko, dem Dicken. Leider mögen die beiden sich nicht, deshalb lebt Neko bei meinem Vater, wurde aber in Naschmarkt und Mohnschnecke als Dottis Kater verewigt.

Wer ist Ihr Lieblingsschriftsteller?

Kurz und bündig: Stephen King.

Was ist Ihr Lieblingsbuch?

Es gibt drei, die etwa gleichbedeutend für mich sind. Stephen Kings „Es“, J.R.R Tolkiens „Herr der Ringe“ und J. K. Rowlings „Harry Potter“. Ich habe sie alle mehrfach gelesen, stand für Harry Potter mehrmals mitternachts in der englischen Buchhandlung Schlange, habe alle Filme gesehen, geliebt, besitze diverse Fanartikel und mein Kindle heißt Bill Denbrough. Noch Fragen? Ich sagte doch: Ich liebe Mainstream. J

Haben Sie neben dem Schreiben noch Hobbys?

Viel zu viele. Bücher natürlich. Aber auch Filme. Jedes Jahr um die Oscarverleihung herum laufe ich exzessiv ins Kino, um alle nominierten Filme zu sehen und sitze dann bei der nächtlichen Liveübertragung im Burg-Kino und versuche, die Oscar-Wette zu gewinnen. Im Winter überkommt mich meist ein Handarbeitsrausch, dann stricke und häkle ich Wollschals. Theater natürlich auch, und Musik. Dreimal im Jahr muss ich nach London, um die Städtereise- und Musicalsucht zu befriedigen. Ich schaue Castingshows, Reality-Soaps, bin ein Serienjunkie, liebe Spieleabende mit Freunden, Dominion, Black Stories, Werwölfe, Tabu, singe leidenschaftlich gern Karaoke, gehe im Winter schifahren, und das waren nur die allerwichtigsten Dinge in meinem Leben. 😉

Was lesen Sie gerade?

The Geek Handbook, zur Recherche. Die Rettung der Regenwürmer, zur Unterhaltung. Und Facebook, dauernd.

Wie stehen Sie zum Ebook?

Ich bin schon ein kleiner Papierjunkie. Ich schnüffle an Büchern seit ich lesen kann. Aber das E-Book hat andere Vorteile. Ich merke, dass ich mich daran gewöhne, immer eine kleine Bibliothek in der Tasche rumzuschleppen. Es gibt einem als Büchermensch das gute Gefühl, immer lesefertig zu sein. Als Autor wiederum beobachtet man die Entwicklungen und ist noch unentschlossen. Ist es wirklich gut, dass alles ungefiltert zum Buch wird? Ich weiß es nicht. Aber es ist spannend, die neuen Trends mitzuerleben.

Wie stehen Sie zu Buchreihen? Sind Sie davon begeistert, oder mögen Sie lieber Einzelbücher?

Ich mag dicke Einzelbücher. Solche, die am besten nie enden. So gesehen sind Reihen schon fein, lange Geschichten mit den liebgewonnenen Helden. Aber ich lese sie seit Harry Potter eigentlich nicht mehr, ehe sie nicht abgeschlossen sind. Ich bin ein ungeduldiger Mensch. Auf Fortsetzungen warten ist die Hölle. Daher habe ich mir angewöhnt, Reihen, die ich lesen will, zu sammeln, aber nicht zu beginnen, bevor sie nicht fertig sind. Sorry George R.R. Martin! Für „Silber“ von Kerstin Gier habe ich die einzige Ausnahme seit langem gemacht und merke schon wieder, dass ich es kaum aushalte.

Wollen Sie zukünftig auch in verschiedenen Genres Bücher schreiben?

Das würde ich sehr gern. Eigentlich bin ich ja von Jugend an die klassische Thriller- und Fantasyleserin. Und irgendwann möchte ich beides schreiben, weil ich in beiden Genres schon lange so kitzelnde Ideen mit mir herumschleppe.

Wollten Sie schon immer Autor/in werden?

Wenn es irgendeinen Job gäbe, bei dem man mich dafür bezahlt, dass ich den ganzen Tag nur lese (nein, nicht drüber schreibe oder so, nur lesen!) und Filme schaue, Rund-um-die-Uhr-Testerin fiktiver Geschichten, dann wäre das mein Traumjob. Aber Geschichten selbst erfinden ist auch schön. Bloß das Aufschreiben ist so anstrengend…

Welche/n Autor/in würden Sie gerne mal treffen? Welche Frage würden Sie stellen?

Das war ja immer schon Stephen King. Und jetzt war er in Deutschland und ich war so nah dran. Aber es kam nicht dazu. Meet&Greet hab ich keins gewonnen und als das Mikro im Circus Krone in Reichweite war, habe ich nicht aufgezeigt, obwohl ich meine Frage schon so lange kenne: Lieber Herr King, haben Sie auch ein Fahrrad wie Silver oder irgendeinen sonstigen Gegenstand, der Ihnen jeden Tag hilft, den Teufel zu besiegen? Weil es nichts auf der Welt gäbe, das ich lieber hätte.

Vielen Dank für das ausführliche Interview.

 

Interview

Interview // Monika Dennerlein / Inka Loreen Minden / Lucy Palmer / Mona Hanke / Monica Davis / Loreen Ravenscroft

 
Wer auf der Suche nach erotischen Romanen und und und ist, der wird vielleicht auf eine Vielzahl an Namen kommen, hinter der jedoch eine einzige deutsche Autorin (Inka Loreen Minden) steckt. Ich habe mal nachgefragt:

 

 
© Guido Karp / p41d.com

Monika Dennerlein verbirgt sich inzwischen hinter einigen Pseudonymen. Hast Du da noch den Überblick, was wo wie erscheint? Welche gibt es denn eigentlich alle?

Hallo liebe Sonja, verbergen würde ich es nicht nennen, denn es sind ja offene Pseudonyme, die ich nutze, um verschiedene Genres abzutrennen.

Mein erstes Pseudonym für Erotik war Inka Loreen Minden (übrigens ein Anagramm von Monika Dennerlein). Danach folgte Lucy Palmer, die ich nur bei Blue Panther Books bin. Den Namen hat der Verlag ausgesucht.

Loreen Ravenscroft war ein bisher einmaliger Ausflug in weniger erotische Gefilde und gehört zu meiner romantischen Dystopie »Blutflucht«.

Mona Hanke wurde ich, weil Rowohlt einen deutsch klingenden Namen für das Buch mit den erotischen München-Geschichten wollte.

Tja, und zu guter Letzt gibt es noch Monica Davis für Jugendbuch (Young und New Adult). Eigentlich wollte ich Jugendbücher immer unter meinem richtigen Namen schreiben, aber Bastei Lübbe empfahl mir ein amerikanisches Pseudonym und das werde ich auch beibehalten, denn noch einen weiteren Namen möchte ich mir nicht antun 🙂

© Sonja Kochmann

Wie bist Du zum Genre Gay Romance gekommen?

Meine Kollegin Nicole Henser gab mir vor Jahren eine ihrer Gaystories zum Lesen und von da an war ich angefixt.

Willst Du zukünftig auch in verschiedenen Genres (Jugendbuch, Erotik, gay romance) Bücher schreiben?

Dem Genre Jugendbuch und Romantasy (mit Erotik 🙂 möchte ich auf jeden Fall treu bleiben. Eine Gay Romance würde ich auch so gerne wieder schreiben, nur leider halten mich so viele andere Projekte davon ab. Ich habe ein paar gute Angebote bekommen, die ich nicht abschlagen konnte.

Wie stehst Du zu Buchreihen? Bist Du davon begeistert, oder magst Du lieber Einzelbücher?

Aktuell bevorzuge ich Einzeltitel, da ich so selten zum Lesen komme und bei guten Geschichten doch wissen möchte, wie es weitergeht.

Manche Bücher haben ja pikante Szenen. Bekommst Du da beim Schreiben auch mal rote Ohren?

Nein, schon lange nicht mehr.

Was sagst Du zum derzeitigen Boom von amerikanischer Erotikliteratur?

Ich finde es sehr traurig, dass deutsche Verlage Unmengen an Auslandslizenzen einkaufen (die sie ja auch noch übersetzen lassen müssen), wo es doch so viele gute Erotikautorinnen in Deutschland gibt.

© Sonja Kochmann

 

Wer oder was hat Dich zum Schreiben gebracht? Denn ich habe gehört, dass Du eigentlich Zahntechnikerin bist.

Ich habe schon als Kind sehr viel geschrieben und eigentlich war es seit jeher mein Traum Schriftstellerin zu werden. Natürlich wusste ich, dass das ein Job ist, bei dem nur die allerwenigsten Geld verdienen, also habe ich zuerst einen anderen Beruf gelernt. Als es nach der Geburt meines Sohnes sehr schwer war, in meinen Job als Zahntechnikerin zurückzukehren (Mamas sind auf dem Arbeitsmarkt leider nicht beliebt), habe ich mich als Schriftstellerin selbstständig gemacht. Es war ein harter Weg und die ersten Jahre liefen mau, aber jetzt bin ich zufrieden und möchte nie wieder etwas anderes machen.

Wie lange dauerte es, bis Du einen Verlag für Dein erstes Buch gefunden hast?

Ich hab von Beginn an gewusst, wie schwer es ist, überhaupt einen Verlag zu finden, daher hatte ich es erst gar nicht versucht und habe ein paar Titel selbst herausgegeben. Eines Tages dachte ich, dass ich ja nichts zu verlieren habe, wenn ich einfach mal was einem Verlag anbiete – und als eine Woche später schon die Zusage ins Haus flatterte, konnte ich es nicht begreifen. Das war wie ein Sechser im Lotto. Von da an kam Eines zum Anderen.

Einige der Romane machen deutlich, dass Du viel Wert auf Recherche legst. Wie schreibst Du?

Ich recherchiere bei jedem Buch und jeder Story, auch wenn man das nicht bemerkt (was man als Leser ja auch nicht unbedingt soll 🙂 Details sind mir sehr wichtig und gerade bei historischen Geschichten geben sie dem Text die gewisse Würze. Dabei überlasse ich nichts dem Zufall. Sobald ich etwas nicht weiß, recherchiere ich. Aber nicht unbedingt auf Wikipedia, da die Seite leider nicht sehr zuverlässig ist, sondern ich mache mir immer die Mühe, belegte Fakten von Spezialseiten zusammenzutragen, kaufe mir Sekundärliteratur oder telefoniere oder maile auch schon mal mit Fachleuten. Daher dauert die Recherche oft sehr lange, meist ein Drittel der Zeit, die ich an einem Buch arbeite.

Derzeit erscheinen Deine Bücher recht zeitnah, wie viel schreibst Du in der Woche bzw. schreibst Du an mehreren Projekten gleichzeitig?

Früher konnte ich an mehreren Projekten gleichzeitig schreiben, heute schaffe ich das nicht mehr, zumal der Schreibfluss ohnehin oft unterbrochen wird, zB durch Lektorate, Exposés, Leserunden etc.

An einem Roman arbeite ich ca ein halbes Jahr (Schreiben, Recherche, Überarbeiten). An meinem Jugendbuch »Nick aus der Flasche« habe ich von November 2012 bis April 2013 gearbeitet, unterbrochen vom Lektorat zu »Dunkle Träume« und einer Kurzgeschichte.

Seit ein paar Jahren arbeite ich 80 Stunden in der Woche, da ich sonst meine Termine nicht schaffen würde, aber eigentlich mag ich es ja auch nicht anders. Ich bin ein Workaholic – zum Leidwesen meiner Familie.

Dass meine Bücher in diesem Jahr recht zeitgleich erscheinen, liegt daran, dass die Termine zufällig so gefallen sind. Geschrieben habe ich sie alle im letzten Jahr. In diesem Jahr habe ich mein Jugendbuch »Nick« verfasst und danach eine längere Story für Bastei Lübbe, die im November erscheinen wird. Ab August muss ich an ein großes Projekt gehen, für das ich bis Dezember Zeit habe, denn danach muss ich den dritten Teil meiner Wächterschwingen beginnen. Und schon befinde ich mich mitten im Jahr 2014 🙂

Deine Bücher haben wirklich wunderschöne Cover, nenn uns 3 Lieblingscover.

Oh, das ist schwer, denn mir gefallen so viele. Wenn ich jetzt nur drei nennen darf, hm … auf jeden Fall »Daniel Taylor« (die E-Book-Cover zu Teil 1 – 3, wobei das mit dem blauen Schmetterling mein Favorit ist. Der Collectors Pack und das Taschenbuch werden andere Cover haben), »Dunkle Träume« (Andrea Gunschera macht so tolle Cover) und »Jax«. Das Cover hab ich von jdesign.at und ich freue mich schon, wenn ich es endlich herzeigen kann.

 

Wie wichtig sind Dir das Internet und der Kontakt zu Deinen Fans?

Ich genieße den Kontakt und den Austausch. Das macht Spaß, und über Feedback freut sich jeder Autor. Außerdem sind schon viele nette Bekanntschaften entstanden. Besonders freue ich mich auf die BLC, wo ich einige Leserinnen und Autorinnen persönlich treffen werde.

Bleibt selbst noch Zeit zum Lesen oder zu anderen Hobbys? Wer ist Dein Lieblingsschriftsteller? Was ist Dein Lieblingsbuch (eigene zählen nicht 😉 )?

Ich habe sehr wenig Zeit für alles, da gehört Lesen leider dazu, obwohl ich für mein Leben gerne lese und schon immer viel gelesen habe. Leider schaffe ich jetzt nur noch ein Buch im Monat.

Einen Lieblingsschriftsteller und -Buch habe ich aktuell nicht, noch vor 20 Jahren hätte ich Stephen King (The Stand) genannt, doch mittlerweile hat sich mein Lesegeschmack geändert. Ich mag Romantasies und historische Liebesgeschichten 🙂

Wie stehst du zum Ebook?

Ich finde E-Books sind eine tolle Sache. Es müssen dafür keine Bäume sterben, man brauch keine Regale, hat kein Platzproblem und kann einen E-Reader voller Bücher mit in den Urlaub nehmen. Ich selbst habe jedoch keinen Reader, denn ich liebe es, mich mit einem Buch auf die Couch zu lümmeln, ich mag das Cover sehen, mag die Seiten umblättern. Da ich außerdem täglich mindestens 12 Stunden vor dem Bildschirm sitze, möchte ich beim Lesen nicht wieder in ein Gerät starren.

Leider sehen einige Leute E-Books nicht mehr als richtiges Buch an und sind daher nicht bereit, dafür zu bezahlen. Das tut uns Autoren besonders weh, da ja in diesen Ausgaben dieselbe Arbeit, Schweiß und alles Herzblut steckt. Für Zigaretten, den täglichen Kaffee to Go oder einem Menü bei Mac Donalds wird bezahlt, aber monatelange schriftstellerische Arbeit wird immer weniger honoriert.

Im Moment zeichnet sich daher eine erschreckende Entwicklung ab. Wir Autoren sollen weiterhin Geschichten liefern, aber bitte kostenlos. Nur wird das nicht funktionieren, denn von Luft und unseren Texten können wir nicht leben. Daher weiß ich aktuell nicht, wie lange ich meinen Herzblutberuf noch ausüben kann. Ich wäre gerne damit alt geworden.

Und zum Abschluss verrate uns ein bisschen von Jax….

Jax ist mein neuster Held, dessen Geschichte ich gerade schreibe. Der Roman soll Ende August erscheinen.

Da ich aktuell noch nicht zu viel verraten möchte, zitiere ich den vorläufigen Klappentext:

Jax gehört einer Eliteeinheit an, die den Pöbel von der Stadt fernhält. Wenn die Soldaten erfolgreich von ihrem Einsatz in den Outlands zurückkehren, dürfen sie sich zu ihrem privaten Vergnügen eine Sklavin nehmen – mit der sie machen können, was sie wollen. Da kommt es ihm recht, dass er die ehemalige Ärztin unter den Sklavinnen entdeckt, die seinen Bruder getötet hat.Samantha führt ein behütetes Leben, bis sie beschuldigt wird, einen Krieger – die wie Helden gefeiert werden – ermordet zu haben. Sie kann sich entscheiden: Hinrichtung oder ein Dasein als Sklavin. Sie wählt das Sklavenleben und wird prompt vom gefährlichsten aller Soldaten gewählt: Jax, dem Unbesiegbaren. Sie weiß, dass er sich rächen möchte, daher versucht sie alles, ihn von ihrer Unschuld zu überzeugen.

Eine Leseprobe gibt es hier:

https://www.inka-loreen-minden.de/leseproben/Leseprobe_Jax.pdf

Vielen Dank für das Interview.