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Special zum Welttag des Buches// Wir lieben das Lesen……was bisher geschah….

Wir lieben das Lesen……was bisher geschah….

Erinnert Ihr Euch noch? Nein? Genau DAS ist das Problem.

© Sonja Kochmann

Man liest ein Buch. Nun gibt es mehrere Varianten:

a) Es ist ein Einzelbuch, was sich nun aber so gut verkauft, dass der Autor oder die Autorin natürlich keine Einwände hat, eine Fortsetzung zu schreiben und dann noch einen Band und noch einen Band.

b) Man erkennt nicht, dass es sich um eine Reihe handelt und hat schlimmstenfalls nicht Band 1 am Wickel und denkt sich beim Lesen: „Hmm, da fehlt doch was.“

c) Man weiß schon, dass es eine Reihe ist und geht das Risiko ein, „angefixt“ zu werden. Schließlich folgen dann ja noch tolle Lesestunden.

© Sonja Kochmann

So nun wird es interessant. Man hat besagtes Buch gelesen. Nennen wir es das „Einsteigerbuch“ (ähnlich wie eine Einsteigerdroge – große Unterschiede bei den Entzugserscheinungen gibt es meiner Meinung nach nur in Nuancen.). Da wir ja alle kreuz und quer lesen, schafft man es kaum, die Reihe am Stück zu lesen, denn manchmal sind die Folgebände noch gar nicht geschrieben! Da lassen sich die Autoren einfach Zeit! (Oder die Übersetzer!)

Die Zeit rennt (oder kriecht). Wir werden alle nicht jünger.

© Sonja Kochmann

Und dann endlich hält man den nächsten Band in den Händen und freut sich so sehr, man schlägt die erste Seite auf……

Wer war noch mal John?

Waren wir wirklich zuletzt bei 1687?

In England?

Und warum sind die beiden kein Paar mehr?

Ist schon Krieg ausgebrochen?

© Sonja Kochmann

Egal. Wird schon passen. 20 Seiten später fühle ich mich immer noch etwas unsicher in der Handlung und wünsche mir ein „Was bisher geschah“. Kennt Ihr das noch? Oder oute ich mich nun als altes Semester? Früher gab es bei Mehrteilern und Serien im TV eine Zusammenfassung. Ein älterer Herr sprach: „Was bisher geschah“ und in 5 Minuten Zusammenschnitt erfuhr der Zuschauer von den wichtigen Szenen der letzten Folgen. Wer dies nicht brauchte, ging in der Zeit auf die Toilette, andere bereiteten sich auf die neue Folge vor.

Könnten das die Verlage nicht auch machen? Bitte, bitte liebe Verlage. Habt Erbarmen. So traut man sich ja gar nicht an epische Reihen und langsam schreibende Autoren heran. Wer es nicht braucht, darf auch Blättern.

Wem geht es noch so? Oder muss ich mir Sorgen um mein Gedächtnis machen? Dennoch liebe ich das Lesen und will es nicht missen!

© Sonja Kochmann

© Sonja Kochmann

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Special // 10 Jahre Bloggen

10 Jahre Bloggen…huch wo ist die Zeit geblieben? Am 12. März 2012 erblickte Kleeblatts-Bücherblog das Licht der Welt. Damals wurde die Seite von Sina, Corinna und mir betrieben.

Leider ging uns im Laufe der Zeit eine Bloggerin verloren. Als dann noch die Datenschutzverordnung kam, musste umgebaut werden und Sina und ich entschieden uns 2018 für eigene Blogseiten, die aber immer noch miteinander kooperieren. Ein Austausch, den ich nicht missen möchte.

Es gab Buchstammtische, in verschiedenen Zusammensetzungen, die es leider auch nicht mehr gibt. Eigentlich wäre es ein guter Vorsatz für 2022 dies wieder aufleben zu lassen…..

Denn rückblickend muss ich sagen, dass es ist immer schade ist, „Buchfreunde“ aus den Augen zu verlieren, welche Gründe auch immer vorgelegen haben. Vielleicht findet sich der ein oder andere verlorene Buchfreund durch diesen Beitrag wieder ein…..?

Doch was ist in 10 Jahren noch passiert?

Die Haare waren kurz und sind nun lang. Das Baby ist ein Teenie und liest inzwischen selbst. Dadurch gibt es auf dem Blog in einer Rezension auch manchmal zwei Meinungen zu einem Buch; sofern Junior dies auch gelesen hat. Die hartnäckigen Schwangerschaftspfunde sind gewichen (25 Kilo sind es tatsächlich insgesamt geworden) und ein paar Falten dazugekommen.

Die Liebe zu Büchern ist geblieben, auch wenn die damals so gehypten Vampire etwas aus dem Stapel der aktuellen ungelesenen Bücher verschwunden sind. Den Stapel gibt es natürlich immer noch, auch wenn die Zusammensetzung sich stetig ändert. Er ist allerdings tatsächlich optisch etwas kleiner geworden, da ich nun hauptsächlich digital lese. Und die Mega-, Gigabytes sind doch nicht der Rede wert, oder? Schließlich nehmen diese keinen Platz weg.

Zahlreiche Lesungen, Messen und Conventions wurden besucht. Autoren wurden getroffen oder online interviewt. Verlagspräsentationen mit gezücktem Notizblock live vor Ort oder online zu Hause verfolgt.

Leider wurde die Love Letter Convention inzwischen eingestellt und Corona hat in den letzten zwei Jahren auch einiges verhindert. Dafür haben sich ein harter Kern an Bloggerinnen (tatsächlich hat sich hier kein Mann eingefunden) zu einer digitalen monatlichen Klönrunde entschlossen. Auch wenn es einigen schwerfällt, einen wiederkehrenden Termin einzuhalten, ist es doch schön mit bekannten Buchverrückten zusammenzukommen. Auch Sina Beerwald hat eine kleine Gruppe von Buchbegeisterten (Männlein und Weiblein) um sich geschart. Bei der „Bettlektüre“ werden jedes Mal eine Handvoll Bücher vorgestellt und hinterher ist die Wunschliste um einiges länger.

Hat sich das Bloggen generell verändert. Ja, denn die Ansprüche der Verlage sind teilweise für „normale“ Blogger schwer zu erreichen. Manche Followerzahlen sind nur von wenigen zu erreichen. Durch den Umzug auf die eigene Homepage hat es einige „Verluste“ gegeben.  Auch sind in einigen Verlagen die Ansprechpartner weg und die neuen Ansprechpartner sind teilweise nur „durchreisende Posten“ oder kennt man nicht persönlich.

Da ich die Rezensionen nicht nur auf dem Blog veröffentliche, finde ich es nach wie vor problematisch, nur anhand von Followerzahlen auf dem Blog über die Zusammenarbeit zu entscheiden, aber das ist eine von Bloggern und Verlagsmitarbeitern vielfach diskutierte Ansichtssache.

Ich wünsche Euch jedenfalls weiter viel Spaß beim Lesen von Büchern egal in welcher Form und hoffe Ihr bleibt mir weiter treu und man trifft sich bald mal wieder (online oder persönlich).

Macht es gut

Sonja

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Special // Was wäre ein Krimi oder ein Thriller ohne den Ermittler?

Was wäre ein Krimi oder ein Thriller ohne den Ermittler?  Gar nichts. Schließlich wäre es doch langweilig, wenn der Täter schalten und walten könnte, wie er oder sie wollte. Alles braucht einen Gegenspieler, um den Genuss einer literarischen Verfolgungsjagd auf Papier zu bringen und den Leser in den Lesemodus zu bannen, in dem es heißt: „Bitte nicht stören!“ Wer am Ende gewinnt, steht auf einem anderen Blatt Papier. 😊

Doch wer sind diese Ermittler, die den Kampf gegen das Böse aufnehmen? Hier ist das Genre vielfältig und zersplittert und hat stets seine eigene Leserschaft.

Als erstes fällt mir persönlich Miss Marpel ein. Genauer gesagt Jane Marple eine ältere Dame, kreiert von Agatha Christie, die in 12 Kriminalromanen und 20 Kurzgeschichten als Hobbydetektivin den Tätern auf die Schliche kommt. Doch gerade ältere Damen, die unterschätzt werden und einen gewissen „Oma-Charme“ mit sich bringen, werden gern als Ermittler in der Literatur eingesetzt.

Jüngstes Beispiel ist hier die Queen persönlich (S. J. Bennett „Das Windsor Komplott“ und „Die unhöfliche Tote“ oder C.C. Benson „Tod im Buckinghampalast“.) Die Autoren machen mit dem modernen Krimileser einen Ausflug in die Gemächer von Elisabeth persönlich. Eine starke Persönlichkeit, die zwar die Königin von Großbritannien und Nordengland ist, aber von der man anfänglich nicht erwartet, dass sie durch die gewahrte Distanz in der Lage ist, die richtigen Schlussfolgerungen zu ziehen, um den Mörder oder Bösewicht zu überführen. Da die in die Jahre gekommene Queen nicht wie Miss Marple aktiv durch die Gegend „schnüffeln“ kann, hat sie hier schlauerweise eine Handvoll Vertrauter, die als langer Arm fungieren.

Neu im Kader der ermittelnden älteren Damen ist nun Angela Merkel. Unsere nun mehr pensionierte Bundeskanzlerin darf durch literarische Genehmigung von David Safier als Miss Merkel einen „Mord in der Uckermarck“ aufklären. Da sie im Gegensatz zur Queen nicht mehr in Amt und Würden ist, darf diese ein bisschen mehr Körpereinsatz zeigen, hat aber dennoch Personenschützer, Ehemann und Hund Putin an ihrer Seite. Ein Vierbeiner, der zwar hier eine Nebenrolle innehat, mich aber dennoch zum nächsten Ermittlerteam kommen lässt: Vierbeiner oder anders Getier!

Katzen und Hunde als Ermittler. Ehrlich gesagt nicht ganz mein Fall, aber es gibt tatsächlich noch andere Ermittler, die es in meine Leseliste geschafft haben. Allen voran Sina Beerwald und ihre „Mordsmöwen“. Seitdem sehe ich die Fischbrötchenräuber doch glatt mit anderen Augen. Oder wie wäre es mit Schafen? In „Glennkill“ von Leonie Swann sind es tatsächlich die Schafe auf der Weide, die hier tätig werden und eins davon heißt sogar Miss Marpel und damit wären wir wieder bei Agatha Christie, der Mutter der Krimis.

Eine weitere Figur von ihr ist Hercule Poirot, ein Privatdetektiv, der stilsicher mit Eigenarten ermittelt, so dass auch er nicht unbedingt von seinen Gegenspielern ernstgenommen wird.

Unterschätzung, Leichtsinnigkeit und die Rückkehr zum Tatort bringen in Krimis und Thrillern so manchen Täter zu Fall. Doch wer sind den so richtig ernst zu nehmende Gegner?

Polizisten, Forensiker, Pathologen und Anwälte, die bereits einen beachtlichen Ruf vorzuweisen haben. Diese gibt es in den Ausführungen von schrullig über normal bis sexy hoch 3. Je nach Autor findet man diverse Gattungen dieser Spezies und natürlich auch Schilderungen der Tat von „huch hier liegt einer“ bis zu „es war ein tiefer, tödlicher Schnitt durch das Unterhautfettgewebe“.

Bei den sexy Ermittlern gibt es manchmal auch eine holde Maid oder einen Anhänger des anderen Geschlechts, dass gerettet oder beschützt werden muss. Dies wäre dann Romantic Thrill à la Karen Rose, Nora Roberts, J. D. Robb und Michelle Raven, Stefanie Ross und neben Spannung ist dann auch was fürs Herz dabei.

Meine aktuellen Favoriten bei den dynamischeren Ermittlern sind Andreas Winkelmann, Frank Kodiak (sein Pseudonym) und Michael Tsokos (auch gern mit Florian Schwiecker).

Echter Garant für Pageturner, aber manchmal auch etwas wirr zum Ende, ist der geliebte und gehasste Sebastian Fitzek. Bei all den Finten, Varianten und Irreführungen kann man als Leser manchmal nicht mit den ermittelnden Protagonisten mithalten und sitzt am Ende mit einem ausgelesenen Buch und einem „Wie jetzt?“ da. Dennoch habe ich großen Respekt vor den Werken von Sebastian Fitzek, weil diese vor Kreativität und Besonderheiten nur so sprühen. Ein Autor, der trotz all der Zerrissenheit der Krimigemeinde in keinem Regal fehlen darf.

Zum Abschluss gibt man evtl. noch etwas Phantasie des Autors und ein bisschen Magie oder Unerklärliches hinzu. Markus Heitz hat einige Ermittler zur Auswahl („Pakt der Dunkelheit“ Reihe), die nicht nur Bösewichten gegenüberstehen, die mit massiv unfairen Mittel spielen, sondern auch selbst ein bisschen „gepimpt“ sind. Von Fangzähnen, Fell bei Vollmond oder Unsterblichkeit durch Trank ist einiges im Sortiment. Wer sagt schließlich, dass so manche abartige oder böse Tat nicht durch etwas größeres, besonders Böses begangen wurde?

Da helfen nicht immer ein Dienstausweis und die Walther, da muss manchmal auch Weihwasser, ein Schwert oder anderes Geschütz aufgefahren werden. Ihr seht, es gibt einige Ermittler, die für die Aufklärung eines Sachverhaltes einstehen. Mal mit viel Redebedarf oder Tatkraft je nach Belieben.

Oder daher hätte ich zum Abschluss nur noch eine Frage….? 😊

Wer ist Euer Lieblingsermittler?