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Rezension

Rezension // Jessica Clare – Wild Games: Ein verführerisches Spiel (Wild Games #4)

Juhu, es geht weiter mit dem literarischen Reality-Format; denn Jessica Clare nimmt die amerikanische TV-Landschaft als Grundlage für ihre erotischen Liebesromane.

In diesem vierten Band geht es in die Sendung „House Guests“. Dies sagte mir zwar anfänglich gar nicht, aber diese amerikanische Sendung wird wohl die Grundlage für die uns bekannte Sendung „Big Brother“ sein.

Geld. Geld löst Probleme und da Kandis aufgrund der Spielsucht ihrer Mutter jede Menge davon hat, zieht sie in das TV-Haus ein. Auch Liam, Katy und Brodie sind wieder mit dabei. Bereits durch Band 2 „Mit einem einzigen Kuss“ ist uns dieses Trio bekannt. Wer die Reihe bislang nicht kennt, kann aber bedenkenlos weiterlesen, da die Geschehnisse unabhängig voneinander erzählt werden und Querverweise gegeben werden.

Kandis bekommt vom Regieassistenten den Hinweis, dass in dieses TV-Haus drei Arten von Bewohner einziehen: Superfans, Mactors (also Models und Actors) und abgebrannte Tussen. Und davon gibt es jede Menge! Alle wollen Gewinnen und so vergeht dieses Mal jedoch sehr viel Zeit mit dem Schmieden von Bündnissen. Dieses Drittel fand ich streckenweise sehr zäh und wahr vermutlich auch der Grund, warum ich nach dem ersten Reiz auch damals Big Brother nicht großartig weiter verfolgt habe.

Die Besonderheit des TV-Hauses? Es spukt. The Magnolias ist ein altes Haus mit Geschichte und so wird so manche Nacht auf gruselig getrimmt, um die Bewohner um den Schlaf zu bringen. Auch die Challenges enthalten gruselige bis ekelige Elemente. Trash-TV vom Feinsten. Man kann einfach nicht wegschauen.

Kandis findet von Anfang an Jendan sympathisch und verspricht ihm, ihn bis zum Finale zu unterstützen, wenn dies auf Gegenseitigkeit beruht. Blöd nur, wenn man den Bad Boy Brodie zugeteilt wird, der mit allem flirtet, was nicht bei 3 auf den Bäumen ist und einen selbst nicht kalt lässt! Kandis Blut gerät ein ums andere Mal aus Wut und Leidenschaft in Wallung.

Doch sind strategische Überlegungen die Grundlage oder ist es Liebe?

Das wird der Leser erst im spannenden Finale erfahren. Ich vergebe 9 von 10 Punkten, da ich diese TV-Sendung als Grundlage nicht so ereignisreich fand, wie in den Vorbänden.

 

Verlag: Bastei Lübbe

erschienen: 2019

Seiten: 368

ISBN: 978-3404177578

Rezension

Rezension // Anne Barns – Honigduft und Meeresbrise

Geliebte Martha, so beginnt ein Brief der 80 Jahre unterwegs war. Geschrieben im Dezember 1941, wurde er in den Kriegswirren der damaligen Zeit abgefangen. Als Annas Oma den Brief für ihre Mutter erhält, offenbart er ein Geheimnis. Sie beschließen beide nach Ahrenshoop zu fahren und ein wenig zu forschen.

Anne Barns gehört bereits seit „Apfelkuchen am Meer“ zu meinen Lieblingsautorinnen. Die Mischung aus Familiengeheimnissen, Rezepten und den geschilderten Landschaften sind wirklich stets gelungen und lassen den Leser beim Lesen den Alltag vergessen.

Die junge Protagonistin Anna hat derzeit einige private Entscheidungen zu treffen: nach dem Tod der Freundin Mona muss sie feststellen, dass das Leben weiter geht und sie mit ihrem Freund nicht mehr viel verbindet als der schlichte Alltag. Monas Freund Timo jedoch war schon immer mehr in ihren Augen, doch sie hielt sich stets zurück. Es stehen Entscheidungen an, die ihr einfach zu viel sind und da kommt der mysteriöse Brief ganz recht.

Eine Fahrt von Lüdinghausen nach Ahrenshoop steht an. Denn das zu enthüllende Familiengeheimnis betrifft schließlich auch Anna. Anna ist eine sympathische Protagonistin, die im Laufe des Buches eine ansehnliche und glaubwürdige Entwicklung durchmacht.

Annas Oma ist wirklich spitze. Obwohl sie nicht mehr die Jüngste ist, geht sie der Imkerei nach und mästet ihre Enkelin, wie man es von Omas so gewohnt ist. Dass die Leidenschaft der Imkerei auch mit Martha zu tun hat, wird der Leser mit appetitanregenden Rezepten erfahren. (Für alle, deren Diätplan es zulässt, sind die Rezepte natürlich, wie gewohnt, im Anhang abgedruckt.)

Ich liebe ja das Meer und Anna bekommt durch ihren Aufenthalt dort, die dringend benötigte Entschleunigung und findet neben der Aufklärung  auch ausreichend Ruhe zu malen und um die richtigen Entscheidungen zu treffen. Da möchte man sich doch gleich mit auf die Decke setzen und die Zehen in den Sand graben.

(Achtung: Wer gern hinten im Buch die Rezepte nachschlagen will; dort ist auch ein Stammbaum abgedruckt. Wer sich also nicht selbst spoilern will, sollte erst am Schluss die Rezepte nachschlagen. Mir ist es nämlich passiert, was allerdings dem Lesespaß keinen Abbruch zugefügt hat.)

Das Buch lebt von kleinen Details, wie einer getöpferten Tasse, eine Muschelkette, ein Plausch mit dem Postboten, eine wiedergefundene Freundin, Aquarellbilder und einigen redseligen Nebenprotagonisten. Ich frage mich, ob die auskunftsfreudige Josefine wohl irgendwann ihr eigenes Buch bekommt?

Ich lege Euch das Buch mit dem Zitat: „Der Krieg ist wie das Meer. Es gibt nicht immer zurück, was es genommen hat.“ ans Herz und vergebe volle Punktzahl mit Honigbienchen.

 

Verlag: Mira Taschenbuch

erschienen: 2019

Seiten: 352

ISBN: 978-3745700046

Rezension

Rezension // Christina Lauren – Weil es Liebe ist

Erstens kommt es anders….

Holland wollte in New York eigentlich Schriftstellerin werden. Doch der Durchbruch blieb bislang aus und so jobbt sie als T-Shirtverkäuferin in der Broadway Produktion ihres Onkels „It Possessed Him“. Täglich macht sie einen Umweg, um in der U-Bahn einem Gitarrenspieler lauschen zu können. Sie ist regelrecht vernarrt in ihn und ihre Träumerei.

Ihre Träumerei bekommt jedoch durch eine Verkettung à la „Green Card“ auf einmal eine Bedeutung. Denn der Produktion ihres Onkels fehlt ein Musiker und nach einigen lustigen Debatten, wird der Straßenmusiker namens Calvin einfach geheiratet, um ihm ein Visum zu verpassen.

Aus dieser Konstellation entstehen einige lustige und witzige Szenen. Denn Holland wird nicht umsonst von ihrer Freundin Lulu „Trolland“ genannt. Sie ist tollpatschig und beim Arrangieren der Scheinehe teilweise peinlich berührt.

Denn der Gedanke mit Calvin verheiratet zu sein, ist ja gar nicht so schlimm. Durch die wundervolle Musik und ihre Träume entdecken beide immer mehr voneinander. Aus Schein und Sein wird Liebe. Doch wo das Glück zum Vorschein kommt, gibt es Neider und die Einwanderungsbehörde hat auch noch ein Wörtchen mit zu reden.

352 Seiten, die aufgrund des abwechslungsreichen Schreibstils wie im Fluge vergingen. Das Pseudonym Christina Lauren der Autorinnen Christina Hobbs und Lauren Billings habe ich mir mal notiert und werde nach weiteren Veröffentlichungen in deutscher Sprache suchen. Volle Punktzahl für diese Liebesgeschichte mit Broadwayflair.

 

Verlag: Forever

erschienen: 2019

Seiten: 352

ISBN: 978-3958183629