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Rezension // Jodi Ellen Malpas – Crown & Passion: Alles, was du begehrst (#2)

Nach den Ereignissen des Vorbandes „Alles, wonach du dich sehnst“ empfehle ich vorab auf jeden Fall den Vorband zuerst zu lesen, da dieses Buch darauf aufbaut.

Adeline wollte eigentlich mit Josh den englischen Hof verlassen. Doch aufgrund mehrerer Todesfälle und ungeahnten Geheimnissen ist sie nun die zukünftige Königin von England. Es wird von ihr erwartet, keine Gefühle nach außen zu zeigen, dem strengen Hofprotokoll zu folgen, standesgemäß zu heiraten und einen Thronfolger zu gebären. Da hat ein amerikanischer Hollywoodschauspieler wirklich keinen Platz.

Adeline und Josh versuchen anfänglich ein Platz für ihre Liebe zu erkämpfen. Adeline nutzt die Palastgeheimnisse, um Josh in ihr Leben als Königin zu schmuggeln. Dabei wird sie unterstützt von Damon, Jenny, Kim und Davenport, die aber leider an ihre Grenzen geraten, als sich herausstellt, dass Intrigen innerhalb des Palastes geschmiedet werden.

Susan Elizabeth Phillips sagte einmal auf einer Lesung, dass der moderne Liebesroman beinhaltet, dass die einzelnen Charaktere nur zusammen stark sein können und sich weiterentwickeln müssen. Adeline muss sich im Haifischbecken der Royals behaupten und mit sich ausmachen, ob sie für die Tradition für ihre Liebe opfern will. Josh dagegen muss sich entscheiden, ob er mit dem Status von Adeline zurechtkommen will.

Die Unterstützung durch die Nebencharaktere ist sehr gelungen und ich fand Damon und Davenport besonders liebenswert.

Dennoch bedrohen die Intrigen die Liebe von Adeline und Josh und führen schließlich zu einem regelrechten Herzschlagfinale. Es zeigt sich anschaulich, dass die Royals wie die Familie Ewing bei der Serie Dallas Geheimnisse, Lügen, Intrigen, Korruption, Morde, Affären, illegitime Kinder und Sabotage in ihren eigenen Reihen betreiben und dies durch ein jahrzehntelang durchgeführtes Blendwerk nach außen verschleiern.

Das Buch bietet daher neben der Liebesgeschichte mit den erotischen Szenen Drama und Action und einen kleinen Einblick (?) in die seifenopernähnliche Welt der Royals. Das Buch hat mich hervorragend unterhalten und ich habe mir vorgenommen wieder mehr von dieser Autorin zu lesen. Ich vergebe volle Punktzahl: God save the fuckin‘ Queen and her american boy.

 

Verlag: Mira Taschenbuch

erschienen: 2019

Seiten: 464

ISBN: 978-3745700411

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Rezension // Audrey Carlan – Lotus House: Heiße Leidenschaft (Lotus House #7)

Tja, da haben wir ihn, den letzten Band der Lotus House Reihe. Monatelang hat Audrey Carlan daran gearbeitet und wir lesen es ganz schnell und warten nun sehnsüchtig auf neue Werke.

Bei dem Klappentext war ich anfänglich etwas irritiert, denn dort heißt es, dass die Besitzerin des Lotus House eine Kündigung für die Räumlichkeiten erhält. Bei der Besitzerin dachte ich erst an Jewel und nicht an ihre Tochter, die junge Luna. Diese hat jedoch das Yogastudio zeitlich irgendwann zwischen Band 6 und 7 übernommen. Sie ist eine Seele an Mensch und ein rothaariger Wildfang, der den Bauunternehmer Grant Winters ordentlich zum Schwitzen bringt.

Sie sucht kurzerhand den Manager der Winters Group auf und vereinbart mit ihm einen besonderen Deal. Er muss Zeit im Yoga Studio und in der gesamten Straße verbringen. Denn nicht nur das Lotus House ist bedroht, sondern auch die Sunflower Bakery, Tattered Pages und das Rainy Day Cafe sind von dem Abriss bedroht.

Damit hat die Autorin die ideale Grundlage geschaffen, im Abschlussband die bekannten und lieb gewonnenen Protagonisten einen Platz auf den letzten Seiten zu geben, um das Lotus House zu beschützen und Luna zu helfen.

Luna und Grant gehören, wie wir erfahren, dem Kronen Chakra an. Die Eigenschaften passen zu den Protagonisten und müssen sich zur Rettung des Lotus House und der Liebe für einander weiter entwickeln und einige Hürden überwinden.

Luna ist ein ziemlicher Gegensatz zu den Goldgräberrinnen, die Grant Bisher gedatet hat. Denn sie geht vom Guten im Menschen aus, liebt das Leben, Yoga und das Essen. Eine wahrlich sinnliche Begegnung für den jungen Mann, das in der einen oder anderen erotischen Szene anschaulich beschrieben wird. Ein harmonischer Schlagabtausch ist natürlich in den Dialogen auch mit dabei.

Audrey Carlan lässt sich im Abschlussband mit Entwicklungen nicht lumpen und sorgt für ordentlich aufzuarbeitende Familiengeschichte und Drama. Das Ende ist zum Seufzen Hoch 3 und daher vergebe ich volle Punktzahl, frage mich aber dennoch, ob es noch einen Band über Coree und Bethany aus dem Rainy Day Cafe geben wird, da sich durch aus eine Perspektive mit dem Architekten ergeben würde und mir diese beiden nun doch zu kurz gekommen sind und beide einen eigenen Band verdient hätten.

 

Verlag: Ullstein

erschienen: 2019

Seiten: 368

ISBN: 978-3548291161

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Rezension // Jojo Moyes – Wie ein Leuchten in tiefer Nacht

„Wie ein Leuchten in tiefer Nacht“ – ein neuer Roman von Jojo Moyes, der ordentlich beworben wird. Ich war gespannt, denn ich las, dass die Autorin sich aufgrund von Überarbeitung in eine kleine Hütte in den Bergen Kentuckys zurückgezogen und dieses Buch geschrieben hat. Das Reiten bei der Recherche habe ihr sehr viel Spaß gemacht und man merkt bereits den ersten Seiten an, dass dieses Buch für sie heilsam und bedeutend war. Doch nun zum Inhalt:

1937 wird von der amerikanischen Präsidentengattin Eleanor Roosevelt das WPA Packhorse Library Programm ins Leben gerufen. Frauen sollen auf Pferden entlegen wohnenden Familien Bücher bringen. Für die Frauen, die sich der mobilen Bibliothek anschließen, ist dies eine besondere Herausforderung. Denn die wilde Natur und deren Bewohner dulden bisher keine selbstbewussten eigenständigen Frauen, die sich anhand von Büchern bilden.

Die Autorin hat eigenwillige und sehr unterschiedliche Frauen kreiert. Wir haben zum einen Alice, die als Engländerin unglücklich verheiratet und weit weg von ihrer Heimat ist. Für sie ist die Packhorse Library eine Möglichkeit dem tristen Haus zu entfliehen. Sie findet Freunde, die ihr beistehen. Da wäre unter anderem Margery, eine Frau, die sich nicht beugt und ohne Trauschein mit Sven zusammen lebt. Diese vereint die Frauen und sorgt auch für den Zusammenhalt. Isabelle, genannt Izzy, ist aufgrund von Kinderlähmung körperlich eingeschränkt, wächst aber aufgrund der Aufgabe über sich hinaus. Die schwarze Sophia, dürfte eigentlich nicht in der Bibliothek arbeiten, da diese ausschließlich für Weiße ist, hat aber eine unverzichtbare Vorerfahrung.

Das Buch zeigt anschaulich, wie Verbreitung von Bildung dafür sorgen kann, dass man nicht alles hinnehmen muss, dass man sich seine Träume erfüllen kann und dass die Ausbeutung durch die Industrialisierung erste Gegner durch Gewerkschaften und Organisationen bekommt. Frauen gehören entgegen den männlichen Vorurteilen nicht nur an den Herd, sondern dürfen rebellisch ihre eigenen Wünsche äußern. Was ein kleines blaues Buch damit zu tun hat, müsst ihr unbedingt selber lesen.

Der Schreibstil Autorin war ernster als bei dem Buch „Ein ganzes halbes Jahr“, da wir hier keine humorvolle Lou vorfinden. Allerdings passt es zu der Autorin, da ich diese ernsten, fast melancholischen Seiten, auch schon bei dem Buch „Nächte, in denen Sturm aufzieht“ festgestellt habe. Die Kapitel werden mit Zitaten aus bekannten Büchern dieser Zeit eingeleitet zum Beispiel „Vom Winde verweht“, „Jenseits von Afrika“, „Black Beauty“, „Betty und ihre Schwestern“ aber auch „A Journal for the American Farmer“ und „Harlan Miners Speak“ werden zitiert und im Anhang als Quelle zitiert.

Es ist ein gelungenes Buch über die Entwicklung der Frau, über die Freundschaft und über die Macht des Lesens, dem man die Liebe zum Pferd und der Landschaft anmerkt.

Mich hat dieses Buch an die Serien „Unsere kleine Farm“, „Doktor Quinn“ und „Anne auf Green Gabels“ erinnert, obwohl dies zeitlich nicht ganz passt. Ich vergebe daher volle Punktzahl für dieses wundervolle Buch mit starken Protagonisten.

 

Verlag: Wunderlich

erschienen: 2019

Seiten: 544

ISBN: 978-3805200295