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Rezension

Rezension

Rezension // Markus Heitz – Die Meisterin: Der Beginn (Die Meisterin #1)

Geneve Cornelius ist Heilpraktikerin in Leipzig. Scheinbar. Denn seit Jahrhunderten gilt sie als Heilerin für Verletzungen aller Art. Egal, ob beim Menschen oder bei Gestaltenwandlern, Vampiren und anderen Geschöpfen. Wichtig war ihr jedoch stets, die Neutralität zu wahren. Sie gehört einer Henkersfamilie an, deren Aufgabe es war, Geständnisse zu entlocken und Urteile zu vollziehen. Doch die Zeiten sind vorbei…oder doch nicht? In Leipzig ändern sich die Machtgefüge und als ihr Bruder ermordet wird, wird sie gezwungen, mit Alessandro Bugatti zusammen zu arbeiten. Dieser gehört ebenfalls einer Scharfrichterdynastie an, die seit Jahrhunderten mit ihrer Familie verfeindet ist.

Markus Heitz schafft es, die historischen Fakten um Scharfrichter in eine aktionreiche Handlung einzubetten. Etwas Hilfe bekommt er dabei von einer ungewöhnlichen Erzählerin, die den Leser geschickt zwischen den Geschehnissen hin und her führt und dabei die Fakten des Berufsstandes erläutert.

Geneve ist eine sympathische Protagonistin, die durch ihr gutes Herz und ihre anfängliche Neutralität besticht. Doch irgendwann ist Zuviel des Guten und sie muss sich auf neue Wege und Möglichkeiten besinnen. Alessandro als Polizist des Vatikans mit ähnlichen Wurzeln (allerdings mit nicht ganz so tiefreichendem Wissen) ist ihr dabei eine große Hilfe und man vermutet, dass da trotz der vorrangigen aktionreichen Handlung vielleicht mehr als Sympathie füreinander entstehen könnte.

Die unheimlichen Vorfälle rufen Gut und Böse auf den Plan und so muss mit allen Mitteln gekämpft werden….Da die Handlung erneut in Leipzig spielt, werden am Rande einige Protagonisten erwähnt, die bereits im Heitzschen Bücherkosmos erwähnt wurden. Ein Vorwissen ist jedoch nicht erforderlich, so dass ich guten Gewissens das Buch mit voller Punktzahl empfehlen kann: Lesen und Genießen!

 

Verlag: Knaur HC

erschienen: 2020

Seiten: 480

ISBN: 978-3426226759

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Rezension // Jennifer Snow – Alaska Love: Weihnachten in Wild River

Die junge Ärztin Erica liebt ihre Arbeit über alles. Denn die Arbeit im Alaska General Hospital in Anchorage ist nach dem Tod der Mutter die einzige Möglichkeit, die Anerkennung ihres Vaters zu erlangen. Als sie von diesem in den Zwangsurlaub geschickt wird, bricht für sie eine Welt zusammen. Womit könnte man die freie Zeit bloß zu bringen?

Sie beschließt, ihre aus den Augen verlorene Freundin Cassie im kleinen idyllischen Städtchen Wild River zu besuchen. Mit ein bisschen Ski fahren, wird man die Zeit schon rumkriegen können. Vor Ort trifft sie auf Cassies Bruder Reed, der als Leiter des Search and Rescue Teams nicht nur die Hilfe einer Medizinerin gebrauchen kann, sondern der sie in mehrfacher Hinsicht herausfordert.

Erica erscheint anfänglich als biedere Arbeitsmaschine, die den Landeiern in Wild River nichts mehr abgewinnen kann, obwohl sie dort ihre Kindheit verbracht hat. Die ersten Gespräche mit ihren alten Freunden sind zäh und sie wirkt wie ein Fremdkörper. Doch bei genauerer Betrachtung ist sie einfach nur verletzt. Verletzt von der Zurückweisung ihres Vaters und nach wie vor traurig über den Tod der Mutter. Da ist Wild River mit seiner Gemeinschaft ein krasser Gegensatz zum getakteten Klinikalltag.

Diese Gemeinschaft ist ein großes Ganzes. Man hält wie eine Familie zusammen und trotzt der Natur. Denn natürlich stehen für das Search and Rescue Team Einsätze an, die besonders für jeden Emergency Room oder Grey’s Anatomy Fan lesenswert sind. Diese Einsätze und die  Erlebnisse der Vergangenheit führen zu einer gut nachvollziehbaren Verbundenheit von Erica und Reed.

Erica kommt schließlich nach und nach aus sich heraus. Besonders weil Reed sie herausfordert. Ein echtes Katz und Maus Spiel mit gelungenen Dialogen beginnt und endet mit viel mehr. Auch Reed hat so seine Probleme und beide müssen erkennen, dass sie aus ihrem alltäglichen Hamsterrad ausbrechen und die Vergangenheit hinter sich lassen müssen.

Gelungen finde ich auch die Nebenprotagonisten (und natürlich den narkoleptischen Hund Diva) wie die smarten Rescuemitarbeiter Tyler und Tank mit seiner Tochter Kaia und Cassie. Allein für diese Charaktere würde ich mir Folgebände wünschen. Ich vergebe volle Punktzahl für diese spannende Liebesgeschichte.

 

 

Verlag: LYX.digital

erschienen: 2020

Seiten: 367

ASIN : B08CBPSP3S

 

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Rezension // Jane Linfoot – Ein verschneites Weihnachtsfest in Cornwall

Weihnachten kommt unaufhaltsam näher und Ivy freut sich voller Tatendrang, dieses Fest auf einem Schloss in Cornwall verbringen zu dürfen. Ihre Freundin hat sie engagiert, für eine instagramtaugliche Dekoration zu sorgen, da diese als Influencerin die richtige Location für ihre Fotos benötigt.

Als sie einige Tage vor ihrer Clique ankommt, stellt sich Ernüchterung ein. Cockle Shell Castle ist internetfreie Zone und hat bisher keinerlei Weihnachtsdekoration. Das einzige, was dieses Schloss zu bieten hat, ist ein mürrischer Schlossherr namens Bill, der zwar gut aussieht, aber sich die Vermietung des Schlosses ganz anders vorgestellt hat.

Chaos.

Chaos ist für einen Weihnachtsroman mit Liebe und vielen Personen eine ordentliche Grundlage. Da muss man die Ärmel hochkrempeln und mitanpacken und genau das macht Ivy. Sie wächst geradezu über sich hinaus, um für die richtige Weihnachtsstimmung zu sorgen. Dabei ignoriert sie die Anziehungskraft von Bill, dem sie tatsächlich schon vor Jahren bei einem unvergesslichen Skiurlaub begegnet ist und stürzt sich in die Arbeit. (Wer noch Anregungen für Deko, Filme, Rezepte und ähnliches sucht, wird hier definitiv Inspiration finden.)

Cockle Shell Castle liegt übrigens in der Nähe der kleinen Traumküche und des kleinen Brautladens, den zwei weiteren Reihen der Autorin, die man aber für das Verständnis nicht gelesen haben muss.

Ivy, die Dekoqueen, ist quasi in der dekofreien Zone gestrandet und klammert sich an jede Idee, um das Schloss umzugestalten. Das ist ihre Mission. Schließlich will sie die vergangenen Monate einfach nur ausblenden und vergessen. Dass das nicht so einfach ist, wenn das Fest der Liebe vor der Tür steht, zeigt sich jedoch immer wieder. Auch Bill, anfänglich genervt, scheint schließlich aus eigenen Gründen mitzuziehen.

Das Buch lebt übrigens von der Vielfalt der Charaktere, die hier neben Bill und Ivy durch die Handlung wuseln. Wir haben die besagten Influencer, die kaum einen Moment ohne Handykamera genießen können, ein alterndes Pärchen, dass die Bettpfosten wackeln und die übrigen Erwachsenen erröten lässt, Veganer und ökologisch Angehauchte, Aussteiger und Surfer und und und

Jane Linfoot sorgt für abwechslungsreiche Handlung und witzige Dialoge, um Ivy und Bill schließlich zum Glück zu verhelfen. Aber Achtung, wer dieses Buch liest, wird mit dem Lachtränen und dem Ohrwurm „Feliz Navidad“ ordentlich zu kämpfen haben. Ich vergebe volle Punktzahl.

 

Verlag: HarperCollins

erschienen: 2020

Seiten: 464

ISBN: 978-3749900091