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Kinder

Rezension

Rezension // Ransom Riggs – Die Legenden der besonderen Kinder (Die besonderen Kinder #Bonus)

 

© Sonja Kochmann

Ransom Riggs hat es geschafft, mit seiner Reihe über die besonderen Kinder, die Erwachsen zurück in die Welt der Geschichten zu holen. Denn welche Attraktionen und welche, der erzählten Geschichten sind wahr und welche erfunden? Weilen Besondere unter uns? Die Buchreihe und auch die Verfilmung hat mich bereits in seinen Bann gezogen.

Nun kommt dieses besondere Büchlein in seiner besonders schönen Aufmachung daher. Edel, golden und mit einem besonderen Einband erinnert es mich an die Märchenbücher von früher.

Die Sammlung wurde inoffiziell von Millard Nullings zusammengestellt, der uns als Autor der besonderen Chronologie der Zeitschleife von Mrs. Peregrine bekannt ist.

Wer bislang noch nicht in die Welt der Besonderen hineingeschnuppert hat, der dürfte mit diesem Buch einen gelungenen Einstieg in diese faszinierende Welt finden.

Hier erfährt man vom Entstehen der ersten Zeitschleife und der Not der Besonderen zusammen mit normalen Menschen zu leben. Akzeptanz des anderen spielt eine große Rolle. Ein Thema, dass durchaus auf die heutige Zeit anzuwenden ist. Daher gleichen die Geschichten den Fabeln und Märchen aus meiner Kindheit. Ein Körnchen Wahrheit oder eine versteckte Botschaft ist immer enthalten.

Nicht nur das Äußere des Buches oder die Legenden an sich sind besonders erwähnenswert: auch die Zeichnungen zu jeder Geschichte sind besonders gelungen. Man freut sich regelrecht auf den Beginn einer neuen Geschichte, um zu sehen, welche Zeichnung Andrew Davidson hierfür vorgesehen hat. Und nun ein letztes Mal: für dieses besondere Büchlein vergebe ich 8 von 10 Punkten!

© Sonja Kochmann

Verlag: Knaur HC
erschienen: 2018
Seiten: 208
ISBN: 978-3426226568

 

Rezension

Rezension // Angelika Schwarzhuber – Barfuß im Sommerregen

 

© Sonja Kochmann
Ein neues Buch von Angelika Schwarzhuber:
Barfuß im Sommerregen!

Die alleinerziehende junge Mutter Romy entdeckt im Supermarkt einen lebensrettenden Aushang: kostenloses Wohnen auf einem Bauernhof. Als Gegenleistung soll ein rüstiger älterer Herr namens Alfred unterstützt werden.

Doch als Romy auf dem Hof ankommt, ist Alfred alles andere als begeistert. Die beiden raufen sich jedoch zusammen und aufgrund einer Verkettung an Vorfällen entwickeln beide eine Geschäftsidee, die Romy und auch den Hof voranbringen soll. Gut, dass es noch Alfreds Neffen Hannes gibt, der Romys Gefühlsleben zusätzlich in Aufruhr bringt. Ach und dann gibt es noch Marco, der Vater des kleinen Tommis, der einfach so aus der Versenkung auftaucht.

Romy ist aufgrund ihrer familiären Schicksalsschläge ängstlich und zurückhaltend. Sie möchte ihren Sohn am Liebsten in Watte packen. Doch dieser entdeckt das Landleben nach und nach für sich und möchte sich lieber ins Heu oder auf die matschige Wiese mit dem Esel Herakles schmeißen.

Die beschriebenen Probleme einer allein erziehenden Mutter sind ohne Augenwischerei treffend dargestellt. Es ist nachvollziehbar, dass Vertrauen erst neu gelernt werden muss.

Dabei hilft Hannes, der sich gern über die extreme Vorsicht von Romy lustig macht. Nach und nach nähern sich die beiden an. Romy entschleunigt auf Alfreds Hof. Der Wegzug aus München ins Umland von Passau tut ihr und auch Alfred gut.

Und der alte Herr hat selbst ein Geheimnis. Durch zahlreiche Rückblicke erfährt der Leser davon. Wie sich alles fügt, ist absolut lesenswert.

Ein echtes Wochenend-/Urlaubsbuch zum Entschleunigen, denn der Hof mit seinen nach der griechischen Mythologie benannten Tieren, den schrulligen Dorfbewohnern und der Liebesgeschichte von Romy beruhigt auch die Nerven eines angespannten Lesers (Dank des Schreibstils von Angelika Schwarzhuber.).

Zum Ende bekommt man noch einen ordentlichen Ohrwurm (Christina Aguilera – Candyman) und Rezepte, die Appetit machen, verpasst. Ende gut, alles gut: volle Punktzahl.

Verlag: Blanvalet
erschienen: 2018
Seiten: 400
ISBN: 978-3734105531

Rezension

Rezension // Katharina Herzog – Immer wieder im Sommer

© Sonja Kochmann

Anna ist Single-Mom und freut sich auf die Osterferien. Denn dann sind ihre beiden Töchter bei ihrem Vater und ihrem Exmann Max und sie kann nach Amrum fahren. Denn dort wohnt nun Jan. Ihre große Liebe aus einem unvergesslichen Sommer, der mehr als 10 Jahre zurück liegt. Doch alles kommt anders und so sitzt sie in einem klapprigen VW Bus, beladen mit ihren Töchtern, Max, ihrer kauzigen Mutter und dem Tramper Milan.

Die Leseprobe hat mich sehr überzeugt. Der Schreibstil der Autorin lässt sich leicht und locker lesen und erinnert mich ein bisschen an Kerstin Gier. Denn Anna bleibt nichts erspart und dennoch kommen hier und da ein paar lustige bzw. zynische Kommentare.

Das Buch berührt, denn es ist keine einfache Sommergeschichte. Für Anna ereignet sich immer wieder im Sommer etwas, das ihr Leben ändert.

Anna ist nach ihrer Scheidung unzufrieden, denn ihre Träume von Familie und dem Beruf als Schneiderin bzw. Modedesignerin haben sich nicht erfüllt. Sie hat sich mit ihrer Mutter zerstritten und erst der Hilferuf aufgrund der Diagnose Demenz lässt die beiden wieder zusammenrücken. Man erfährt auf erschreckende Art und Weise vom Krankheitsbild und das Eltern oft Beweggründe haben, die man erst im Erwachsenenalter nachvollziehen kann. Auch Träume, verpasste Chancen, Pubertät und die Realität im harten Alltag schaffen es einfühlsam in die Handlung.

Ich selbst habe den direkten Vergleich. Denn die herrische und demente Frieda, erinnert mich sehr an meinen Vater, der bereits vor einigen Jahren die Diagnose bekam. Einiges wurde ausgesprochen, einiges ist für immer verloren.

So stimmt das Buch durch seine beschrittenen Wege melancholisch, traurig, zuversichtlich und hat ein versöhnliches Ende parat. Es war für mich nicht leicht zu lesen, aber die Schilderung von meinem geliebten Meer und dem Strand, geben dem Buch die geeignete Atmosphäre und auch die Rückkehr in den Alltag nach München, schafft Katharina Herzog alias Katrin Koppold gekonnt, so dass ich 9 von 10 Punkten vergebe.

Verlag: Rowohlt
erschienen: 2017
Seiten: 384
ISBN: 978-3499291111

© Sonja Kochmann