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Rowohlt

Rezension

Rezension // Abbi Waxman – Vorstadtgeflüster

 

© Sonja Kochmann

Eine scheinbar idyllische Vorstadtsiedlung in Amerika. Die Blooms, Porters, Hortons und die Carter-Gillespies leben mit ihren Kinder ein abwechslungsreiches und turbulentes Leben.

Frances Bloom sammelt täglich alle Kinder der Siedlung ein und fährt dies in den Kindergarten oder in die Schule. Als sie eines Tages aufgrund einer vergessenen Tüte zum Haus der Porters zurückkehrt, erwischt sie Anne beim Sex auf dem Flurboden. Doch, ach Schreck, es ist nicht ihr Ehemann, der da Hand anlegt. Da gerät das stillschweigend verwaltete Chaos aus den Fugen….

Abbi Waxman hat mir bereits mit dem Buch “Gegen Liebe ist kein Kraut gewachsen” viel Lesefreude bereitet, so dass ich mich sehr auf dieses Buch gefreut habe.

Der deutsche Titel “Vorstadtgeflüster” ist zwar ganz nett gewählt, aber ich finde den englischen Titel “Other People’s Houses” viel passender. Denn streng nach dem alten Sprichwort “unter jedem Dach, ein ach” kracht es in dieser Siedlung ordentlich, obwohl alle den Schein waren wollen.

Es ist ein Buch, dass mich an die Serie “Desperate Housewives” und den Film “Bad Moms” erinnert: Im Vorgarten wird gelächelt und gewunken und in der Küche bei Kaffee und Kuchen abgelästert.

Der Schreibstil ist locker und leicht und bietet zu jeder Alltagssituation (Fussballtraining der Kleinen, Elternabend, Ehe, Übergewicht nach Geburten, Pubertät, Einkaufsstress, Haushalt und noch viel mehr) satirische und zynische Anekdoten.

Manchmal fragte ich mich, wohin mich dieses Buch führt, doch der Sexskandal der Nachbarn bringt einige zum Nachdenken: wie hat man eine Ehe und wie führt man sie über all die Jahre weiter? Schein und Sein sind in stetiger Konkurrenz.

Abbi Waxman ist es gelungen vier vielfältige Familien zu kreieren. De Protagonisten zeigen verschiedenen Charaktere und Sichtweisen auf. Ich habe ordentlich geschmunzelt und dennoch einige ernste Themen mit Augenzwinkern gefunden, die ich als Mutter durchaus schon einmal erlebt habe oder gut nachempfinden kann. Ich vergebe 9 von 10 Punkten.

Verlag: Rowohlt
erschienen: 2018
Seiten: 416
ISBN: 978-3499275968

Rezension

Rezension // Andreas Winkelmann – Das Haus der Mädchen

© Sonja Kochmann

Leni kommt vom Lande. Ein Praktikum in der Großstadt Hamburg ist für sie eine große Herausforderung. Mutig bezieht sie ihr Zimmer in einer privaten Zimmervermietung und freundet sich mit Vivien an, deren Ziel es ist, sich einen Millionär zu angeln. Doch nach einer Party ist Vivien urplötzlich über Nacht ausgezogen…oder ist sie verschwunden?.

Nahezu gleichzeitig beobachtet der Obdachlose Freddy einen Mord auf offener Straße. Als beide aufeinander treffen, stellen diese fest: es gibt eine Verbindung….

“Das Haus der Mädchen” ist nicht mein erstes Buch von Andreas Winkelmann und ich war gespannt auf diesen Thriller, der in Hamburg spielt.

Bereits auf den ersten Seiten erfährt der Leser: hier treibt jemand ein sadistisches Spielchen mit jungen Frauen. Die Verknüpfung herzustellen, ist für den Leser aufgrund der Perspektive nicht schwer.

Als niedersächsische Leseratte und aufgrund meiner häufigen Besuche in Hamburg war mir allerdings zu schnell klar, dass sich der Täter die Beschaffenheiten der Speicherstadt zu Nutze macht. Es stellte sich mir daher nur noch die Frage wer, wieso und warum. Denn aufgrund der verwendeten Pseudonyme “Der Herr des Hauses” oder “Nummer sechs” konnte man nur Mutmaßungen anstellen.

Sympathisch waren mir hier die Antihelden: Freddy, einst ein erfolgreicher Geschäftsmann, lebt nun auf der Straße und kann seine bisherigen Werte und Normen noch nicht ablegen. Leni, das Landei, dass mit der Anonymität der Großstadt nicht so ganz klar kommt und für ihre Hilfsbereitschaft von Vivien belächelt wird. Und natürlich der große, böse und eigentlich ganz liebe Bulle Jens mit dem Spitznamen Dirty Harry, der auf die Unterstützung einer spitzzüngigen Rollifahrerin Rebecca setzt.

Die Mischung ist vielversprechend, allerdings konnte mich die Handlung trotz des vielversprechenden Anfangs nicht wirklich packen. Daher vergebe ich 7 von 10 Punkten. Vielleicht bekommen Jens und Rebecca ja noch eine Chance vom Autor sich in einem anderen Buch zu beweisen, denn die beiden Charaktere haben mir gut gefallen.

Verlag: Rowohlt
erschienen: 2018
Seiten: 400
ISBN: 978-3499275166

Rezension

Rezension // Karen Ellis – Die im Dunklen (Special Agent Elsa Myers #1)

 

© Sonja Kochmann

Elsa ist FBI Agentin bei CARD (Child Adbduction Rapid Deployment). Einer Specialeinheit, die vermisste Kinder sucht. Obwohl ihr Vater im Sterben liegt, eilt sie zur Verstärkung einer Ermittlung. Die junge Ruby ist verschwunden und der bislang zuständige Polizeibeamte Lex benötigt Verstärkung, da der Fall schwerwiegender zu sein scheint.

Während die beiden Polizisten sich zusammenraufen, werden weitere Mädchen entführt und sitzen tief im dunklen Wald – gefesselt und noch allein – die Zeit rennt.

Lex ist der hochstrebende Polizist: vom Einwandererkind mit kleinen Delikten zum Polizisten. Er schießt bei seinen Methoden manchmal über das Ziel hinaus, da er die in Polizeikreisen “berühmte” Elsa beeindrucken will. Elsa dagegen ist eine typische Antiheldin. Der Leser erfährt nach und nach von ihrem Kindheitstrauma und ihren Beweggründen.

Die Suche nach Ruby plätschert im leichten Erzählstil nur so dahin. Der Leser entdeckt nach und nach weitere Handlungsfäden, die sich zu einem Ganzen verweben. Ein solider, aber auch nicht extrem aufregender Thriller.

Elsa, deren Namensgebung mit dem inneren Befehl die Vergangenheit los zu lassen (“lass los, lass los….”) mich leider immer wieder die Disneyprinzessin assozieren hat, hat mich allerdings aufgrund der inneren Gebrochenheit auch an die Polizistin D. I. Helen Grace von M. J. Arlidge erinnert, obwohl die Handlung hier in Amerika und nicht in England spielt. Ich vergebe 7 von 10 Punkten, da mich die Handlung nicht wirklich gepackt hat und die Suche auf gut Glück im Wald ohne Suchhunde nicht sehr realistisch ist.

Verlag: Rowohlt
erschienen: 2018
Seiten: 336
ISBN: 978-3499273094