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Rockstar

Rezension

Rezension // Helen Carter – Rockstar (#1)

Bones ist ein Rockstar wie er im Buche steht: er sieht gut aus und er liebt Alkohol, Drogen und Sex. Doch eine Frau schafft es, seine Welt aus den Angeln zu heben.

Das Buch ist derb. Richtig derb. Wer einen erotischen Roman im Stil von Shades of Grey, Crossfire, Colours of Love oder 80 Days sucht, wird hier nicht fündig.

Die Beschreibungen der erotischen Eskapaden enthalten viele Formulierungen, die ich persönlich teilweise als Gossensprache einstufen würde. Versteht mich nicht falsch. Ich bin kein “verklemmter” Leser. Schließlich habe ich die o.a. Beispiele auch alle mit Vergnügen gelesen, aber den männlichen Zauberstab als Stamm zu bezeichnen, der dann in die Auster reinrammt , stört mich persönlich in meinem Leseempfinden. Und lasst es euch gesagt sein, dass ist ein harmloses Beispiel!
Auch das Thema Safer Sex scheint hier quasi nicht vorhanden. Das man stimmige Begriffe und Safer Sex miteinander vereinen kann, ist schließlich inzwischen von einigen Autoren vorgemacht worden.

Die Geschichte (oh ja die gibt es) hat mir allerdings sehr sehr gut gefallen. Ein Rockstar der durch Manager, Bandkollegen, Presse und Groupies bedrängt wird und nachdem er die große Liebe trifft, Probleme bekommt, alles unter einen Hut zu bekommen.

Daher 7 von 10 Punkten.

Verlag: Blue Panther Books
erschienen: 2013
Seiten: 256
ISBN: 978-3862772551

 

Rezension

Rezension // Melvin Burgess – Death

Death ist eine Todesdroge. Wer sie nimmt, hat 7 berauschende Tage und stirbt danach glücklich!

Wirklich?

Adams Leben scheint nach dem Tod seines Bruders in einer Gegenwart mit politischen Umbrüchen aussichtslos, warum sollte er also nicht Death probieren? Wird dies die beste Woche seines Lebens?

Ich gebe zu, dass ich mir nach der Vorankündigung unter dem Buch ein bisschen was anderes vorgestellt habe: Denn der Rockstar Jimmy Earle ist lediglich der inhaltliche Auslöser für eine Reihe von politischen Gegebenheiten. Das Buch spielt in naher (?) Zukunft in London. Die Armen werden immer ärmer und die wenigen Reichen, werden immer reicher. Es gibt eine politische Untergrundbewegung, die den Sturz und den Umbruch vorantreiben will. Dafür nutzen diese die Todessehnsucht und den Wunsch für eine kurze aber wundervolle Lebenswoche aus.

Das Buch hat mich sehr stark an Rachel Ward “Numbers” erinnert. Denn die Konstellation von Politik, Industrie, soziale Armut etc. waren nahezu identisch.

Ein großer Schwerpunkt wird hier auf die Frage gelegt: Was ist der Sinn des Lebens? Was tut man, wenn man nur noch eine Woche hat, aber körperlich nicht eingeschränkt ist, da die Droge einen in Hochstimmung und Bestform versetzen. Hier werden Listen über Listen gemacht und geplant. Klar ist, dass bei einem Jugendbuch in dieser Form “Baum pflanzen” nicht ganz oben auf der Liste steht. Hier sollen Mädchen abgeschleppt werden, Fieslinge getötet werden und und und.

Diese Überlegungen und Planerei waren mir streckenweise etwas zu eintönig. Denn die eigentliche Handlung, um den politischen Umbruch, der Kampf um die Bösen und das EINE Mädchen werden erst im letzten Viertel des Buches spannend. Mehr will ich an dieser Stelle nicht verraten, denn auch Adam muss in diesem Buch auf die ein oder andere Art erfahren, dass nicht immer alles so ist, wie es scheint.

Das Buch regt auf jeden Fall zum Nachdenken über Sterbehilfe, Lebensmut, politisches Engagement, Idole, Drogen an und ist daher kein Buch was für unter 14 jährige geeignet ist. Aufgrund der Längen vergebe ich 6 von 10 Punkten, obwohl mir die Idee dahinter gut gefallen hat.

Kleiner Kritikpunkt am Cover: Die Death-Kapsel ist hier rot-weiß-schwarz. Im Buch ist sie jedoch nur schwarz-weiß. Sicherlich ist die Gestaltung des Covers in den Leuchtfarben eine Frage des Marketings, aber es passt leider nicht inhaltlich.

Verlag: Chicken House
erschienen: 2014
Seiten: 352
ISBN: 978-3551520616

Gesehen auf der Leipziger Buchmesse 2014
© Sonja Kochmann

 

Gesehen auf der Leipziger Buchmesse 2014
© Sonja Kochmann

 

Rezension

Rezension // Kevin Brooks – Live Fast, Play Dirty, Get Naked

1976: Die Schülerin Lili erlebt mit der Punkrockband Naked die Entwicklung der Londoner Musikszene hautnah mit. Als ein neuer Musiker namens William zur Band stoßt, verliebt sie sich in ihn, doch William hat ein düsteres Geheimnis…..

Ich (Baujahr 1978 – Bitte schnell wieder vergessen.) habe dieses Buch gern gelesen.

Ich kenne aber auch die Musik dazu, denn meine Eltern bzw. deren Freunde haben The Clash, Sex Pistols etc. gehört.

Ich kenne Vivienne Westwood nicht nur als Designerin.

Das Buch wird als Jugendbuch gehandelt und ich habe ein bisschen die Zweifel, ob die anversierte Zielgruppe, die Musik gut kennt und die damit im Buch thematisierte Einstellung zu Sex, Drogen und auch zur Politik (England/Irland).

Der Schreibstil des Autors hat mir sehr gut gefallen und ich habe mir schon weitere Bücher herausgesucht, die mich interessieren. Die Charaktere sind vielfältig und die Motivation der einzelnen Figuren wurde gut dargestellt. Die Liebesgeschichte und die Verzweiflung hat mich immer weiter lesen lassen, obwohl ich zwei/drei Stellen im Buch hatte, an denen mir das Thema “Band” zuviel war. Das Ende war traurig, aber stimmig.

Daher vergebe ich 8 von 10 Punkten und empfehle dieses Buch auch allen nicht Jugendbuchlesern.

Verlag: dtv
erschienen: 2013
Seiten: 480
ISBN: 978-3423249577

 

© Sonja Kochmann