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Rezension

Rezension // Anne Barns – Eisblumenwinter

Pia hat es geschafft; sie hat sich mit ihrer Karamellwerkstatt auf Rügen selbständig gemacht. Doch leider lebt der Mann ihrer Träume auf der Insel Juist. Hin und hergerissen, kommt der Wunsch ihrer Oma, sie auf eine Reise zu begleiten gerade recht, um auf andere Gedanken zu kommen.

Eisblumenwinter? Bei 30 Grad? Das Erscheinungsdatum scheint nicht so ganz passend, aber da Anne Barns zu meinen absoluten Lieblingsautorinnen gehört, habe ich mich gern in eine winterliche Stimmung versetzen lassen. Mit den uns bereits bekannten Schwestern Jana, Katharina und Pia verschlägt es uns anfänglich wieder auf die Insel Rügen. Bei einem idyllischen Adventskaffeekränzchen, bei dem ich gern dabei gewesen wäre, werden uns die Charaktere wieder näher gebracht.

Wer „Drei Schwestern am Meer“ nicht kennt, wird daher schnell in die Handlung finden. Oma Marianne, genannt Anni, bekommt Hinweise auf ein verschollenes Familienmitglied und da noch vieles unausgesprochen und ungeklärt ist, machen Anni und Pia eine Fahrt zum winterlichen Schönberger Strand.

Schließlich wird hier nach dem Motto gelebt „Wer etwas will, findet Wege, wer etwas nicht will, findet Gründe.“ Ein schöner Kalenderspruch wie Pia und auch ich finden. Oma Anni will es nämlich ganz genau wissen, was damals alles so geschah. Schließlich gibt es immer zwei Seiten einer Geschichte bzw. Wahrheit, Wahrnehmung und Wirklichkeiten. Eine schlaue und sympathische alte Dame, mit der ich gern mal Kuchen essen würde. (Kuchen essen ist übrigens ein großes Begleitthema und daher gibt es auch wieder Rezepte im Anhang und das stimmt einen schon kalorisch auf die Weihnachtszeit ein.)

Es zeigt sich, dass der Familienstamm der Schwestern noch vielfältiger und mannigfaltiger ist als gedacht, denn hier werden wohl Wege für weitere Bücher mit Blick auf Schweden, Amerika und Dänemark geebnet. (Juhu – es gibt vielleicht Bolcher.) Mehr darf ich aber nicht verraten, doch wo ein Wille ist, ist auch ein Weg und so bekommen Anni und Pia Antworten, die sie dringend gesucht haben.

Anne Barns hat wieder ein wundervolles Buch geschaffen, mit dessen Geschichte man wundervoll dem Alltag entschwinden kann. Der Schreibstil gefällt mir immer wieder aufs Neue gut. Auch wenn „Inselromane“ derzeit ein echter Renner sind, würde ich diesen besonderen Stil immer wieder erkennen.

(Leider ist der optische Wiedererkennungswert der Cover durch den Verlag zerstört worden: Wo vorher wunderschöne Bilder mit optischen Parallelen zu den Rezepten und der Handlung zierten, haben wir hier einen zwar nett anzusehenden, aber nicht so anziehenden Druck, der mich in der Buchhandlung leider nicht sofort ansprechen würde. Eine zufriedenstellende Antwort habe ich übrigens auf Nachfrage vom Social Media Team des Verlages nicht erhalten.)

Eine witzige Anekdote ist übrigens Pias Kontakt zu Chloe. Hier handelt sich um ein „Easter Egg“ denn Chloe ist Protagonistin in Susanne Oswalds Roman „Wintertee im kleinen Strickladen in den Highlands“, das gleich auf meine Leseliste gewandert ist. Ich vergebe volle Punktzahl und bin gespannt, wie es mit den anderen Zweigen des Familienstammbaums weiter gehen wird.

Im Buch kaufen die Protagonistinnen “Lampenfrauen”. Genau so eine findet sich bereits im Besitz meiner Schwiegermutter 🙂 © Cornelia Kochmann

Verlag: HarperCollins

erschienen: 2020

Seiten: 352

ISBN: 978-3959675369

 

Rezension

Rezension // Sarah Morgan – Sommerzauber in Paris

Vorweg, ich liebe die Bücher von Sarah Morgan! Ihre Reihen „Puffin Island“ und „From Manhattan with Love“ sind einfach humorvolle und romantische Bücher. Die Autorin kann aber auch ernste Töne wie in „Stunde der Inseltöchter“ anschlagen. Als ich dieses Cover sah, habe ich ehrlich gesagt ein Buch erwartet, was locker und leicht für Unterhaltung sorgt.

So wurde ich leider nach den ersten Seiten enttäuscht und ich kam aufgrund meiner eigenen Erwartungshaltung nicht in die Geschichte hinein. Nun habe ich dem Buch eine zweite Chance gegeben und ich bin begeistert.

Grace, voll durch getaktete und strukturierte Ehefrau und Mutter freut sich auf ihren Hochzeitstag. Schließlich will sie ihren Mann mit einer Reise nach Paris überraschen, doch der krönt den gemeinsamen Abend mit dem Wunsch nach Scheidung.

Schwer getroffen und gestärkt durch ihre Großmutter Mimi reist Grace allein nach Paris.

Audrey dagegen ist froh, Schule und ihre alkoholkranke Mutter zurücklassen zu können. Die Verantwortung für ihre Mutter, sowie eine Leserechtschreibschwäche belasten die junge Frau sehr. Sie will die Welt sehen. Leider findet sie in Paris nur einen Job in einem Buchladen….wie soll das bloß werden; ohne Französischkenntnisse mit all den Buchstaben?

Die Wege der beiden kreuzen sich und nach anfänglichen Schwierigkeiten entsteht eine wunderbare Freundschaft. Es zeigt sich, dass beide mehr gemeinsam haben, als gedacht und beide voneinander profitieren können. Was wirklich wichtig ist in einer Welt aus unterschiedlichen Zielen und Bestreben und auf wen man sich wirklich verlassen kann, müssen beide Protagonistinnen eindrucksvoll lernen. Aber so ein Buch würde natürlich nicht in Paris spielen, wenn nicht einige Protagonisten am Ende die Liebe finden würden.

Ich vergebe trotz der Einstiegsschwierigkeiten volle Punktzahl, da das Buch nichts für das irreführende Cover kann, was bei mir Erwartungen ausgelöst hat, die meinen Lesefluss am Anfang gestört haben.

 

Verlag: HarperCollins

erschienen: 2020

Seiten: 416

ISBN: 978-3959674584

 

Auch andere Ausgaben haben ein ähnliches Cover; gesehen bei bog & idé in Dänemark © Sonja Kochmann

Rezension

Rezension // Jane Linfoot – Die kleine Traumküche in Cornwall

Clemmie ist ein unruhiger Geist. Obwohl sie aus dem idyllischen St. Aiden stammt, zieht es sie immer hinaus in die große weite Welt. Ihre Habseligkeiten passen in einen Koffer und sie lebt finanziell von der Hand in den Mund. Daher beschließt sie die geerbte Wohnung in Cornwall zu verkaufen.

Doch als sie in der kleinen bunten Wohnung steht, kommen all die Erinnerungen hoch, an die sie bislang keinen Gedanken verschwendet hat…

Jane Linfoot ist bereits seit der Reihe um den kleinen Brautladen in meinem Bücherregal zu finden. Mit diesem Buch übertrifft sie sich jedoch. Für Fans von Jenny Colgan ist dieses Buch ein Muss.

Warum?

Clemmie und ihre Freundinnen wollen das kleine Apartment für Clemmie unbedingt erhalten. Doch dafür benötigt sie Geld. Da die Atmosphäre in dieser kleinen Wohnung etwas ganz Besonderes ist, wollen sie dort besondere Abende mit „Vintagestyle“ veranstalten. Der Clou: kulinarische Besonderheiten mit Rezepten von Clemmies Großmutter.

Wer also gerade auf Diät ist, der brauchte große Nervenstärke, um den Schilderungen ohne Versuchungen widerstehen zu können. Das Amüsante dabei? Clemmie ist zwar eine Genießerin, kann aber eigentlich gar nicht Kochen und Backen.

Gut, dass sie da einen Nachbarn hat, der das sehr gut kann und beim Schneebesen schwingen, kommen sich beide näher.

Beim Durchsuchen der Wohnung findet Clemmie Antworten auf Fragen ihres Lebens, die auch ihren Lebensstil in Zweifel ziehen. Ist es Zeit, die Rastlosigkeit abzulegen und heimzukehren? Sind Ihre Freundinnen und der Nachbar mit Hund und Katze ausreichend für ein glückliches Leben? Ein wundervolles Buch mit liebevollen Charakteren, von denen ich gerne mehr lesen würde und eine kleine Traumküche, in der ich gern mal den Kochlöffel ablecken würde. Daher vergebe ich volle Punktzahl.

 

Verlag: HarperCollins

erschienen: 2020

Seiten: 448

ISBN: 978-3959674188