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Familiengeheimnis

Rezension

Rezension // Julia Fischer – Die Galerie der Düfte

Johanna hat einen großen Traum, sie möchte in ihrem kleinen Laden die Produkte der Officina Profumo di Santa Maria Novella vertreiben. Doch bislang kamen nur Absagen. Nun macht sie sich selbst auf den Weg nach Florenz und findet zwei ungleiche Brüder Luca und Sandro vor. Aufgrund der bemerkenswerten Düfte, dem Flair Italiens und den beiden smarten Italienern ist Johannas Herz bald berauscht…..

Aufgrund des Klappentextes und der Leseprobe habe ich mich sehr auf dieses Leseerlebnis gefreut. Doch anfänglich hatte ich mit dem Schreibstil der Autorin zu kämpfen.

Man merkte der Autorin die Begeisterung für Florenz und die Komposition von Düften an. Doch manchmal fand ich die Beschreibungen neben der Handlung zu vielfältig und zu blumig.

Allerdings passte dies zur Handlung. Hin und her gerissen zwischen der Einstiegsschwiergikeiten und der Neugier auf die besondere Handlung, habe ich das Buch erst einmal eine Weile zur Seite gelegt und vor ein paar Tagen wieder zur Hand genommen. Und da war es um mich geschehen, ich musste mit Johanna um ihre Träume bangen und ich fand Johanna und ihre Familie und ihre schrulligen Hausbewohner einfach zu köstlich, um sie zu ignorieren.

Johanna lebt und liebt die Komposition der Düfte in ihrem kleinen Naturkosmetikladen und so ist sie natürlich von der traditionsreichen Officina Profumo di Santa Maria Novella stark beeindruckt. So haben es der Playboy Sandro und der in sich gekehrte Luca leicht, ihr Herz zu erobern. Der eine mehr, der andere weniger. Johannas Aussehen gleicht der Venus, so dass die beiden Italiener um sie schwirren wie die Bienen um den Honigtopf.

Sowohl die Familien von Johanna und von Sandro und Luca haben jedoch Geheimnisse, die sich auf die drei Menschen auswirken. Wer zu einander findet, sollte jeder selbst herausfinden.

Etwas merkwürdig und irritierend fand ich, dass Johannas Nachname Stern-Reiter innerhalb des Textes immer variierte (Sternreiter).


8 von 10 Punkten für diesen Ausflug in die duftende Welt der Falkons.

Verlag: Knaur HC
erschienen: 2017
Seiten: 368
ISBN: 978-3426653845

© Sonja Kochmann

 

Rezension

Rezension // Anne Töpfer – Das Brombeerzimmer

Nora liebt das Kochen von Marmelade und das gemeinsam Essen mit ihrem Mann Julian. Frisch verheiratet, haben sie die ganze Zukunft vor sich. Doch Julian erleidet einen Herzinfarkt und Nora weiß gar nicht mehr, was sie mit ihrem Leben anfangen soll.

Bei Aufräumarbeiten findet sie einen Brief von Julian an seine Großtante Klara. Er wollte von ihr ein Familienrezept für Marmelade erfragen. Kurzerhand nimmt Nora Kontakt auf und findet in der Vorpommerschen Boddenlandschaft mehr als ein Marmladenrezept…..

In dieses Buch wollte ich nur mal eben hineinlesen, da ich zu diesem Zeitpunkt ein anderes Buch las. Doch das war schnell vergessen. Denn die sympathische Nora und ihr Schicksal hatten mich bereits nach den ersten Zeilen eingefangen.

(Dies ist mir übrigens bei einem anderen Buch der Autorin unter dem Pseudonym Anne Barns – Apfelkuchen am Meer schon einmal so ergangen. Damit ist die Autorin definitiv zu einer meiner Lieblingsautorinnen aufgestiegen!)

Neben der Trauerbewältigung und einem zögerlichen Neuanfang wird in diesem Buch ordentlich gekocht und einem als Leser der Mund wässrig gemacht. Die einzelnen Rezepte sind zwischen den Kapitel zu finden und am Ende des Buches in einem Inhaltsverzeichnis aufgeführt. So habe ich, Gott sei Dank, demnächst die Möglichkeit “Gurko” anzusetzen und auszuprobieren!

Nora bekommt Zuspruch von ihrer quirligen und beziehungsgestörten Freundin Katharina. Sie spricht ihr Mut zu und ist ein dankbarer Abnehmer für den entstehenden Marmeladenschrein. Ein Marmeladenschrein? Ja, lest selbst. Auf der Suche nach der Großtante Klara findet Nora in Mandy eine weitere Freundin, die….nein mehr verrate ich nicht. Doch die Vorpommersche Boddenlandschaft bietet nicht nur literarisch wundervoll beschriebene Landschaften, sondern auch schrullige Einwohner in Klaras Dörfchen, die bei der Entdeckung eines Familiengeheimnisses für ordentlich Irrungen und Wirrungen und ein paar Schmunzler sorgen. Lustige Dialoge und turbulente Verstrickungen sorgen für unterhaltsame Lesestunden. (Eine Wasserpistole mit Schnaps gegen bissige Hunde ist wirklich mal ein Test wert.)

Am Ende hätten es durchaus ein paar Seiten mehr sein können, aber ich vergebe volle Punktzahl und schmiere mir jetzt ein Brötchen mit Brombeermarmelade…..

Verlag: List Taschenbuch
erschienen: 2017
Seiten: 416
ISBN: 978-3548613178

© Sonja Kochmann

 

Rezension

Rezension // Lucy Clarke – Die Bucht, die im Mondlicht versank

Jacob hat Geburtstag und als er sich Abends zu einer Party verabschiedet, ahnen seine Eltern nicht, dass sie ihn das letzte Mal gesehen haben. Am nächsten Tag ist Jacob verschwunden. Verschwunden am gleichen Strandabschnitt, an dem vor genau 7 Jahren sein Freund Marley in den Wellen verschwand. Seine Mutter Sarah ist verzweifelt und sucht nach ihm. Dabei stößt sie auf eine Menge Ungereimtheiten, die sowohl zu Jacobs als auch zu Marleys Verschwinden führen.

Wer selber Kinder hat, muss bei diesem Buch starke Nerven behalten! Denn die Autorin schafft es bereits auf der ersten Seite den Leser gefühlsmäßig auf Sarah einzustimmen. Wut und Hilflosigkeit bei einem pubertierenden und aufsässigen Teenager und dann pure Verzweiflung, Liebe und Überforderung mit der Situation.

Dennoch lässt die Mutterliebe Sarah nicht in der Schockstarre verweilen, sie sucht und hinterfragt. Durch kleine Blicke in die Vergangenheit und kleine Fährten entdeckt Sarah, dass die Strandbewohner nicht alle mit offenen Karten spielen. Jeder hat sein kleines Geheimnis. Wirklich jeder. Doch was hat das mit Jacobs und sogar Marleys Verschwinden zu tun?

Mehr möchte ich an dieser Stelle nicht verraten, doch die letzten Seiten und auch das Ende haben mich sehr überrascht.

Streckenweise hat mich das Buch aufgrund der Darstellung von Sarahs Gefühlswelt an Anna McPartlins “Irgendwo im Glück” erinnert und mich sehr aufgewühlt, so dass einige Nachtstunden mit Lesen verbracht wurden.

Ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen und der Schreibstil der Autorin hat mir so gut gefallen, dass ich vor einigen Tagen die anderen Bücher der Autorin erstanden habe, die bereits erschienen sind. Volle Punktzahl. Wer also einen echten Gefühlsschocker für den Strandurlaub sucht, der ist hier richtig.

Verlag: Piper
erschienen: 2017
Seiten: 416
ISBN: 978-3492060271

 

© Sonja Kochmann