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Familie

Rezension

Rezension // Andrea Russo – Der süße Himmel der Schwestern Lindholm (#1)

Wo fange ich an? Das Buch habe ich schon vor einigen Wochen gelesen, aber ich konnte nicht gleich eine Rezension schreiben. Warum? Andrea Russo gehört ungelogen zu meinen Lieblingsautorinnen. Ihr Schreibstil ist von der ersten Seite an mitreißend: ein Stück Familiengeschichte, eine aktuelle Lebens- und Liebesgeschichte und lauter gebackene oder gerührte Kleinigkeiten, die das Hüftgold bei sofortiger Umsetzung anwachsen lassen würden.

Dieses Buch unterscheidet sich jedoch ein klitzeklein bisschen von den anderen Büchern. Es ist ein bisschen komplexer: Das Buch startet in der Gegenwart. Und durch einen kleinen Generationskonflikt beim Betreiben des Cafes „Söta Himlen“ (Süßer Himmel) in Schweden erfahren wir schließlich vom steinigen Weg der Gründung im Jahr 1936 und die eigentliche Handlung setzt ein.

Die Schwestern Lindholm sind Hannah, Ingrid, Matilda, Ulla und Ebba und jede hat ihre eigene Persönlichkeit und ihren eigenen Anteil an der Geschichte.

Die Wirtschaftskrise beeinflusst die Familie nachhaltig und jeder versucht seinen Teil beizutragen, um die Familie über die Runden zu bringen. Die bereits bestehende Bäckerei trägt zwar einiges dazu bei, aber der Vater muss dennoch weit von der Familie entfernt im Bergwerk arbeiten und ist nur ein oder zwei Mal im Jahr daheim. Durch die Arbeit im Hotel der einen Schwester kommt die Idee auf, ein Café zu eröffnen. Die bestehende Rezeptsammlung wird Jahr für Jahr aufgestockt und mit Leckereien wie zum Beispiel Chokladbollar, Vaniljhjärtan, Wienerbröd, Kanelbullar angereichert. (Achtung an alle mit guten Vorsätzen und aktuellen Diäten!) Wer da beim Lesen keinen Appetit bekommt, der ist wirklich eisern.

Doch auch die Liebe macht vor den jungen Frauen nicht halt und die Wahl der Männer und der aufkommende Zweite Weltkrieg droht die Schwestern zu entzweien.

Das Buch repräsentiert eindrucksvoll, das Bild und die Rolle der Frau in den 30iger Jahren. Heim, Herd und Kind sind vorgesehen. Doch durch die wirtschaftliche Lage müssen die Frauen ebenfalls Geld verdienen. Dennoch ist eine angemessene Wahl des Partners und schickliches Verhalten Voraussetzung. Das dies angesichts der persönlichen Umstände nicht immer einfach ist, macht das Buch so vielfältig und packend. „Söta Himlen“ und seine Betreiberinnen müssen einiges durchmachen und man erahnt trotz des versöhnlichen Endes, dass die Geschichte der Schwestern noch nicht zu Ende ist. (Was auch schon von der Autorin bestätigt wurde.) Ich vergebe volle Punktzahl und habe mich direkt an den Chokladbollar versucht.

(Leider habe ich das Bloggerevent aus familiären Gründen verpasst, habe aber anhand des Rezeptes nachgesessen und zusammen mit meinem Sohn leckere Chokladbollar produziert. Statt normalen Puderzucker haben wir allerdings Puderzucker von Xucker verwendet und haben daher ein paar Kalorien weniger.)

 

Verlag: Rowohlt

erschienen: 2021

Seiten: 416

ISBN: 978-3499004018

© Sonja Kochmann

© Sonja Kochmann

© Sonja Kochmann

Rezension

Rezension // Piper Rayne – Dirty Flirty Enemy (White Collar Brothers #2)

In „Dirty Flirty Enemy“ geht es dem nächsten Mancini Bruder an den Kragen. Carmelo Mancini ist ein arroganter Kerl, der mit seinem guten Aussehen und Charme in der Immobilienbranche seine Kunden ködert. Doch ausgerechnet seine schärfste Konkurrentin hat sich bei ihm im Bürogebäude einquartiert und der Kampf um Immobilien beginnt.

Wer das Prinzip der Romane von Piper Rayne kennt, weiß, dass Carm und Bella ab sofort nicht nur um Grundstückdeals, sondern auch um Recht und Ehre kämpfen. Sie fechten verbal ein gewisses Vorspiel aus.

Doch die Frage ist warum? Warum ist Carm so ein Womanizer, obwohl er doch beim näheren Hinschauen eigentlich ein ganz Lieber ist und warum ist die erfolgreiche Bella aus dem Maklerbusiness ausgestiegen, um weniger gewinnbringend im Direktverkauf Immobilen zu veräußern. Klar, dass hier Ursachenforschung betrieben werden muss.

Durch einen verrückten Zufall stehen die beiden im direkten Wettbewerb für den Verkauf einiger Immobilieneinheiten und verbringen die Wochenenden mit der ganzen Truppe in den Hamptons. Ein Pulverfass….Aufgrund der sich weiterentwickelnden Handlung der „Truppe“ empfehle ich vorher „Sexy Filthy Boss“ gelesen zu haben, um alle Protagonisten zu kennen.

Hier war ich nun tatsächlich erstaunt, wie schnell Annie und Enzo aus Band 1 zu einem Pärchen geworden sind, die man als Single nicht unbedingt gern neben sich sitzen hat. Doch es zeigt nun einmal, dass auch die eisernen Singles ihre Partner finden können und Hoffnung in Sicht ist.

Der geschäftliche Wettstreit artet in eine Art Spiel aus, was von Dialog zu Dialog pikanter wird. Schnell müssen die beiden einsehen, dass da viel mehr ist und die Anziehungskraft nicht zu leugnen ist. Doch aufgrund ihrer Vergangenheit erkennen beide erst durch dramatische Entwicklungen, dass beide gar nicht aufeinander verzichten wollen. Wann die Barrieren fallen und warum Kekse backen erotisch sein kann, ist durchaus lesenswert. Wie auch im ersten Band fand ich allerdings manche italienischen Machoallüren von Carm nicht so ansprechend und sympathisch, so dass ich 9 von 10 Punkten vergebe.

Ihr ahnt es schon. Band 3 wird hier indirekt vorbereitet, denn der dritte Bruder Dom, ist zwar anwesend, aber aufgrund von Liebeskummer fast lethargisch und zurückgezogen. Wir dürfen gespannt sein, welche Frau es geschafft, hat diesem Italiener den Kopf zu verdrehen.

 

Verlag: Forever

erschienen: 2022

Seiten: 378

ASIN: ‎ B09M7NF3KJ

Rezension

Rezension // Charlotte McGregor – Eine Destillerie für Kirkby (Highland Hope #3)

Auf nach Kirkby!

Ich liebe „small town“ Geschichten. Man lernt liebenswerte und schrullige Charaktere kennen und es ist meist sehr idyllisch dort. Ein paar Problemchen hier und da, garniert mit einer Liebesgeschichte und schon hat man einige Stunden wundervollen Lesegenuss. Im Verlauf einer Reihe freut man sich auf ein Wiedersehen mit bereits mit Liebesglück versorgten Charakteren und erhascht bereits einen Ausblick auf nachfolgende Paarungen oder Entwicklungen.

Shona ist das Nesthäkchen der Familie Fraser. Bislang immer familiär ordentlich betüdelt und durch den Tod der Mutter irgendwie ohne weibliches Vorbild zog sie immer ihr „Ding“ allein ohne Verpflichtungen durch. Als sie nun in Kirkby die Arbeit in der verwaisten Destillerie aufnimmt, merkt sie, dass sie eine Menge Verantwortung und Arbeit zu stemmen hat. Als ihr Alpaka Nessie bei der Eröffnungsfeier zuviel Gin aus den Gläsern schlabbert und dem neuen Tierarzt Kendrick McIntosh vor das Auto tockelt, fliegen schnell die Fetzen.

Kendrick ist anfänglich empört über das fehlende Verantwortungsbewusstsein der Alpakahalterin. Doch nach einer Reihe von Ereignissen in Kirkby lernen sie sich von einer anderen Seite kennen….

Ja, so ein moderner Singlemensch hat es in den Highlands nicht leicht. Schließlich ist das Jagdgebiet örtlich und anzahlmäßig erheblich eingeschränkt. Wenn man da zu Tinder greift, wischt man schnell ein bekanntes Gesicht von links nach rechts oder andersherum. Als sich Shona und Kendrick dann auch noch beim Ceilidh Tanz gegenüberstehen knistert es ordentlich. Ein gelungener Auftakt, der zeigt, dass es einfach sein könnte, es aber im Alltag natürlich nicht ist.

Shona ist impulsiv, genauso wie ihr Tanzstil und ihre Lebensweise. Bislang hat sie ihr Herz vor einer festen Beziehung verschlossen. Kendrick dagegen wurde enttäuscht, betrogen und in seiner Männlichkeit gekränkt. Er will sich eigentlich nach Kirkby vor seiner Familie zurückziehen.

Doch Kirkby wäre nicht Kirkby, wenn da nicht ordentlich mitgemischt wird: hier wird getratscht und gekuppelt, was das Zeug hält. Besonders charmant werden die Einmischungen diesmal durch die pensionierte Reporterin Betty und den Pfarrer Jack. Aber auch die schottischen Haudegen Marlin und Rupert haben ihren Teil beizutragen. Langweilig wird es hier nie und …. das müsst ihr selbst herausfinden. Ich vergebe volle Punktzahl! Wer nach Shonas und Islas Tätigkeiten Appetit bekommt für den hält die Autorin ein Rezept und Infos über Whisky bereit. Slàinte mhath.

 

Verlag: Heyne

erschienen: 2021

Seiten: 480

ISBN: 978-3453425118