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England

Rezension

Rezension // S.J. Bennett – Ein höchst royaler Mord (Die Fälle Ihrer Majestät #3)

Miss Marple, wer kennt sie nicht und wer kennt die Queen nicht? Leider ist, die kleine Dame mit Handtasche und Hut, inzwischen nur noch in Rückblicken in den Medien zu sehen. Doch in der Cosy Crime Reihe von S.J. Bennett ist sie noch quicklebendig und versprüht zurückhaltend mit englischem Charme ihre Lebensfreude. Da ich die vorherigen zwei Bände geliebt habe, hoffe ich das Ihrer Majestät in kürzester Zeit noch viele zu lösende Kriminalfälle passieren. Zeitlich ist der Band nämlich so einzuordnen, dass sie sich noch lustige Dialoge mit ihrem Gemahl Phillip über ihre Enkelkinder und das Geschehen hat.

Zur Handlung: Die Queen ist derzeit not amused. Schließlich haben Phillip und sie sich bei den kleinen Petrischalen, sprich ihren Urenkeln, eine Erkältung eingefangen. Warum sollte es den Royals da anders ergehen, als anderen Familien? Doch Zeit sich ins Krankenlager zu begeben, hat die Queen auf gar keinen Fall. Denn am Strand von Sandringham Haus wird eine Hand gefunden. Doch wo ist der Rest und wem gehört diese Hand? Die Queen erkennt anhand eines Fotos, das der alte Edward St. Cyr wohl Opfer eines Mordes geworden ist. Da muss Rozie, die schlagfertige und vielseitige Assistentin der Queen, ihre Chefin unterstützen.

Schließlich kann man einen Mord nicht einfach unaufgeklärt lassen und die hiesige Polizei tut sich schwer und ist daher empfänglich für dezente Hinweise aller Art.

Das Motiv des Mordes? Bis zum Ende ein Geheimnis. Täter? Man wird sehen. Verwirrende Stammbäume und Interessen sorgen für ein tolles Lesevergnügen. Trotz Gesellschaftskritik der Autorin (Brexit, Klimawandel, vegane Lebensweise und Homosexualität) hält sich die fiktive Queen als Protagonistin an die echte Devise „Beschwere dich nie, erkläre dich nie.“ In diesem Sinne hoffe ich auf weitere Fälle Ihrer Majestät und vergebe volle Punktzahl.

 

Verlag: Knaur HC

erschienen: 2023

Seiten: 336

ISBN: 978-3426227428

Rezension

Rezension // Lola Keeley – Eine Prinzessin datet man nicht

Ich bin ein Tropes-Opfer. Tropes? Ja, „Tropes“ sind wiederkehrende Muster, Motive oder Themen, die in Erzählungen, Filmen oder Serien zu finden sind. Neben den “Tropes” sport romance, small town, sind Royals mein absolutes Steckenpferd und da mir die Leseprobe, der mir bis dato unbekannten Autorin Lola Keeley, so gut gefiel, war es mir egal, dass es sich hierbei um die Liebesgeschichte zweier Frauen handelt.

Prinzessin Alice ist trotz ihres Outings ein Medienliebling. Da sie nicht auf den ersten Plätzen der britischen Thronfolge rangiert, wird ihr ihr Outing auch nicht negativ ausgelegt. Doch als sie vor Publikum und etlichen Handykameras mit der Sonderpädagogin Sara Marteau über die Monarchie streitet, gibt es eine Menge Aufmerksamkeit für die beiden.

Als der Verdacht aufkommt, dass Alice kleiner Neffe Rupert unter einer Form des Autismus leiden könnte, haben Alice und ihr Bruder die Idee, Sara hinzuziehen, um die Medien mit einem verhängnisvollen Ablenkungsmanöver abzulenken. Alice und Sara mimen ein Paar, damit Sara sich ohne Einschränkungen um Rupert kümmern kann. Doch dabei kommen sich die beiden immer näher.

Ist das schicklich? Standesgemäß und überhaupt sinnvoll sich mit einer Monarchiegegnerin einzulassen? Auf jeden Fall, denn diese clevere Frau macht keinen Unterschied und nimmt Alice so wie sie ist und es sind eine Menge Dialoge über die man nur schmunzeln kann. Auch die drei Kinder (Saras eigene Tochter Libby, Rupert und Ruperts Schwester Annie) haben ordentlich was zu sagen und so entwickelt sich eine kleine wundervolle Liebesgeschichte mit familiärem Anschluss. Dabei wird auch nicht mit Gesellschaftskritik gespart, denn leider sind Orientierung, Hautfarbe, Bildungsstand, Lernschwierigkeiten und Angehörigkeit zu einer Gesellschaftsschicht nach wie vor Gründe von der Gesellschaft diskriminiert zu werden.

Eine echte Geschichte mit Herz und Krönchen für die ich volle Punktzahl vergebe. Ich habe auch bereits geschaut, welche anderen Romane Lola Keeley geschrieben hat, da mir der Schreibstil sehr gut gefallen hat. Vielleicht demnächst mehr an dieser Stelle.

 

Verlag: Ylva Verlag

erschienen: 2023

Seiten: 307

ISBN: 978-3-96324-816-0

Rezension

Rezension // Dana Schwartz – Immortality: Eine Liebesgeschichte (#2)

Bereits beim ersten Teil „Anatomy“ wurde ich vom Cover magisch angezogen und auch dieser zweite Band sieht optisch einfach Klasse aus. Nun war ich nach meiner Begeisterung für den ersten Band etwas skeptisch, wie es denn weitergehen würde, denn meiner Meinung nach, war die Geschichte von Hazel und Jack zu Ende.

Ich weiß nicht, ob von Anfang an zwei Teile geplant waren, aber ich fand den zweiten Teil sehr konstruiert; als ob mit aller Gewalt eine Fortsetzung fabriziert werden sollte. (Wer den ersten Band noch nicht kennt und nicht gespoilert werden will, sollte die nächsten zwei Absätze nicht lesen.)

Hazel schlägt sich nun allein durch die feine Gesellschaft von Edinburgh und behandelt weiter Patienten, bis sie an den königlichen Hof gebeten wird, um Prinzessin Charlotte zu behandeln. Die Gesellschaft dort ist noch elitärer und verschlossener einer jungen Ärztin gegenüber als in ihrer Heimatstadt, so dass auch hier – ähnlich wie beim ersten Band – etwas Gesellschaftskritik aufkommt. Bis auf den jungen, smarten Hofarzt hat Hazel kaum Möglichkeiten sich beruflich auszutauschen. Es gilt viele Geheimnisse zu lösen und der Arzt könnte sie Jack vergessen lassen, bis eines Tages….

Der Schreibstil lässt sich nach wie vor gut lesen, aber ich fand die Handlung langweilig und zäh und die Rückkehr von Jack passt nicht zum Ende des ersten Bandes. „Anatomy“ hätte ein toller Einzelband bleiben sollen.

Die geheimnisvollen Ereignisse in die Hazel hineinstolpert, erinnerten mich massiv an den Film „Der Tod steht ihr gut“ von 1992 und waren für mich ziemlich abgekupfert. (Da ich vermutlich nicht zur Zielgruppe dieses Buches gehöre, kenne ich diesen Film leider *zinker*.) Daher vergebe ich enttäuschende 4 von 10 Punkten.

 

Verlag: ‎ Loewe

erschienen: 2023

Seiten: 448

ISBN: 978-3743216891