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Drama

Rezension

Rezension // Anna McPartlin – Irgendwo im Glück

Maisie Bean hat sich ihre Freiheit hart erkämpft. Nach jahrelangen Misshandlungen durch den Mann, lebt sie mit ihren Kindern Jeremy und Valerie und ihrer dementen Mutter Bridie endlich allein. Trotz Pflege und Aushilfsjobs versucht sie den Kindern ein schönes Heim zu bieten.

Alles ändert sich, als Jeremy eines Tages vermisst wird und nicht nach Hause kommt.

Dies ist nicht mein erstes Buch von Anna McPartlin und daher hatte ich hohe Erwartungen. Wurden Sie erfüllt? Zum Teil. Zum Teil? Ja, das Buch fiel mir als junge Mutter schwer zu lesen. Die Vorstellung, dass mein Kind vermisst wird, ließen mich beim Lesen immer wieder gedanklich abschweifen, so dass ich für dieses Buch ungewöhnlich lange gebraucht habe und es auch ab und zu aus der Hand legen musste.

Der Prolog informiert den Leser bereits am Anfang, was mit Jeremy passieren wird und es ist wie bei einem Unglück oder einem youtube Video, man kann nicht mehr wegsehen. Man weiß, was passieren wird.

Interessant und stimmig fand ich jedoch die Gefühlswelten der Beteiligten. Maisie macht sich als Mutter Sorgen und auch Vorwürfe. Dennoch fängt sie nach anfänglicher Schockstarre an zu kämpfen und setzt sich gegen Journalisten, Nachbarn und ihrem Exmann zur Wehr.
Die Pflege einer Demenzkranken wird mit allem Frust, Liebe und Aggression von Seiten der zu Pflegenden dargestellt. Birdie hat verworrene und lichte Momente, die ich selbst schon bei Familienmitgliedern erleben musste.
Valerie ist das Nesthäkchen und steht im indirekten Konkurrenzkampf mit ihrem großen Bruder. Sie erkennt ihren Fehler, macht sich Vorwürfe und sucht ihre Identität.

Das Zusammenspiel der Familie mit den Freunden, den Nachbarn, der Polizei und den Journalisten ist meines Erachtens treffend dargestellt und man bangt und hofft um die Familie Bean.

Obwohl mir das Lesen aus dem oben genannten Grund schwer fiel, ist dies hier doch ein wundervolles Buch. Ich vergebe 9 von 10 Punkten und decke gleich meinen kleinen Sohn zu und hoffe, das so ein Schicksalsschlag niemals meine Familie treffen wird.

Verlag: Rowohlt
erschienen: 2016
Seiten: 464
ISBN: 978-3499272233

© Sonja Kochmann

 

Rezension

Rezension // Brittainy C. Cherry – Wie die Luft zum Atmen (Romance Elements #1)

Tristan Cole gilt als A*#% der Stadt. Als Lizzie mit ihrer Tochter zurückkehrt, wird sie von allen Seiten gewarnt: Er ist verrückt und wird Dich verletzten!
Doch Lizzie ist durch die Vergangenheit gebrochen und kann an Tristan Seite endlich wieder atmen, denn auch er leidet aufgrund eines großen Verlustes.

Den Klappentext des Buches fand ich eigentlich ziemlich durchschnittlich. Doch das Cover mit diesem kernigen Kerlchen lies mich zur Leseprobe greifen und hat mich sofort gepackt. Schnell hatte ich meinen eigenen Tristan vorm geistigen Auge und musste wissen, wie es weiter geht.

Denn die Autorin hat zwei Protagonisten geschaffen, die beide massive Seelenqualen leiden. Beide schlagen dabei um sich und man kann nur die Gefühle der beiden erahnen.

Was genau bei beiden geschah, erfährt der Leser genau wie Elizabeth (Lizzie) und Tristan erst im Verlauf der Geschichte. Hier gibt es einige Dreh- und Angelpunkte, die ich an dieser Stelle auf keinen Fall verraten werde.

Lizzie und Tristan haben beide Schlagfertigkeit und Zynismus gepachtet. Lizzie bekommt noch kindliche Unterstützung durch ihre kleine Tochter Emma, die mit ihrer kessen Art und ihrem Kindermund durch eine lustige Einleitung Tristan einen Spitznamen verpasst, der später noch für ein ordentliches Taschentuchfeeling führen wird.

Taschentücher sind ein gutes Stichwort, denn die wird man brauchen. Hier gibt es einige Szenen in denen man ordentlich die Tränen wegblinzeln oder einfach laufen lassen muss. Wundervoll; die Idee mit Kinderbüchern, Federn, Liebesbriefen, der Magie der Liebe und den Träumen von Menschen. Nein mehr verrate ich nicht.

Doch auch was zum Lachen hat das Buch. Lizzie hat eine Freundin namens Faye und die hat einen derben dreckigen Humor. So bekommen die besten Teile ihrer Freunde grundsätzlich einen Spitznamen und es wird richtig anzüglich.

Beide sind zerbrochen und finden in diesem Buch in den Scherben des anderen das Gegenstück (eine wundervolle Formulierung). Volle Punktzahl mit Taschentuchbonus – das hatte ich schon seit “Ein ganzes halbe Jahr” nicht mehr.

Verlag: Lyx
erschienen: 2017
Seiten: 368
ISBN: 978-3736303188

 

© Sonja Kochmann

 

Rezension

Rezension // M. L. Stedman – Das Licht zwischen den Meeren

Australien 1920: Tom nimmt als Kriegsveteran einen Job als Leuchtturmwärter an, um Ruhe für seine geschundene Seele zu finden. Isabel sucht in der Nachkriegszeit einen Mann, der in der Lage ist, eine Familie mit ihr zu gründen. Nach einigen Besuchen, heiraten die beiden und versuchen in der Abgeschiedenheit auf Janus eine Familie zu gründen.
Doch das Schicksal meint es nicht gut mit ihnen. Izzy erleidet eine Fehlgeburt nach der anderen und so ist die Gefühlswelt der beiden in heller Aufruhr als eines Tages ein Boot mit einer männlichen Leiche und einem gesunden Baby strandet. Sie behalten das Baby und Jahre später wird ihre Entscheidung auf eine harte Probe gestellt, denn sie erfahren, dass diese Entscheidung ein anderes Leben zerstört hat.

Ich habe das Buch schon lange bei mir liegen und habe es nie gelesen. Ich war vom alten Cover bezaubert und hatte dennoch das Gefühl, dass es der falsche Moment war. Als ich nun die Kinovorschau mit dem wundervollen Meer und dem Leuchtturm sah, wusste ich jetzt oder nie….

Das Buch ist ein ruhiges Buch. Ich empfand das Lesen als sehr ruhig und entspannend. Der Erzählstil hat mich auch sehr an die beruhigende Wirkung des Meeres erinnert. Auch die Schilderungen von Janus und dem Leuchtturm empfand ich als sehr gelungen und wunderschön und ich liebe das Meer wirklich!

Der Leidensweg von Tom und Izzy und ihren familiären Erfahrungen verdeutlicht die Emotionen und lässt einen als junge Mutter selbst grübeln. Ich denke, dass dieses Buch nicht für Leserinnen geeignet ist, die vergeblich versuchen schwanger zu werden oder die bereits ein Kind verloren haben! Das Buch ist diesbezüglich wirklich schonungslos.

Wie würde man selbst entscheiden und was passiert mit dem Kind, wenn es nicht bei der richtigen Mutter aufwächst? Was ist vererbbar und was ist anerzogen?

Obwohl es kein “actionreiches” Buch ist, habe ich mich auf keiner Seite der 448 Seiten gelangweilt. Volle Punktzahl für die Hommage an die Familie, das Meer, das Leben und die Liebe.

Außerhalb der Buchbewertung möchte ich Euch noch die Verfilmung ans Herz legen. Ein gelungener Film mit wunderbaren Schauspielern, stimmungsvoller Musik und beeindruckenden Landschaftsaufnahmen.

Verlag: Blanvalet
erschienen: 2014
Seiten: 448
ISBN: 978-3442384006

 

© Sonja Kochmann
© Sonja Kochmann