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Rezension

Rezension

Rezension // Andreas Winkelmann – Der Fahrer (Kerner und Oswald #3)

Kerner und Oswald ermitteln wieder. Dieses Buch liegt schon eine Weile bei mir, aber kurz nach Erscheinen, wurde so viel darüber gepostet, dass ich Angst hatte, mir den Lesegenuss durch versehentlich Aufgeschnapptes kaputt gemacht zu haben. Da Andreas Winkelmann so spannend schreibt, wollte ich erst gedanklich „Gras über die Sache wachsen lassen“. Da nun ja auch schon Band 4 erschienen ist, habe ich beide Teile nun in einem Rutsch gelesen.

Jens Kerner flieht von seiner Überraschungsgeburtstagsfeier und gerät mitten hinein in einen neuen Fall: In Hamburg verschwinden Frauen, die nachts den Fahrdienst MyDriver genutzt haben. Der Täter? Er nutzt Social Media und spielt mit der Polizei ein Katz und Maus Spiel. Er will ein Exempel statuieren, in dem er die Leichen spektakulär platziert und scheint selbst traumatisiert zu sein.

Häppchenweise füttert der Autor seinen Thrillerleser an. Warnung: Man kann leider ab einem gewissen Punkt das Buch nicht mehr aus der Hand legen. Die Welt und auch Hamburg sind klein. Es gibt unzählige Verknüpfungen und Dreh- und Angelpunkte und man fiebert Seite um Seite mit.

Mittendrin Jens Kerner mit seiner geliebten Red Lady. Ein amerikanischer Spritschlucker, der ausgerechnet jetzt seinen Geist aufgibt. Doch Jens lässt sich nicht aus der Ruhe bringen – zu mindestens anfänglich – denn aufgrund der rasanten Entwicklungen steht er kurz vor dem Explodieren. Einzig und allein seine Kollegin Rebecca Oswald kann ihn erden und wäre gern mehr für ihn. Doch bleibt dafür Zeit?

An dieser Stelle möchte ich empfehlen, die Reihenfolge der Bücher einzuhalten, denn Jens und Rebeccas Beziehung entwickelt sich immer weiter. Auch in dem Ermittlerteam ist eine personelle Dynamik drin und ihr wollt ja bestimmt nichts verpassen wie….ich vergebe volle Punktzahl und muss nun immer wenn ich den Fahrdienst Moia in Hannover sehe an dieses Buch denken….na Bravo!

 

 

Verlag: Rowohlt

erschienen: 2020

Seiten: 400

ISBN: 978-3499000386

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Rezension // David Safier – Miss Merkel: Mord in der Uckermark

Angela Merkel und die TV Berichte bringen Euch derzeit eher zum Weinen und Fluchen als zum Lachen? Es geht auch anders: David Safier zeichnet mit diesem (natürlich fiktiven) Roman ein ganz anderes Bild unserer Kanzlerin.

Wir schreiben das Jahr 2022, ganz Deutschland…ach halt…das ging anders….naja jedenfalls ist Angela inzwischen in Rente und mit ihrem Mann Joachim, dem Personenschützer Mike und einem Mops namens Putin (!) in die Uckermark gezogen. Hier ist alles so schön und friedlich und Angela kann endlich backen und muss sich um nichts kümmern.

Doch auch in der Uckermark gibt es Probleme und als eines Abends Freiherr Phillip von Baugenwitz in seinem verschlossenen Burgverlies vergiftet aufgefunden wird, erwacht Angelas Gerechtigkeitssinn und macht sich zum Leidwesen von Mike auf, den Täter zu ermitteln.

Parallelen zu bekannten betagten Ermittlern sind natürlich nur rein zufällig, aber wer Miss Marple, Columbo oder Sherlock Holmes und Watson mag, wird hier genau richtig sein. Zum Leidwesen von Joachim, Spitzname Puffel, hat er aber hier lediglich die unterstützende Funktion. Die beiden sind jedoch ein niedliches Duo und angesichts der Tatsache, dass der „echte Kanzlergatte“ Joachim ja mit der Kanzlerin in Amt und Würden durch Hoch und Tief gegangen ist, sehr glaubwürdig dargestellt.

Die Verdächtigen sind ein Blumenstrauß der Gesellschaft und es ist spannend, Angela bei ihren Ermittlungen zu begleiten.

Die Charaktere des Buches sind vielfältig und mir war Angela tatsächlich durch die menschlichen Wünsche und die lustigen Dialoge von Anfang an sympathisch. Ihre Gedanken und auch ihre Äußerungen beinhalten durch geschicktes Vorgehen des Autors unterschwellige Kritik an politischen Situationen, Themen und Oberhäuptern anderer Länder.

Ihre Anekdoten mit den „Ministern“ oder anderen bekannten Persönlichkeiten lassen einen laut auflachen und manchmal habe ich mich gefragt, ob es im Kabinett nicht manchmal wirklich wie im Kindergarten zugeht.

Das Finale hat mich ein bisschen an Cluedo erinnert: alle kommen zusammen und der Ermittler bzw. die Ermittlerin berichtet ganz beiläufig von seinen/ihren Erkenntnissen. Warum es dann doch noch gefährlich wird und wer der eigentliche Held der Geschichte ist, müsst ihr unbedingt lesen! Ich gebe ausgesprochen gerne volle Punktzahl und hoffe, dass David Safier sich zu einer Fortsetzung überreden lässt und dafür noch ausreichend Ideen hat!

 

Verlag: Kindler Verlag

erschienen: 2021

Seiten: 320

ISBN: 978-3463406657

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Rezension // Meike Werkmeister – Der Wind singt unser Lied (#3)

Nun ist Tonis Geschichte dran: Die Weltenbummlerin aus „Über dem Meer tanzt das Licht“ kehrt nach einem Anruf ihres Vaters Heim nach St. Peter-Ording. Dort wird mehr als eine helfende Hand benötigt, denn auf dem Ferienhof geht es drunter und drüber. Ihre Mutter wird auch immer merkwürdiger und wohnt nicht mehr daheim. Was ist hier bloß los?

Das Toni für ihre Flucht zu den schönsten Flecken dieser Erde ihre Gründe hat, ahnte man schon anhand der kurzen Hinweise in dem Vorgängerbuch. Wer dieses Buch nicht kennt, kann jedoch unbesorgt zu greifen. Denn die Bücher sind unabhängig voneinander.

Was hat es mit Tonis Tattoo „Broken“ auf sich? Nach und nach erfahren wir von ihrem psychischen Ballast und erkennen mit ihr zusammen, wo sie zu Hause ist und welche Richtung ihr Leben zukünftig bekommen sollte.

Ein wichtiger Bestandteil ist hier ihre Familie: Ihr Vater, ihre Mutter und ihre Schwester Caro mit ihrem Mann Christian und dem Sohn Mads. Nicht zu vergessen, ein kleiner Hund, der mal ganz groß werden will. Und was darf natürlich auch nicht fehlen? Die Liebe! Den Christians Bruder Florian hilft bereits mit auf dem Hof, hat jedoch selbst eine eigene Geschichte zu verarbeiten.

Aber hat nicht jeder sein Päckchen zu tragen? Unter jedem Dach ein Ach. Wichtig ist dabei, der familiäre Zusammenhalt und die Ehrlichkeit und so fügt sich nach und nach ein Puzzleteil nach dem anderen an die richtige Stelle.

Gern hätte ich mit Toni zusammen auf dem Deich gestanden und die Meerluft eingeatmet.

Ein schönes Buch, das von mir allerdings einen kleinen Abzug bekommt, denn die Beweggründe der Mutter werden mir hier zum Ende hin zu positiv und zu optimistisch dargestellt. Das mag vielleicht in so ein Buch passen, aber aus eigener Erfahrung muss ich leider sagen, dass es so nicht weitergehen wird/kann. Vielleicht überschatten da meine eigenen Erlebnisse die Handlung: 9 von 10 Punkten.

Übrigens findet sich diesmal als besondere Zugabe am Ende des Buches neben einem Rezept auch eine Strickanleitung.

 

Verlag: Goldmann

erschienen: 2021

Seiten: 464

ISBN: 978-3442491964