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Royal

Rezension

Rezension // Wendy Holden – Teatime mit Lilibet

England im Jahr 1932: Die junge Studentin Marion Crawford soll die Lehrerin und Gouvernante der kleinen Prinzessin Elisabeth werden. Sie tritt die Stelle an, um Elisabeth einen Einblick in das „echte“ Leben zu geben und sie auf ihre große Aufgabe vorzubereiten. Sie ahnt nicht, was sich alles für sie und auch für die kleine Prinzessin ändern wird.

Zunächst einmal: Ich musste dieses Buch haben. Ich liebe die englischen Royals und war ganz gespannt. Doch als ich in das Buch hineinlas, kam ich irgendwie nicht in die Handlung und legte es wieder weg. Rückblickend gesehen, mag dies an der Einleitung gelegen haben. Aber ich gab dem Buch neulich eine zweite Chance und las die verbliebenen 500 Seiten in einem Schwung durch.

Marion Crawford, die es tatsächlich gegeben hat, wurde mit ihren Ambitionen, die Kinder der Unterschicht unterrichten zu wollen, um ihnen eine gute Zukunft zu ermöglichen, sehr sympathisch dargestellt. Ihre Beweggründe sind einleuchtend und werden durch ihr Umfeld anschaulich gestaltet. England und sein Volk hatte es zu dieser Zeit nicht leicht. Ober- und Unterschicht könnten nicht weiter voneinander entfernt sein. Daher nimmt Marion den Appell ihrer eigenen Lehrerin an, doch einem vielversprechenden Kind der Aristokratie durch ihre Form der Ausbildung die Normalität bzw. Realität zu verdeutlichen. Obwohl keiner zu diesem Zeitpunkt ahnte, dass diese kleine Prinzessin die spätere Queen sein würde, ist diese gefangen in einem irrealen Umfeld.

Marion sieht sich künftig im Konflikt mit der Nanny und den Erwartungen, wie eine Prinzessin zu sein hat und ihrer „Operation Normal“. Ein Einkauf bei Woolworth, eine U-Bahn-Fahrt oder ein Sandwich in einer Kantine, sind für Elisabeth nicht nur Abwechslung, sondern beinhalten für diese viel mehr. Dass sie dabei aber auch die Eifersucht ihrer kleinen Schwester Margret oder aber das Interesse der ersten Paparazzi weckt, bringt neue Konflikte mit sich.

Auch die familiären Entwicklungen des Königshauses, die politische Haltung des Volkes und der drohende erste Weltkrieg sind bildlich und einprägsam in die Handlung eingeflossen.

Interessant fand ich auch, das durch Marion vertretene modern aufkommende Frauenbild und die angeführte Literatur von einer mir natürlich nicht unbekannten Kolumnistin namens Enid Blyton und der „neuen“ Kinderpsychologie. Ein beeindruckendes Buch mit vielfältigen Nebencharakteren und einer beeindruckenden Entwicklung der Prinzessin zur Königin. Ich vergebe volle Punktzahl mit Krönchen.

 

Verlag: List Hardcover

erschienen: 2020

Seiten: 528

ISBN: 978-3471360279

Rezension

Rezension // Julie Johnson – Diamond Empire (Forbidden Royals #3)

Drama, Baby, Drama! Gleich vorweg: Habt Ihr „Silver Crown“ und „Golden Throne“ nicht gelesen, so habt Ihr hier nichts zu suchen!

Emilia hat nach den dramatischen Ereignissen mit sich und ihrer Umgebung zu kämpfen. Sie fühlt sich allein und verraten und verkriecht sich hinter den Palastmauern. Verständlich, immerhin wurde das Leben der jungen Frau in den letzten Monaten komplett umgekrempelt und in die Öffentlichkeit gezerrt. Neider und Gegner sind nun überall und sie hat aus Frust ihre Stiefgeschwister und einige Vertraute aus dem Palast geschmissen. Doch Dank der resoluten Personenschützerin Galizia hat sie eine Frau an ihrer Seite, die ihr gehörig die Leviten liest. Aufgeben ist keine Option!

Julie Johnson hat hier sehr anschaulich beschrieben, dass es für Emilia als Königin eines Landes keinen Sinn macht, sich zu verstecken. Sie muss erhobenen Hauptes ihren Gegnern ins Gesicht blicken und gegen diese angehen. Die sozialen Medien sind dabei Fluch und Segen zugleich. Denn gekonnt eingesetzt, wird sie durch diese digitale Macht eine echte Revolution in Gang setzen: Es fängt beim modischen Stilwechsel an und hört bei der Emanzipation auf.

Emilia macht sich nun noch mehr Feinde, in dem sie die alten ausschließlich männlichen Parlamentarier aufmischt und für weibliche Parlamentarier den Weg ebnet. Ein neuer Wind weht in Caerleon, der einiges an Staub aufwirbelt. Die Sterlings und ihre wirklich böse Stiefmutter integrieren seifenopernreif gegen sie und das Genre der Seifenopern wird noch durch weitere dramatische Entwicklungen bedient, die ich aber hier auf keinen Fall verraten werde. Wie Emilia ihre Krone behauptet und ob sie ihre Liebe zu Carter aufgrund der Erwartungen behaupten kann, müsst Ihr selbst lesen.

Nur so viel: Ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen. Ich vergebe volle Punktzahl und für die ganze Trilogie sogar ein Krönchen, denn Emilia macht eindrucksvoll eine Entwicklung von der Studentin zur Königin durch.

 

Verlag: Lyx

erschienen: 2021

Seiten: 389

ISBN : 978-3736313422

Rezension

Rezension // S J Bennett – Das Windsor-Komplott: Die Queen ermittelt (Die Fälle Ihrer Majestät #1)

Das Cover ist ja schon einmal der Hammer schlecht hin. Das typische Queenpink (auf dem Reader leider nur in schwarz weiß), Corgi, Handtasche alles dabei. Und dann ermittelt die Queen jetzt auch noch? Super.

Der Queen bereiten die Ereignisse eines vergangenen (offensichtlich mörderischen) Abends im Schloss Windsor Sorgen; die Ermittler tappen bei der Suche nach dem Mörder eines russischen Pianisten im Dunkeln. Was keiner außer ein paar enge Vertraute wissen dürfen, die Queen ist eine Queen of Crime. Politische und royale Ereignisse machen es einfach hin und wieder notwendig, dass die alte Dame selbst mit etwas Hilfe ein bisschen nach dem Rechten sieht. In einer lockeren Plauderei und trockenen Dialogen wird der Leser mitgenommen. Natürlich wird da die erwartete Neutralität gewahrt. Wo kämen wir da sonst hin…

Vor meinem geistigen Auge hatte ich beim Lesen gleich eine royale Mischung aus Angela Lansbury und Columbo.

Auch wenn Schloss Windsor ein altes Schloss ist, ist es inzwischen mit seinen 500 Bediensteten eine moderne Festung. Die Queen sieht sich als Chefin und pflegt eine besondere Beziehung zu ihren Bediensteten, dass einer von Ihnen ein Mörder sein soll, ist unvorstellbar.

Die Queen kann jedoch scheinbar nicht viel schocken und so resümiert sie wie bei einem Tässchen Tee, wer alles zugegen war und veranlasst ihre engsten Untergebenen zum Ermitteln und zieht ihre Schlussfolgerungen. Die Nebencharaktere in ihrem engsten Umfeld haben ordentlich Potential für Aktion und geistigen Input. So ist die neue schwarze Sekretärin Rozie auch ein ehemaliges Mitglied der Streitkräfte und hat familiäre Verbindungen in ganz London. Wer da noch alles der Queen zur Seite steht, müsst Ihr unbedingt selbst lesen!

Das Buch ist fast ein bisschen wie Cluedo Royal. Die Dialoge zwischen der Queen und Philip sind einfach nur amüsant und ich bin ganz angetan, von der Handlung, den Schlussfolgerungen und den Informationen, die die Queen ihrem Personal zu dem Mord entlockt.

Sollten hiervon noch mehr Bände in Arbeit sein, bin ich voll auf begeistert eine neue Reihe gefunden zu haben und vergebe volle Punktzahl.

 

Verlag: Knaur HC

erschienen: 2021

Seiten: 320

ISBN: 978-3426227404