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Goldmann

Rezension

Rezension // Julia Engelmann – Eines Tages, Baby

“Eines Tages, Baby, werden wir alt sein, oh Baby, werden wir alt sein und an all die Geschichten denken, die wir hätten erzählen können.” Julia Engelmanns Slam-Beitrag “One Day” ist in Form einer Verlinkung zu einem kleinen aber feinen Videobeitrag tausende Male gepostet und aufgerufen worden.

In diesem Buch erhalten weitere Texte die Chance zu Rum und Ehre zu kommen.Das Buch ist etwas für ruhige Stunden, denn ich habe beim Lesen festgestellt, wenn man zu rasch die Zeilen liest, das man etwas verpassen könnte. Die Texte sind tiefgründig, modern und manchmal auch doppeldeutig. Sie enthalten erstaunliche Logikketten und sind eine willkommene Abwechselung im Lesealltag.

Die Autorin verarbeitet Wünsche, Ängste, Träume und Gedankengänge zu modernen Gedichten und Versen. Denn hier finden auch Carrerabahnen, Burnout, Veganer und Batman Platz. Hier wird Google befragt, Vintage gelookt und ein Zusammenhang zu modernem Gedankengut geschaffen.

Ich wünsche mir, dass dieses Buch den Einzug in den Deutschunterricht schafft, denn diese Verse hätte ich zu meiner Schulzeit viel lieber analysiert. Verfeinert wird das Büchlein von Zeichnungen der Autorin selbst: niedlich.

Ein schicker “Rahmen für das Weltbild”, der volle Punktzahl erhält. Ich würde mir eine Fortsetzung wünschen.

Verlag: Goldmann
erschienen: 2014
Seiten: 96
ISBN: 978-3442482320

Gesehen auf der Frankfurter Buchmesse 2014
© Sonja Kochmann
Rezension

Rezension // Susan Gloss – Violets wundervoller Vintage-Shop

Alte Dinge, die findet man bei Violet in ihrem Vintage Laden. Für Violet bedeuten sie eine Verbindung zu ihrer Großmutter und zu ihren Kunden. Sie kennt zu jedem Stück eine Geschichte und findet bei ihrer Kundschaft gern ein neues Zuhause dafür. Da bleibt es nicht aus, dass man sich mit den Kunden anfreundet: eine gestresste Mutter, die eigentlich Theaterschauspielerin war, eine betrogene indische Ehefrau, ein smarter Professor, eine wohlhabene Gönnerin und eine schwangere Studentin. Sie alle führt es in Violets Vintage Shop “Vintage Hourglasss”…..welchem Herz und welchem Kummer kann geholfen werden?

Jedes Kapitel hat eine Einleitung und zwar als eine Art Inventurverzeichnis: Art des Vintageartikels, Alter, Zustand und Herkunft. Meist erfährt der Leser innerhalb des Kapitels die Geschichte des Artikels oder die Charaktere nutzen diesen.

Irgendwie fand ich diese Art der Unterteilung charmant. Ich hatte stets das Gefühl auch in dem Laden zu stehen und Violet und April über die Schulter zu schauen. Die persönlichen Dramen der einzelnen Figuren fand ich passend und sie fügten sich im Erzählstil wunderbar zusammen.

An einigen Stellen plätscherte die Handlung zwar ein bisschen dahin, aber die Grundstimmung war eine ganz besondere, so dass ich immer weiter las. die Nebencharaktere fand ich an einigen Punkten zwar spannender als Violet selbst, aber rückblickend würde ich ohnehin von einer Gleichberechtigung der Figuren sprechen, die sich rund um Violets Laden immer wieder treffen.

Das Cover finde ich auch in der Farbgebung und Gestaltung sehr gelungen. Da würde ich definitiv mal reinschauen.

8 von 10 Punkten für diese interessante Mischung aus Menschen, Vintage und Zukunftsträumen.

Verlag: Goldmann
erschienen: 2014
Seiten: 352
ISBN: 978-3442480777

Rezension

Rezension // Abby Clements – Viviens himmlisches Eiscafé (Viviens Eiscafé #1)

Imogen und Anna haben beide eine feste Vorstellung im Leben: die eine fotografiert in Thailand, die andere hat einen festen Job in der Werbebranche. Als sie das Café ihrer Großmutter erben, wird ihre Zukunftsplanung ein wenig durcheinander geworfen. Um das Erbe der Großmutter zu wahren, versuchen sich die beiden Schwestern in der Eisherstellung. Doch es ist alles nicht so einfach, wie es scheint.

Nachdem ich von Abby Clements “Ein Kuss unter dem Mistelzweig” so begeistert war, musste ich dieses Buch unbedingt lesen und ich wurde nicht enttäuscht.

Die Geschichte birgt zwei Schwestern, die nach dem richtigen Weg zum Glück suchen. Beide sind in ihren Charaktereigenschaften unterschiedlich: die eine lebendig und impulsiv, die andere eher konservativ. Doch es scheint, als ob das Eiscafé einen Teil der Familie zusammenrücken lässt.

Um die Eisherstellung zu erlernen, fliegt die ohnehin schon begeisterte Köchin Anna nach Italien und lernt, dass Eis auch mit Sinnlichkeit zu tun hat.

Die andere kämpft unterdessen gegen Neider und die Tücken der Selbstständigkeit. Sie erhält auch hier ungeahnte Hilfe. Somit hat der Leser zwei wundervolle Liebesgeschichten, die zum einen im englischen Brighton und zum anderen in Italien spielen. Die Beschreibung des Eiscafés im Retrolook hat mir sehr gut gefallen. An dieser Strandpromenade würde ich gern mal lang schlendern, um ein schönes Eis dort zu essen.

Urlaubsfeeling pur. Ich war fast schon ein wenig traurig, als ich das Buch beendet hatte. Darauf volle Punktzahl und eine doppelte Portion Eis mit Sahne! Wer es selbst wagen möchte, bekommt im Anschluss an das Buch ein paar interessante Eisrezepte (salziges Karamelleis) mitgeliefert.

Das Cover finde ich übrigens sehr gelungen. Die Farbgebung, die Ornamente und die Schrift sind ein echter Hingucker und fällt in der Reihe der Neuerscheinungen beim Buchhändler gleich ins Auge!

Verlag: Goldmann
erschienen: 2014
Seiten: 384
ISBN: 978-3442480432

 

© Sonja Kochmann