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Rezension

Rezension // Michael Tsokos – Mit kalter Präzision (Sabine Yao #1)

Nach Fred Abel, Paul Herzfeld und Justus Jarmer bekommt nun Sabine Yao ihre Chance. Doch sie ist keine Unbekannte: 2021 brachte Droemer Knaur eiskalte Kurz-Thriller heraus und Sabine Yao durfte auf 112 Seiten ermitteln. Ihr Background und ihr Verhalten ließen mich bereits damals hoffen, ihr literarisch nochmals zu begegnen. Schließlich arbeitet sie unter der Leitung von Paul Herzfeld in der Berliner Rechtsmedizin in der Spezialeinheit „Extremdelikte“.

Als die Ehefrau des hochangesehenen Schönheitschirurgen Roderich Kracht ermordet wird, soll Dr. Yao Dr. Jörgensen aus dem Landesinstitut am Tatort unterstützen, um den Medien kein unnötiges Material durch Ermittlungsfehler zu liefern.

Doch nach der Standardbestimmung der Todeszeit treten Unstimmigkeiten auf. Wie kann das sein? Weitere Ermittlungen führen zu dem Verdacht: der Mörder hatte rechtsmedizinisches Wissen und Frau Kracht war nicht sein einziges Opfer! Zusammen mit der IT-Spezialistin Sara Wittstock ist Sabine Yao dem Täter auf der Spur…und bringt sich selbst in Gefahr.

Sabine Yao ist eine sympathische Protagonistin, die ihr eigenes Päckchen zu tragen hat. Dennoch vernachlässigt sie ihren anspruchsvollen Job nicht und gibt den Toten eine Stimme. Rechtsmedizinier haben ein fundiertes Wissen und dieses Wissen kann auf verschiedene Weise eingesetzt werden. Was ich damit meine? Darf ich leider nicht ohne zu spoilern verraten. Ich kann die 400 Seiten absolut empfehlen und vergebe volle Punktzahl. Die forensischen Wissensschmankerl sind hervorragend in die Handlung gebetet und ich bin immer wieder neugierig, was Michael Tsokos für Wissen an seine Leser weitergibt. Hier und da google ich tatsächlich nach und für Nachschub ist auch hier gesorgt:

Im September 2024 darf Sabine Yao übrigens mit „Mit kaltem Kalkül“ ein zweites Mal ermitteln. Ich bin gespannt.

 

 

Verlag: Knaur TB

erschienen: 2023

Seiten: 400

ISBN: 978-3426528709

 

Rezension

Rezension // Lola Keeley – Eine Prinzessin datet man nicht

Ich bin ein Tropes-Opfer. Tropes? Ja, „Tropes“ sind wiederkehrende Muster, Motive oder Themen, die in Erzählungen, Filmen oder Serien zu finden sind. Neben den “Tropes” sport romance, small town, sind Royals mein absolutes Steckenpferd und da mir die Leseprobe, der mir bis dato unbekannten Autorin Lola Keeley, so gut gefiel, war es mir egal, dass es sich hierbei um die Liebesgeschichte zweier Frauen handelt.

Prinzessin Alice ist trotz ihres Outings ein Medienliebling. Da sie nicht auf den ersten Plätzen der britischen Thronfolge rangiert, wird ihr ihr Outing auch nicht negativ ausgelegt. Doch als sie vor Publikum und etlichen Handykameras mit der Sonderpädagogin Sara Marteau über die Monarchie streitet, gibt es eine Menge Aufmerksamkeit für die beiden.

Als der Verdacht aufkommt, dass Alice kleiner Neffe Rupert unter einer Form des Autismus leiden könnte, haben Alice und ihr Bruder die Idee, Sara hinzuziehen, um die Medien mit einem verhängnisvollen Ablenkungsmanöver abzulenken. Alice und Sara mimen ein Paar, damit Sara sich ohne Einschränkungen um Rupert kümmern kann. Doch dabei kommen sich die beiden immer näher.

Ist das schicklich? Standesgemäß und überhaupt sinnvoll sich mit einer Monarchiegegnerin einzulassen? Auf jeden Fall, denn diese clevere Frau macht keinen Unterschied und nimmt Alice so wie sie ist und es sind eine Menge Dialoge über die man nur schmunzeln kann. Auch die drei Kinder (Saras eigene Tochter Libby, Rupert und Ruperts Schwester Annie) haben ordentlich was zu sagen und so entwickelt sich eine kleine wundervolle Liebesgeschichte mit familiärem Anschluss. Dabei wird auch nicht mit Gesellschaftskritik gespart, denn leider sind Orientierung, Hautfarbe, Bildungsstand, Lernschwierigkeiten und Angehörigkeit zu einer Gesellschaftsschicht nach wie vor Gründe von der Gesellschaft diskriminiert zu werden.

Eine echte Geschichte mit Herz und Krönchen für die ich volle Punktzahl vergebe. Ich habe auch bereits geschaut, welche anderen Romane Lola Keeley geschrieben hat, da mir der Schreibstil sehr gut gefallen hat. Vielleicht demnächst mehr an dieser Stelle.

 

Verlag: Ylva Verlag

erschienen: 2023

Seiten: 307

ISBN: 978-3-96324-816-0

Rezension

Rezension // Kilian Leypold – Zari und Nivaan: Die Geschichte einer Flucht

Der Carlsen Verlag hat unter „Einfach Lesen Lernen“ einige Titel herausgebracht, die große Fibelschrift, leichte Wörter und viele Bilder enthalten. Dieses Buch ist daher auch ein Erstleserbuch für Leser ab 6 bis 8, dass ich allerdings aufgrund des Themas begleitend lesen würde.

Mit wunderbar stimmigen und eindrucksvollen Bildern von Nour Altouba wird die Geschichte von Zari und Nivaan erzählt. Beide sind so alt wie die empfohlene Erstlesergruppe. Mit 6 und 8 Jahren sind sie zur Flucht gezwungen. Schnell sollen sie entscheiden, was das Wichtigste ist, was sie mitnehmen wollen. Was nimmt man mit? Wie würdet Ihr entscheiden?

Leider wird das Spielzeugschwert vergessen und die Trauer ist groß. Doch das zu Hause gibt es nicht mehr und schnell wird klar, die Familie kann froh sein, ihr Leib und Leben gerettet zu haben. Sie sehen einer neuen Heimat entgegen, mit dem Wenigen, was sie eingepackt haben. Eine Situation, die vielleicht mit dem kleinen Erstleser zusammen durchdacht werden sollte und sich vielleicht auch als Klassenlektüre eignet, wenn neue Kinder in der Klasse dazukommen, die denselben Weg hinter sich bringen mussten.

Am Ende des Buches gibt es wichtige Wörter mit Bild und Vokabeln in den Sprachen Deutsch, Englisch, Arabisch, Ukrainisch und Ewe (Ghana, Togo). Für dieses wichtige Buch, vergebe ich volle Punktzahl.

 

Verlag: Carlsen

erschienen: 2023

Seiten: 64

ISBN: 978-3551690067