Rezension

    Rezension // Katharina Herzog – Wie Träume im Sommerwind

    Clara und Emilia: zwei Inselkinder, behütet aufgewachsen auf dem Rosenhof auf Usedom. Clara machte die Gärtnerlehre im Betrieb der Eltern und Emilia floh nach Paris, um dort zu studieren.

    Als Clara einen schweren Autounfall hat, kehrt Emilia jedoch nach Hause zurück, um für Claras Kinder Lizzy und Felix da zu sein. Obwohl sie sich selbst noch als Kind sieht, muss sie sich zusammenreißen; denn die Familie steht vor großen Problemen: der Rosenhof steht kurz vor der Insolvenz. Als sie herausfindet, dass Clara eine Reise nach England plante, um den Rosenhof zu retten, macht sie sich mit Lizzy und dem Jugendfreund Josh auf und sie findet viel mehr als sie erwartet hätte….

    Emilia hat mir als Protagonistin gleich gut gefallen. Sie ist sympathisch und bisher hat nicht immer alles geklappt, wie sie es sich vorgestellt hat. Doch sie vergisst dabei ihre Familie nicht und zögert nicht, nach Hause zurück zu kehren, obwohl sie dort befürchten muss, dass ihre Eltern erfahren, dass sie das Studium an der Ecole de Givaudan nicht geschafft hat. Ihre Nase hat sie bei dem Studium über Düfte zwar nicht im Stich gelassen, aber ihr Gedächtnis. Ein sympathisches Defizit. Düfte – nicht nur Emilia schnuppert sich durch die Handlung. Katharina Herzog beschreibt den Rosenhof und auch die Zusammensetzung von Düften nicht nur blumig sondern auch anschaulich, so dass man fast die Szenen gerochen hat. Der lockere und leichte Schreibstil zieht sich durch die Handlung und so fliegen die Seiten nur so dahin.

    Was könnte den Rosenhof retten? Genau! Eine Rose! Und zwar eine ganz besondere….und die gibt es in England. England ist schließlich für Gartenlandschaften und alte Sorten berühmt. Ohne zuviel zu verraten, darf ich sagen, dass Emilia schließlich Claras verbotene Liebe und einen Weg für die Rettung des Rosenhofes findet. Was es damit auf sich hat, müsst ihr unbedingt selbst lesen! Dass die gemeinsame Reise auch die Liebe für ihren Jugendfreund wieder aufblühen lässt und die rebellische Lizzy ihre Emotionen in den Griff bekommt, ist Bonusmaterial vom Feinsten.

    Ein bisschen erinnerte mich die Geschichte an eine Serie mit Richard Chamberlain, die von meiner Oma sehr geliebt wurde. Dort gab es auch eine Szene mit einer Rose als Sinnbild für eine Liebe, die nicht sein durfte. Ich vergebe volle Punktzahl.

     

    Verlag: Rowohlt

    erschienen: 2021

    Seiten: 352

    ISBN: 978-3499275258