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Rezension

Rezension // Jojo Moyes – Wie ein Leuchten in tiefer Nacht

„Wie ein Leuchten in tiefer Nacht“ – ein neuer Roman von Jojo Moyes, der ordentlich beworben wird. Ich war gespannt, denn ich las, dass die Autorin sich aufgrund von Überarbeitung in eine kleine Hütte in den Bergen Kentuckys zurückgezogen und dieses Buch geschrieben hat. Das Reiten bei der Recherche habe ihr sehr viel Spaß gemacht und man merkt bereits den ersten Seiten an, dass dieses Buch für sie heilsam und bedeutend war. Doch nun zum Inhalt:

1937 wird von der amerikanischen Präsidentengattin Eleanor Roosevelt das WPA Packhorse Library Programm ins Leben gerufen. Frauen sollen auf Pferden entlegen wohnenden Familien Bücher bringen. Für die Frauen, die sich der mobilen Bibliothek anschließen, ist dies eine besondere Herausforderung. Denn die wilde Natur und deren Bewohner dulden bisher keine selbstbewussten eigenständigen Frauen, die sich anhand von Büchern bilden.

Die Autorin hat eigenwillige und sehr unterschiedliche Frauen kreiert. Wir haben zum einen Alice, die als Engländerin unglücklich verheiratet und weit weg von ihrer Heimat ist. Für sie ist die Packhorse Library eine Möglichkeit dem tristen Haus zu entfliehen. Sie findet Freunde, die ihr beistehen. Da wäre unter anderem Margery, eine Frau, die sich nicht beugt und ohne Trauschein mit Sven zusammen lebt. Diese vereint die Frauen und sorgt auch für den Zusammenhalt. Isabelle, genannt Izzy, ist aufgrund von Kinderlähmung körperlich eingeschränkt, wächst aber aufgrund der Aufgabe über sich hinaus. Die schwarze Sophia, dürfte eigentlich nicht in der Bibliothek arbeiten, da diese ausschließlich für Weiße ist, hat aber eine unverzichtbare Vorerfahrung.

Das Buch zeigt anschaulich, wie Verbreitung von Bildung dafür sorgen kann, dass man nicht alles hinnehmen muss, dass man sich seine Träume erfüllen kann und dass die Ausbeutung durch die Industrialisierung erste Gegner durch Gewerkschaften und Organisationen bekommt. Frauen gehören entgegen den männlichen Vorurteilen nicht nur an den Herd, sondern dürfen rebellisch ihre eigenen Wünsche äußern. Was ein kleines blaues Buch damit zu tun hat, müsst ihr unbedingt selber lesen.

Der Schreibstil Autorin war ernster als bei dem Buch „Ein ganzes halbes Jahr“, da wir hier keine humorvolle Lou vorfinden. Allerdings passt es zu der Autorin, da ich diese ernsten, fast melancholischen Seiten, auch schon bei dem Buch „Nächte, in denen Sturm aufzieht“ festgestellt habe. Die Kapitel werden mit Zitaten aus bekannten Büchern dieser Zeit eingeleitet zum Beispiel „Vom Winde verweht“, „Jenseits von Afrika“, „Black Beauty“, „Betty und ihre Schwestern“ aber auch „A Journal for the American Farmer“ und „Harlan Miners Speak“ werden zitiert und im Anhang als Quelle zitiert.

Es ist ein gelungenes Buch über die Entwicklung der Frau, über die Freundschaft und über die Macht des Lesens, dem man die Liebe zum Pferd und der Landschaft anmerkt.

Mich hat dieses Buch an die Serien „Unsere kleine Farm“, „Doktor Quinn“ und „Anne auf Green Gabels“ erinnert, obwohl dies zeitlich nicht ganz passt. Ich vergebe daher volle Punktzahl für dieses wundervolle Buch mit starken Protagonisten.

 

Verlag: Wunderlich

erschienen: 2019

Seiten: 544

ISBN: 978-3805200295

Rezension

Rezension // Ursula Poznanski und Arno Strobel – Invisible (Salomon & Buchholz #2)

© Sonja Kochmann

 

Daniel Buchholz und Nina Salomon ermitteln wieder! Nach “Anonym” geht das Duo wieder an den Start.

Denn Ursula Poznanski und Arno Strobel haben ihre aus einer Weinlaune entstandene Zusammenarbeit wieder erfolgreich fortgeführt.

Besonders die abwechselnde Sichtweise beim Erzählstil zwischen den beiden Ermittlern bringt in die Handlung eine erfrischende Würze. Dies wird durch die Eigenheiten der Hauptprotagonisten verschiedenen Geschlechts mit einem Hang zur Unordnung bzw. Penibilität unterstützt.

Und die beiden haben ordentlich zu tun: Denn es wird gemordet. Die Mörder: leicht zu finden. Doch warum? Die Wut und der Hass unerklärlich tief. Wer wird der nächste Mörder?
Auch im Team gibt es auf einmal unerklärliche Spannung; die ein neuer Kollege nur noch verstärkt.

Es stellt sich die Frage:

Was braucht es, um einen Mörder zu erschaffen?

Anfänglich kam ich mir trotz des gelungenen Schreibstils bei der der Vielfalt der Namen und der Handlung etwas verloren vor. Doch dies sollte vermutlich einfach so sein. Denn wo wäre der Thrillereffekt, wenn gleich am Anfang alles klar und eindeutig wäre? Schließlich stehen Daniel Buchholz und Nina Salomon vor dem gleichen Problem.

Das Buch hat Bezug zu aktuellen Themen (Achtung: neutraler Mini-Spoiler: Psychometrie, Big Data, Cambridge und German Wings) und ich war erstaunt und auch erschrocken über die gezogenen Rückschlüsse und möglichen (!?) Missbrauch.

Mehr verrate ich nun wirklich nicht. 8 von 10 Punkten aufgrund der unübersichtlichen Täter/Opferkonstellationen.

Verlag: Wunderlich
erschienen: 2018
Seiten: 368
ISBN: 978-3805200158

Rezension

Rezension // Jojo Moyes – Mein Herz in zwei Welten (Lou #3)

Nathan verschafft Lou eine Stelle bei einem reichen Ehepaar in New York. Da sie sich immer noch Wills letzte Worte zu Herzen nimmt, wagt sie etwas Neues und steigt in ein Flugzeug. Doch die kleine Engländerin mit der Ringelstrumpfhosen ist so ganz anders als die stylishen New Yorker High Society Damen…..

Louisa Clarke hat mit dem Buch “Ein ganzes halbes Jahr” mein Herz und meine Taschentuchbox im Sturm erobert. Ihre Geschichte bewegte mich und ich hoffte auf eine grandiose Fortsetzung mit “Ein ganz neues Leben”. Diese Fortsetzung schwächelte etwas, da Lou durch ihre Trauer ihren Charme und ihre Lebensfreude einbüßen musste.

Doch nun ist Lou back! Und … sie rockt New York!

Bereits auf den ersten Seiten war mir klar. Lou ist zwar noch nicht in der besten körperlichen Verfassung, aber ihr Charme und ihre Lebensfreude sind wieder da. Es gab sofort einige Szenen an denen ich losschmunzeln musste.

(An dieser Stelle empfehle ich, den etwas schwächeren Vorband dennoch zu lesen, da die Entwicklung von Lou und Sam wichtig für diesen Band ist.)

Louisa ist bereit, ihre Ringelstrumpfhose mit Stolz zu tragen und einigen Damen der High Society gedanklich den Stinkefinger zu zeigen! Ihre Arbeit bringt sie mit einigen falschen Menschen zusammen, die mit Schein und Sein zu kämpfen haben.
Doch auch kauzige Nachbarinnen, eine mürrische Köchin, ein netter Portier und Verkäuferinnen in einem Vintage Laden pflastern ihren Weg durch die Straßen von New York. Es ist eine interessante Mischung an Persönlichkeiten entstanden, die Lou ordentlich fordern.

Lou entdeckt bei ihrem Job New York und hat mich mit ihrem Elan manchmal ein bisschen an Carrie aus “Sex and the City” erinnert. Sie lernt das New York der Reichen und auch der normalen Arbeiterklasse kennen. Dabei bleibt es nicht aus, dass sie sich weiterentwickelt und auch eine Fernbeziehung ist gar nicht so einfach zu führen: ein Herz in zwei Welten – eins in England und eins in Amerika!

Sie erfährt, dass auch Will einst in New York war und folgt seinen unsichtbaren Spuren anhand von ausgeliehenen Briefen der Traynors. Mehr möchte ich an dieser Stelle nicht verraten!

Welchen Weg in welcher Welt sie einschlagen wird? Lest selbst, denn es lohnt sich bis zur letzten Seite, die ein filmreifes Ende aufweist. Volle Punktzahl.

Verlag: Wunderlich
erschienen: 2018
Seiten: 592
ISBN: 978-3805251068

 

© Sonja Kochmann