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Bastei Lübbe

Rezension

Rezension // Jessica Clare – Wild Games: In einer heißen Nacht (Wild Games #1)

 

© Sonja Kochmann

Die Journalistin Abby bekommt von ihrer Chefin ein Ultimatum: entweder sie macht bei einer Reality Show auf einer einsamen Insel mit oder sie verliert ihren Job als Buchrezensentin bei ihrer Zeitung.

Schnell landet sie mit anderen Mitstreitern im knappen Badedress auf der tropischen Insel und muss sich vor laufenden Kameras mit idiotischen Aufgaben und Konkurrenten rumschlagen. Besonders einen kann sie nicht ausstehen: Dean.

Dies ist eine neue Reihe von Jessica Clare, einer Autorin von der ich bislang noch nichts gelesen habe. Der Schreibstil hat mir jedoch sofort auf den ersten Seiten so gut gefallen, dass ich die bereits erschienen Bücher der Autorin auf meine Wunschliste gesetzt habe. Locker und leicht fliegen die Seiten dahin, denn die Autorin hat eine lustige und zynische Protagonistenschar erschaffen. Hier wird sich gekabbelt und gefetzt, so dass man ordentlich schmunzeln muss.

Schnell ist natürlich klar, dass Abby und Dean irgendwann nicht mehr die Finger von einander lassen können. Und hier wird es dann auch noch erotisch. Der Leser erfährt durch die Statements von Dean vor jedem Kapitel ein bisschen mehr von seinen Beweggründen und Gefühlen. Der Vergleich vom Dschungelcamp, Bachelor und anderen Formaten passt ganz gut, denn hier werden auch Bündnisse und Intrigen gesponnen, um an den Gewinn zu kommen.

Doch wem kann man trauen?

Abby war mir als Buchrezensentin gleich sympathisch. Warum? Da sie u.a. eine Rezension über ein Buch über Survivaltraining und andere praktische Dinge geschrieben hat, lässt sie die Muskelpakte und die anderen Mitstreiterinnen gern mal alt aussehen. Lesen bildet halt doch!

Die PR Maschinerie, die Schweigeverpflichtung etc. sorgen für eine spannende Handlung bis zum Schluss. Lest selbst, ob Abby neben einem Sonnenbrand, Sandflohbissen und Hungerattacken auch die Liebe gefunden hat: Volle Punktzahl!

Band 2 “Mit einem einzigen Kuss” erscheint bereits im August 2018 und wurde von mir schon notiert.

Verlag: Bastei Lübbe
erschienen: 2018
Seiten: 240
ISBN: 978-3404177004

Rezension

Rezension // Petra Hülsmann – Wenn’s einfach wär, würd’s jeder machen

 

© Sonja Kochmann

 

“Wenn’s einfach wär, würd’s jeder machen”

 

Ein Titel, der mich neugierig gemacht hat. Denn bislang habe ich die Bücher mit den lustigen Buchtiteln von Petra Hülsmann zwar bei meiner Mutter im Regal stehen sehen, aber noch nicht selbst gelesen. Aber soviel vorweg: Hummeln und Schmetterlinge (“Wenn Schmetterlinge Loopings fliegen” und “Hummeln im Herzen”) ich komme!
Denn der Schreibstil von Petra Hülsmann hat mich begeistert. Humorvoll werden tiefgründige Themen wie Bildungspolitik und Randgruppen in eine herzerwärmende Geschichte gepackt:
Es geht um Annika, eine junge Lehrerin, die von einem Elitegymnasium in Hamburg in einen anderen Stadtteil an eine Problemschule versetzt wird.
Mit einem Hauch von “Fack ju Göhte” lernt Annika, dass die Kids ihre Hilfe brauchen. Jugendliche wie Heaven-Tanita und Meikel sind Opfer ihrer Eltern und des Systems und brauchen einen Motivationsschub. Die Idee: Eine Musical-AG. Doch Annika stellt fest, dass sie Hilfe bei der Umsetzung braucht. Ihre Jugendliebe, ein Theaterregisseur, soll helfen. Doch von nun an spielt sich Annikas Leben selbst, wie ein Theaterstück. Denn die Jugendliebe hat sie zwar nie vergessen, aber ist diese Schwärmerei auch alltagstauglich? Und gibt es evtl. noch einen anderen Anwärter für ihr Herz?
Die Handlung überzeugt durch farbenfrohe Charaktere, an denen so mancher Psychologe seine Freude hätte. (Ich liebe den Taxifahrer Knut.)
Petra Hülsmann hat eine humorvolle Geschichte zum Lachen, Nachdenken und Träumen geschaffen, die auch den Sprung auf die Leinwand/den Bildschirm verdient hätte: 9 von 10 Punkten.

Verlag: Bastei Lübbe
erschienen: 2018
Seiten: 576
ISBN: 978-3404176908

Rezension

Rezension // Malin Persson Giolito – Im Traum kannst du nicht lügen

Stockholm: Nach einem Blutbad an ihrer Schule sitzt die 18 jährige Maja im Gerichtssaal und lässt ihre Anklage über sich ergehen. Sie hat geschossen. Doch was musste passieren, dass das einst so beliebte Mädchen zur Waffe griff? Was machte Maja zur Mörderin? Die Öffentlichkeit ist entsetzt und macht Jagd auf sie.

Ich bin auf dieses Buch durch einen Newsletter aufmerksam geworden. Momentan sind Thriller zwar nicht mein Lieblingsgenre, aber der Klappentext sprach mich an.

Das Buch ist vom Schreibstil einfach zu lesen. Jedoch ist die Stimmung des Buches erdrückend, so dass man es nicht einfach an einem locker fröhlichen Leseabend herunterlesen kann. Ich musste ab und an pausieren. Dies ist vermutlich von der Autorin auch so gewollt, denn der Leser ist der erdrückenden Stimmung und der Hilflosigkeit genauso ausgeliefert, wie Maja.

Der Leser erfährt gleich zu Beginn, wie die Bluttat abgelaufen ist. Nach und nach gibt es Rückblicke in das Leben davor und Hinweise, warum alles aus dem Ruder lief. Während der Gerichtsverhandlung werden diese “losen Fäden” aufgenommen und zusammengefügt.

Kann die Verkettung an Ereignissen die Tat entschuldigen? Veranstaltet die Presse eine Hetzjagd? Was ist wahr und was ist erfunden? Wie viel Schuld tragen die anderen? Hätte man die Tat vermeiden können?

Nicht unwichtige Fragen, die gestellt werden müssen, aber auf keinen Fall hier verraten werden. Das Buch stimmt den Leser nachdenklich und hat meiner Meinung nach die Honorierung (Bester Kriminalroman Schwedens 2016) zu Recht verdient.

Die Autorin schafft es, ihr Wissen als Juristin plausibel und anschaulich mit der tiefgehenden Handlung zu verknüpfen. Volle Punktzahl für diesen besonderen Thriller, der auch in die Kategorie Drama passen würde.

Verlag: Bastei Lübbe
erschienen: 2017
Seiten: 464
ISBN: 978-3431039931

© Sonja Kochmann