Rezension // Markus Heitz – BuHonDo: Eine humorvolle Anleitung zur Selbstverteidigung mit Büchern

Zur Abwechselung hat der Meister ein humorvolles Buch für junge Leser geschrieben. Der uns allen bekannte Schwarzträger hat allerhand Erfahrung rund ums Buch und konnte sich mit Oliver Graute einen ebenfalls gewappneten Illustrator sichern. (Wem der Name bekannt vorkommt, der sollte unbedingt mal nach einem Bild googeln. Der Illustrator ist auf den Buchmessen häufig im feschen Zwirn im Fantasybereich zu finden und fest mit dem Literaturpreis Seraph verbunden.)

Der Hinweis am Anfang des Buches, dass es sich bei BuHonDo um eine fiktive japanische Buchkampfkunst handelt, finde ich schon arg gespoilert (zwinker), aber Autor und Illustrator müssen sich natürlich absichern!

Die Vielseitigkeit Sensei Mahet (stets in finsterer Tinte gekleidet) ist immer wieder verblüffend: Wie kommt man bloß auf so geniale Ideen? So muss man hier wirklich Satz für Satz genau lesen, um nicht ein originelles Detail zu verpassen. Mein alter Geschichts- und auch Deutschlehrer hätte eine wahre Freude daran gehabt, dieses Buch in historische Fakten und einfallsreiche Fiktion zu zerlegen.

Woran man die Fertigkeiten seines Gegenübers erkennt? Ganz klar an der Farbe des Lesebändchens! (Wobei sich hier für mich nochmals die Problematik des ebooks oder der typischen Fraktion „Verwendung von Gegenständen aus dem Alltag als Lesezeichen (Kassenbon, Postkarte etc.)“, ergibt.)

Welche Bücher (Ausgabe, Genre, Bonusmaterial, Cover, Farbschnitt) geeignet sind und welche Möglichkeiten diese im Kampf bieten, wird für den Anfänger optisch klar strukturiert dargestellt. Hier und da eine anschauliche Illustration und man ist im Bilde. Doch Obacht; nichts ist schmerzhafter als ein Papierschnitt.

Das Buch wird vom Verlag ab 14 Jahre empfohlen. Früh übt sich, denn die jungen Leser müssen sich schon früh gegen digitale Versuchungen und böse Einflüsse schützen. (Wobei ich die Erklärung, was das Kamasutra evtl. beinhalten könnte, um auf Beweglichkeit des kämpfenden Buchwurms schließen zu können, gern auslassen möchte. Die Unwissenden werden es vermutlich überlesen, die Wissenden schmunzeln. Dies gilt auch für einige andere Stellen im Buch.)

Ich durfte das pdf als Testleser lesen, aber ein echter Buchfan hat natürlich die Techniken mit vorhandenen Büchern erprobt und damit bin ich wohl jetzt BuHonDoka. Pfffrrrrrrrrrrrrr Tepfump bzw. Swwwisch oder Ssslp (Seid neugierig und findet die Bedeutung selbst heraus!): volle Punktzahl für dieses kurzweilige Vergnügen.

 

Verlag: Oetinger

erschienen: 2026

Seiten: 64

ISBN: 978-3751202220

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