Browsing Tag:

Goldmann

Rezension

Rezension // Joy Fielding – Die Schwester von SONJA

Während eines Dinners wird die kleine Samantha aus ihrem Bettchen in einem Hotelzimmer entführt. Für die Familie bricht eine Welt zusammen. 15 Jahre später erhält Caroline einen Anruf von einer jungen Frau, die vermutet, die entführte Samantha zu sein.Ist dies ein schlechter Scherz? Ein PR Gag? Oder besteht die Chance…..

Ich habe das Buch schon vor der Lesung begonnen. Bereits die ersten Seiten waren für mich als junge Mutter sehr aufwühlend.Joy Fielding liefert hier keinen blutrünstigen Roman ab. Es ist ein Roman, der mit den tief verwurzelten Ängsten von Eltern spielt.

Inspiriert von dem derzeit bekanntesten Entführungsfall “Maddie” zeigt die Autorin die Gefühlswelt der Mutter auf, die durch die Medien die Rolle der “schlechten Mutter” verpasst bekommt. Ihr Umfeld: ihr Mann, ihre ältere Tochter, ihre Mutter, ihr Bruder, Ihre Freunde und auch ihr Arbeitgeber reagieren unterschiedlich.
Die Reaktionen sind durch Dialoge und Situationen anschaulich dargestellt und gehen unter die Haut. Ich musste das Buch sogar zwischenzeitlich aus der Hand legen, da es mir schlaflose Nächte bereitet hat.

Das Buch berichtet hauptsächlich über die Mutter Caroline, deren Leben durch den Verlust in Trümmern liegt und die Schwester Michelle, die ihr Leben im Schatten der entführten Schwester führt.

Das Buch ist mit 448 Seiten kein dünnes Buch, aber die Seiten lesen sich schnell dahin, da Joy Fielding durch kapitelweise Zeitsprünge es schafft, das Geschehen und die Entwicklungen abwechselungsreich darzustellen.

Ich möchte nicht zuviel verraten, doch das Buch findet für Caroline und Michelle ein akzeptables Ende, obwohl die Wahrscheinlichkeit, dass dies so passieren könnte…aber egal, wie wahrscheinlich ist die Entführung des eigenen Kindes…diese Statistik möchte ich nicht testen….9 von 10 Punkten für diesen Elternschocker.

Verlag: Goldmann
Erschienen: 2016
Seiten: 448
ISBN: 978-3442312726 

© Sonja Kochmann

 

Rezension

Rezension // Ella Simon – Ein Gefühl wie warmer Sommerregen

Alis arbeitet bei der walisischen Küstenwache, hat seit 10 Jahren eine solide Fernbeziehung mit Matthew und ist mit ihrem Leben zufrieden. Doch dann passieren lauter Dinge gleichzeitig, ein smarter Tierarzt mit einem durchnässten Schaf muss gerettet werden, ihre kranke Mutter braucht Hilfe auf der Farm und Matthew….Alis muss sich den Schatten der Vergangenheit stellen und für sich klären, was sie im Leben erreichen will.

Ich möchte nach Tenby in Wales! Die Schilderungen der Umgebung und der Einwohner sind idyllisch und man möchte gleich seinen Koffer packen, um dieses Stück Küste zu erkunden!

Die Autorin hat es geschafft, ihre Liebe zu Wales und Pferden gekonnt mit in die Geschichte fließen zu lassen. Auch das Interesse an der Royal National Lifeboat Institution bietet spannende Abwechselung in der Handlung.

Das Hauptprotagonistenpaar sind Alis und der Tierarzt Evan, die natürlich einige Irrungen und Wirrungen überstehen müssen. Doch dieses Buch enthält ein weiteres Pärchen, das den steinigen Weg zum Ziel beschreiten muss. Evans Schwester Sianna, die ebenfalls Tierärztin ist und der mürrische Stallmeister Rhys.

Hier fliegen die Fetzen und Sianna und Rhys zeigen dem Hauptduo wie es geht. Ich fand sogar diese Paarung zeitweise spannender und spritziger, weil diese durch das Temperament und den Sarkasmus spritzigere Dialoge zu bieten hatten.

Alis Vergangenheit prägt sie sehr und der Leser erfährt erst nach und nach, was dahinter steckt. Eine dunkle Vermutung zieht sich durch das Buch und wird es gegen Ende aufgelöst. Ich fand Alis Art zwar glaubhaft aber teilweise etwas zu schwermütig. 8 von 10 Punkten für diesen wundervollen Ausflug an die Küste von Wales.

P.S.: Hinter dem Namen Ella Simon verbirgt sich Sabrina Qunaj. Ihre Bücher spielen im historischen Wales und sind ebenfalls im Goldmann Verlag erschienen. (Ein Interview mit der Autorin findet Ihr hier auf dieser Seite.)

Verlag: Goldmann
erschienen: 2016
Seiten: 384
ISBN: 978-3442483839

© Sonja Kochmann

 

Rezension

Rezension // Julia Engelmann – Wir können alles sein, Baby

 

Julia Engelmann präsentiert hier weitere poetische Texte querbeet durch ihren Alltag und durch ihre Gefühlswelt.

Während das erste Buch von Julia Engelmann “Eines Tages, Baby” sich hauptsächlich aus temporeichen Poetry Slam Texten zusammensetzte, hatte ich bei diesem Band das Gefühl, dass hier auch tiefgreifendere Gedanken, Gefühle und Zukunftsträume ihren ruhigen Platz gefunden haben.

Familie, Freunde, Reisen, Aussehen, Beziehung, Alter umgeben von kleinen blauen Karikaturen finden ihren thematischen Weg ins Büchlein.

Nach einer etwas melancholischen Anfangsthematik fanden sich dann doch farbenfrohe (miamihimmelfarbene und rhabarberschorlefarbene) Erinnerungen an Gänseblümchenketten und andere schöne Dinge ein.

Auch wurde hier nicht die Frage nach dem Ei und dem Huhn sonder nach dem Kirschkern und dem Kirschbaum gestellt. Da dies opitisch und lyrisch mehr her macht: 8 von 10 Punkten.

Verlag: Goldmann
erschienen: 2015
Seiten: 96
ISBN: 978-3442484089

 

© Sonja Kochmann