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Pferde

Rezension

Rezension // Jana Hoch – Kronenherz (Royal Horses #1)

Nach einer missglückten Mutprobe will Greta raus aus London und weg von ihren Freunden, da kommt das königliche Pferdegestüt Caverley Green in West Sussex beim Patenonkel ihres Bruders gerade recht, um sie auf andere Gedanken zu bringen. Doch bereits am ersten Tag gerät sie mit dem Pferdetrainer Edward aneinander.

Dabei hat der doch so eine feinfühlige Art mit den Tieren umzugehen. Warum bringt er Greta so auf die Palme und was für ein Geheimnis führt ihn auf das Gestüt der Royals? Als dann noch Prinz Tristan auf dem Besitz auftaucht, ist das Chaos für Greta perfekt….

Das Buchcover ist mir bereits vor einigen Wochen aufgefallen, als ich dann in Ruhe den Klappentext las und zu einer Lesung mit Pferd eingeladen wurde, war ich neugierig. Da ich selbst in meiner Teeniezeit ein absoluter Pferdefan war und ich das Thema Royals in Büchern immer wieder schön finde, habe ich trotz der Einstufung young adult/Jugendbuch zugegriffen.

Der Schreibstil der Autorin hat mir von Anfang an gefallen und Greta war mir auf Anhieb sympathisch. Mit ihrer leicht patzigen Art mit der sie ihre Erlebnisse zu kaschieren versucht, eckt sie zwar an, aber sie findet auf Caverley Green Freunde. Joan und Sixton wuchsen dort auf und nehmen Greta in ihren Reihen auf, obwohl sie nicht bereit sind, Edwards Geheimnis zu verraten.

Die Erlebnisse von Greta als „Nichtreiterin“ mit dem Pony Sparky waren einfach amüsant und haben mich so an meine ersten Reitstunden erinnert. Die eigenen Erlebnisse führen auch für Greta zu einer besonderen Verbindung zu den Tieren. Als dann ein verstörtes Pferd namens Mariscal auf dem Hof kommt, wird Gretas Interesse immer geweckt. Kann man eine Verbindung zu einem so wunderschönen Tier aufbauen? Die Schilderungen der Autorin zeigen: hier ist jemand mit Liebe zum Pferd am Werk gewesen. Auch die Nebenprotagonisten wie der Stallmeister Quinn oder die Zicke Brina geben dem Setting die nötige Abwechslung.

Das Buch ist Teil 1 einer Trilogie und ich kann es aufgrund der Geschehnisse kaum abwarten, bis ich Teil 2 „Kronentraum“ in meinen Händen halte. Es ist ein wundervolles Buch über junge Liebe und Pferde; daher vergebe ich volle Punktzahl.

 

Verlag: Arena

erschienen: 2020

Seiten: 360

ISBN: 978-3401605203

Interview

Interview // Jana Hoch – Kronenherz

Vor einiger Zeit habe ich beim Stöbern in der Buchhandlung “Kronenherz” entdeckt. Als dann die Ankündigung für eine “Lesung mit Pferd” kam, habe ich mich “tierisch” gefreut und muss nun leider auf einen Ersatztermin warten. Um uns die Wartezeit zu versüßen, hat mir Jana Hoch ein kleines Interview gegeben:

Ursprünglich hast Du Innenarchitektur studiert, wer oder was hat Dich zum Schreiben gebracht? Wolltest Du schon immer Autorin werden?

Insgeheim war es immer mein großer Traum, Autorin zu werden. Ich habe schon während der Schulzeit geschrieben. In der fünften Klasse waren es Theaterstücke und Kurzgeschichten, später schon mal 200 Seiten. Als ich angefangen habe, zu studieren, habe ich aufgehört zu schreiben und andere Sachen sind erst einmal in den Vordergrund gerückt. Aber ich bin in diesem Beruf nie glücklich geworden. Man sagt ja nicht umsonst, dass es Beruf und Berufung gibt. Irgendwann ist mir dann eines meiner Manuskripte in die Hand gefallen und ich dachte: Das ist gar nicht so schlecht. Warum eigentlich nicht? Und damit habe ich mir ein Herz gefasst und mich bei meiner Agentur beworben. So fing dann alles an.

 

© Marilena Fortmann

 

Neben dem Schreiben hast Du einen Haflinger namens Jamie. Erzähl uns von ihm.

„Ein Buch schreiben“ und „Ein eigenes Pferd besitzen“. Das waren schon seit Kindertagen zwei meiner größten Träume. Jamie ist einfach alles für mich. Meine Inspiration, meine Auszeit, mein Lehrer, derjenige, der mir aufzeigt, wenn ich mal wieder zu viel arbeite und mir mehr Zeit für mich nehmen sollte 😉

Er ist kein leichtes Pferd. Er hat einen starken Charakter und er weiß was er will und wo seine Grenzen liegen. Und das darf er mir auch jederzeit zeigen. Ich denke, das macht unsere Beziehung so einzigartig.

Jamie spiegelt meine Emotionen sehr stark, ebenso wie das Pferd Mariscal in Kronenherz. Er lässt sich anstecken, wenn ich Energie und Glück platze, aber er zeigt mir auch, wenn ich mit den Gedanken woanders oder aufgewühlt bin.

Wenn man es genau nimmt, ist es sogar Jamies Verdienst, dass ich jetzt als Autorin arbeiten darf. So komisch, das klingt, aber er hat mir gezeigt, dass ich in meinem Leben etwas ändern muss. Ich war häufig gestresst und schlecht drauf, hatte zu wenig Zeit für ihn und bin ungerecht geworden. Jamie hat mir das alles gespiegelt und mir deutlich signalisiert, dass er nicht bereit ist, weiter mit mir zusammenzuarbeiten, wenn ich nichts ändere.

Und das habe ich getan. Der Schritt in die Selbstständigkeit ist mir nicht leicht gefallen. Aber jetzt lebe ich meinen Traum und ich habe es keinen einzigen Tag bereut. Und, was soll ich sagen … seither ist zwischen Jamie und mir alles wunderbar. Wir geben uns gegenseitig so viel und er hilft mir, mich weiterzuentwickeln.

Dieses Pferd ist ein eines der größten Geschenke, die das Leben mir machen konnte.

Wie lange dauerte das Schreiben an dem Buch?

An Kronenherz habe ich circa acht Monate gearbeitet. Allerdings habe ich anfangs nebenbei noch ein Praktikum bei einer Pferdetrainerin gemacht. Mit Kronentraum bin ich etwas schneller.

Welche/n Autor/in würden Sie gerne mal treffen? Welche Frage würdest Du stellen?

Kerstin Gier J Und ich würde ganz kleinlaut fragen, ob ich wohl ein Autogramm und ein gemeinsames Foto bekommen könnte.

Verrätst Du uns schon ein bisschen was über „Kronentraum“?

Es wird noch größer, noch royaler, noch romantischer und natürlich gibt es ein Wiedersehen mit den Pferden und dem Team Caverley Green. Dazu kommen noch ein paar neue Charaktere, die ich absolut lieb gewonnen habe. Besonders Prinzessin Lianna hat es in sich. Seid gespannt!

Ich bin jedenfalls richtig verliebt in die Geschichte und hoffe, dass es meinen Lesern ab dem Herbst genauso geht.

 

© Marilena Fortmann

 

Vielen Dank für das Interview und ich werde hoffentlich bald von der Lesung mit Jamie berichten können.

Rezension

Rezension // Jojo Moyes – Wie ein Leuchten in tiefer Nacht

„Wie ein Leuchten in tiefer Nacht“ – ein neuer Roman von Jojo Moyes, der ordentlich beworben wird. Ich war gespannt, denn ich las, dass die Autorin sich aufgrund von Überarbeitung in eine kleine Hütte in den Bergen Kentuckys zurückgezogen und dieses Buch geschrieben hat. Das Reiten bei der Recherche habe ihr sehr viel Spaß gemacht und man merkt bereits den ersten Seiten an, dass dieses Buch für sie heilsam und bedeutend war. Doch nun zum Inhalt:

1937 wird von der amerikanischen Präsidentengattin Eleanor Roosevelt das WPA Packhorse Library Programm ins Leben gerufen. Frauen sollen auf Pferden entlegen wohnenden Familien Bücher bringen. Für die Frauen, die sich der mobilen Bibliothek anschließen, ist dies eine besondere Herausforderung. Denn die wilde Natur und deren Bewohner dulden bisher keine selbstbewussten eigenständigen Frauen, die sich anhand von Büchern bilden.

Die Autorin hat eigenwillige und sehr unterschiedliche Frauen kreiert. Wir haben zum einen Alice, die als Engländerin unglücklich verheiratet und weit weg von ihrer Heimat ist. Für sie ist die Packhorse Library eine Möglichkeit dem tristen Haus zu entfliehen. Sie findet Freunde, die ihr beistehen. Da wäre unter anderem Margery, eine Frau, die sich nicht beugt und ohne Trauschein mit Sven zusammen lebt. Diese vereint die Frauen und sorgt auch für den Zusammenhalt. Isabelle, genannt Izzy, ist aufgrund von Kinderlähmung körperlich eingeschränkt, wächst aber aufgrund der Aufgabe über sich hinaus. Die schwarze Sophia, dürfte eigentlich nicht in der Bibliothek arbeiten, da diese ausschließlich für Weiße ist, hat aber eine unverzichtbare Vorerfahrung.

Das Buch zeigt anschaulich, wie Verbreitung von Bildung dafür sorgen kann, dass man nicht alles hinnehmen muss, dass man sich seine Träume erfüllen kann und dass die Ausbeutung durch die Industrialisierung erste Gegner durch Gewerkschaften und Organisationen bekommt. Frauen gehören entgegen den männlichen Vorurteilen nicht nur an den Herd, sondern dürfen rebellisch ihre eigenen Wünsche äußern. Was ein kleines blaues Buch damit zu tun hat, müsst ihr unbedingt selber lesen.

Der Schreibstil Autorin war ernster als bei dem Buch „Ein ganzes halbes Jahr“, da wir hier keine humorvolle Lou vorfinden. Allerdings passt es zu der Autorin, da ich diese ernsten, fast melancholischen Seiten, auch schon bei dem Buch „Nächte, in denen Sturm aufzieht“ festgestellt habe. Die Kapitel werden mit Zitaten aus bekannten Büchern dieser Zeit eingeleitet zum Beispiel „Vom Winde verweht“, „Jenseits von Afrika“, „Black Beauty“, „Betty und ihre Schwestern“ aber auch „A Journal for the American Farmer“ und „Harlan Miners Speak“ werden zitiert und im Anhang als Quelle zitiert.

Es ist ein gelungenes Buch über die Entwicklung der Frau, über die Freundschaft und über die Macht des Lesens, dem man die Liebe zum Pferd und der Landschaft anmerkt.

Mich hat dieses Buch an die Serien „Unsere kleine Farm“, „Doktor Quinn“ und „Anne auf Green Gabels“ erinnert, obwohl dies zeitlich nicht ganz passt. Ich vergebe daher volle Punktzahl für dieses wundervolle Buch mit starken Protagonisten.

 

Verlag: Wunderlich

erschienen: 2019

Seiten: 544

ISBN: 978-3805200295